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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 02:57 Uhr

„Die Kirche muss erhalten bleiben“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Förderverein St. Johannes in Ahrensburg erinnert an den Architekten Otto Andersen

„Dieses Gebäude soll als Kirche erhalten bleiben“, sagt Hans-Peter Hansen vom Förderverein St. Johannes und betont dabei das Wort „Kirche“. Beinahe kämpferisch stellen sich die Mitglieder des Fördervereins einem nach wie vor drohenden Ende von Ahrensburgs größter Kirche als Predigtstätte entgegen. Das wurde jetzt während einer Pressekonferenz erneut deutlich.

Dabei ging es am Freitag nicht in erster Linie um die Zukunft der Kirche – auch wenn der Förderverein jede sich bietende Gelegenheit nutzt, für das Gotteshaus zu werben. In diesem Fall geht es um den Architekten der
Johanneskirche Otto Andersen, an dessen 35. Todestag am Sonnabend, 9. Juli, um 19.30 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung gedacht werden soll.

Otto Andersen (1924 bis 1981) entwarf zahlreiche Kirchen und Gemeindezentren um norddeutschen Raum von Flensburg bis Osnabrück. Sein Stil gilt als prägend für die Bautätigkeit der evangelischen Kirche, die Grundsteinlegung für die St. Johanneskirche erfolgte 1960, zwei Jahre später wurde die Kirche geweiht.

51 Jahre später stand die Kirchengemeinde vor den Nichts, im Jahr 2013 wurde die Kirche wegen eines „strukturellen Defizits“ geschlossen (wir berichteten). Erst Ostern 2014 wurde die Kirche nach Abschluss eines Nutzungs- und Finanzierungsvertrages zwischen der Gemeindeleitung und dem inzwischen gegründeten Förderverein wieder geöffnet.

Seitdem gibt es nur noch eingeschränkte Möglichkeiten: Gottesdienste an jedem dritten Sonnabend im Monat, dazwischen versucht die Kirchengemeinde, die Finanzierung der Kirche mit Benefizveranstaltungen und Spenden zu retten.

Die St. Johanneskirche wurde in einem sogenannten Gebäudeprozess unter „C“ als nicht förderungsfähig eingestuft, das angrenzende Gemeindehaus wurde inzwischen verkauft und dient für die Unterbringung von Flüchtlingen.

„Zum Glück ist die Gebäudesubstanz sehr gut“, sagt Hans-Peter Hansen. Rund 30.000 Euro im Jahr müssen aufgebracht werden, der Förderverein mit seinen 250 Mitgliedern übernimmt einen Großteil. Im Stich gelassen fühlt sich die Johannes-Gemeinde auch vom Kirchenkreis Ahrensburg. „Am 27. November soll ein neuer Kirchengemeinderat gewählt werden, als Wahlbüro wurde uns ein Raum in den Gottesbuden zugewiesen, der ist viel zu klein und nur von zwölf bis 18 Uhr geöffnet“, sagt Dr. Klaus Tuch vom Förderverein.

Mit der Ehrung des Architekten Otto Andersen hofft der Förderverein, dass sein Werk in Form der Johanneskirche in Ahrensburg weiterhin bestehen bleiben kann.

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