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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 21:36 Uhr

Ahrensburg : Die Stadtfest-Antänzer reisten aus Hamburg an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Polizei ermittelt in elf Fällen. Glücklicherweise scheint nur einer der sexuellen Übergriffe schwerwiegender zu sein.

Die elf Jugendlichen und Heranwachsenden, gegen die wegen Antanz-Diebstählen und sexuellen Belästigungen beim Ahrensburger Stadtfest ermittelt wird, haben alle einen Wohnsitz in Hamburg. „Sie haben zwar familiären Migrationshintergrund aus verschiedenen afrikanischen Ländern, sind jedoch sämtlich in Deutschland geboren oder besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit“, sagte gestern Holger Meier von der Pressestelle der Polizeidirektion Ratzeburg.

Die Kripo ermittelt in sechs Fällen von Diebstahl und fünf sexuellen Belästigungen, die sich zum Teil auch überschneiden. Nur in einem Fall scheint es sich nach bisherigen Ermittlungen um ein schwerwiegendes Delikt zu handeln, während das meiste wohl eher in den Bereich von Beleidigungen fällt.

„Das muss alles noch genau nachermittelt werden“, begründet Holger Meier, warum die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Detailauskünfte über etwaige Tatabläufe mitteilt. Nach den Körperverletzungen aus einer zehnköpfigen Gruppe am Freitag und den Delikten am Sonnabend zwischen 22 Uhr und Mitternacht in der Hamburger Straße hatte die Polizei ihre Präsenz in Ahrensburg deutlich erhöht.

Am Sonntag „verlief das Stadtfest aus polizeilicher Sicht ruhig und ohne besondere Vorkommnisse“, so Meier. So fällt die Gesamtbilanz abseits der beiden Vorfälle ziemlich normal aus. Die Polizei registrierte vier Anzeigen wegen Körperverletzungen, zwei Fahrraddiebstähle, einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Außerdem wurden zwei Teleskopschlagstöcke beschlagnahmt und vier Personen wurden zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen.

Auch in den Vorjahren war es rund um den Discotower in der Hamburger Straße zu unschönen Szenen gekommen. „Wir gucken da genau hin und werden das natürlich mit in die Nachbesprechungen nehmen“, sagt Stephan Schächterle vom Veranstalter EPM. Das „Antanzen“ und „diese ekligen Übergriffe sind ja leider in Mode gekommen. Es ist schade, dass das hier nun auch passiert ist, aber die Sicherheitskräfte konnten schnell eingreifen“, so Schächterle. Das sieht auch Antje Karstens vom Ahrensburger Stadtforum so: „Ich finde diese Übergriffe sehr schlimm, bin aber froh, dass Security und Polizei schnell gehandelt haben und sogar Festnahmen gelungen sind. Dass diese Vorfälle nach Ahrensburg rüberschwappen, hätte ich nicht gedacht.“ Ob der Discotower eine Zukunft beim Stadtfest hat, ist noch nicht klar. „Man kann die jungen Leute nicht ausschließen, weil sich einige danebenbenehmen. Das junge Discopublikum hat auch seine Existenzberechtigung“, findet Antje Karstens.

Schon früh am Freitag- und Sonnabend war die Stimmung an der Disco-Bühne immer aggressiver geworden. Ein überfüllter Platz, hoher Alkoholkonsum, entsprechende Musik und starkes Gedränge führten zu einer großen Unübersichtlichkeit. „Die DJs am Discotower haben wenig dafür getan, die Situation runterzukochen, als es vor der Bühne voller und aggressiver wurde“, sagte Jana Karls, die sich mit ihren Freundinnen sehr schnell unwohl fühlte. „Wenn es immer mehr Gedränge gibt, dieses Antanzen anfängt und die Stimmung aggressiver wird, muss man als DJ eher mal runterkochen. Aber es wurde immer nur gepusht. Da sind wir gegangen“, sagte sie.

Auch viele andere Teenager feierten in den Nebenstraßen weiter. Das war im Bereich Klaus-Groth-Straße und Rathausplatz, aber ebenfalls problematisch für Veranstalter und Ordnungskräfte. „Die holen sich bei Penny noch eine Ladung Getränke und trinken irgendwo in den Seitenstraßen. Wir haben da viel versucht, aber irgendwann fehlt die Handhabe. Es ist nicht mal mehr Veranstaltungsgelände“, so Schächterle.

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erstellt am 13.Jun.2016 | 11:25 Uhr

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