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Stormarner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 23:14 Uhr

Vor der Kub-Eröffnung : Die Oldesloer Bühne ist angekommen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Nach 50 Jahren werden die Akteure im Kultur- und Bildungszentrum eine dauerhafte Bleibe finden. Im Neubau werden die alten Kulissen ausgebaut.

„Bretter, die die Welt bedeuten“– so bezeichnete der britische Autor William Shakespeare einst die Theaterbühne. Für die Akteure der „Oldesloer Bühne“ ist es nun in mehrfacher Hinsicht nicht vermessen, zu sagen, dass die Räume im nagelneuen Kultur- und Bildungszentrum (Kub) so etwas sind wie „Räume, die die Welt bedeuten“. Das liegt nicht allein daran, dass in der neuen großen „Theaterwerkstatt“ zwei Probenbühnen entstehen, sondern auch, weil es nach 50 Jahren Vereinsbestehen endlich die Räumlichkeiten geben soll, in denen die Oldesloer Bühne eine Heimat findet.

„Wir sind immer wieder umgezogen, auf der Suche nach den passenden Gegebenheiten. Wir sind auch jedem dankbar, wo wir unterkommen konnten. Doch leider waren die Räume immer wieder nicht groß genug für alle, oder sie waren feucht und dunkel“, berichtet Heike Gräpel, Vorsitzende der Oldesloer Bühne.

Und so gab es nie eine Gelegenheit, dass alle Gruppen – von den Bühnenzwergen über die Jugendgruppe bis hin zu den plattdeutschen und hochdeutschen Ensembles – in einem Gebäude sein konnten. „Wir sind froh, dass uns das nun mit diesem Bau gelingen kann. Das ist ein ganz neues Gefühl. Es ist aber auch eine Herausforderung, die wir zu bewältigen haben“, so Gräpel.

Vor zehn Jahren war sogar diskutiert worden, der Bühne allein „irgendwo auf der grünen Wiese“ eine dauerhafte Bleibe zu schaffen. Vor acht Jahren kam dann die „Kub-Idee“ im Kulturnetzwerk auf. Mit dem am Wochenende begonnenen Umzug ist das Ziel fast erreicht.

Öffentliche Kritik, die Oldesloer Bühne habe ein so großes Gebäude quasi „geschenkt“ bekommen, hält Heike Gräpel entgegen: „Ich sehe das nicht als Geschenk. Erstens haben wir sehr viel investiert in die Planung und in unser ehrenamtliches Engagement in der Stadt über Jahrzehnte. Zweitens bezahlen wir ja durchaus eine Miete, und wir investieren auch finanziell selbst enorm. Wir haben selbst eine Küche angeschafft und bauen sie ein. Die Büroausstattung stammt komplett von uns, auch die Hochlastregale müssen wir selbst finanzieren. Natürlich führt uns das gesampte Projekt als Verein sogar an die finanziellen Grenzen“, argumentiert die Vorsitzende der Oldesloer Bühne.

Aktuell wird ein Teil der Miete durch einen Gegenfinanzierungsvertrag mit der Stadt subventioniert. „Wir finden es etwas schade, dass wir nicht wissen, wie lange dieses Modell nun laufen wird und was in zwei Jahren ist. Wir müssen hoffen, dass es dann so weitergeht. Das ist enorm wichtig für unsere langfristigen Planungen“, so Gräpel.

Jetzt erstmal solle aber die Vorfreude auf die Eröffnung am 3. September und die neuen Möglichkeiten im Mittelpunkt stehen. „Ich wünsche der Oldesloer Bühne, dass sie in den neuen Räumen nun einen Ort findet, an dem sie ihre Ideen noch besser als in der Vergangenheit umsetzen kann. Dann kann bestimmt auch das vorhandene Potenzial noch besser ausgeschöpft werden“, sagt Bad Oldesloes Kulturmanagerin Inken Kautter.

Jennifer Urbigkeit, Leiterin der Bühnenjugend, erhofft sich für ihren Bereich, dass das neue Kub auch wieder mehr Jugendliche zur Oldesloer Bühnen lockt. Denn in Sachen Nachwuchs klemmt es schon seit Jahren. „Wir können immer Jugendliche gebrauchen. Vor allem Jungs fehlen eigentlich ständig“, sagt Urbigkeit. „Ich denke, dass wir hier jetzt noch sichtbarer sind und vielleicht mehr junge Oldesloer Lust bekommen, mitzumachen. Wer Interesse hat, kann sich immer gerne bei mir melden“, sagt die Leiterin der Jugendgruppe. Die Bühnenzwerge feierten gemeinsam mit ihrer Leiterin Nadine Hamm derweil den Umzug ins Kub am Sonnabend bereits sehr publikumswirksam. Mit vollgepackten Bollerwagen und den extra gedichteten Reim „Bühnenzwerge reiht euch ein, wir wollen in das Kub hinein“ skandierend, ging es ein Mal quer durch die Oldesloer Innenstadt vom alten Kullissenlager in der Olivet-Allee zur neuen Theaterwerkstatt zogen.  

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erstellt am 29.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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