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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:21 Uhr

Reinfeld : Die Alten machen mobil

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seniorinnen in Reinfeld fordern Zebrastreifen und Kontrollen: Autos parken wild durcheinander.

„Wir sprechen nicht nur für uns beide, sondern für viele Bewohner des Claudiushofes und bestimmt auch für viele weitere Senioren“, sagt Thea Buhr. Sie ist 85 Jahre alt und hat ihr Leben lang in Reinfeld gewohnt, ist sogar hier geboren. „Ich bin eine kochfeste Reinfelderin“, betont sie. Immer hat sie die Kommunalpolitik intensiv verfolgt, sich für viele Themen interessiert. „Mir kann keiner was vormachen“, sagt sie mit Augenzwinkern.

Der rüstigen alten Dame passt es überhaupt nicht, dass „so wenig für uns Alte“ getan wird. Besonders die Verkehrssituation am historischen Rathaus macht ihr Sorgen. „Wenn man vom alten zum neuen Rathaus kommen will, muss man in einer scharfen Kurve die Straße überqueren“, so Buhr. Und das sei besonders für ältere Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß seien, eine Zumutung.

Das findet auch ihre Freundin Ilse Meiske, die zwar erst seit zwei Jahren in der Karpfenstadt lebt, aber auf Fehmarn 18 Jahre lang in der Kommunalpolitik tätig war. „Mich interessiert einfach, was in meiner Stadt passiert“, sagt die 82-Jährige. Sie könne sich nicht vorstellen, dass Tempo 30 an dieser gefährlichen Stelle ausreiche. „Denn die kommen doch mit einem Affenzahn die Paul-von-Schoenaich-Straße herunter und halten sich oft nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung“, betont die. Da müsse unbedingt ein Zebrastreifen hin, fordern beide Damen wie aus einem Munde.

Ein weiterer Dorn im Auge ist den beiden aktiven Seniorinnen die Verkehrssituation bei der Bäckerei Junge in der Innenstadt. „Da kontrolliert keiner, und die Autos parken wild durcheinander“, so Thea Buhr. Da passe oft kein Auto mehr durch, ergänzt Meiske, die selbst noch Auto fährt. Beide vermissen den Zebrastreifen, der an dieser Stelle vor allem für die Kinder auf dem Weg zur Grundschule wichtig sei.

Im Zuge der Neupflasterung und Modernisierung der Innenstadt wurde dieser entfernt und seitdem nicht mehr ersetzt. Bürgermeister Heiko Gerstmann kennt das Dilemma. „Leider kann die Stadt das nicht entscheiden, auch wenn wir es liebend gern würden“, sagt er. Alle Parteien der Karpfenstadt hatten sich im Vorwege für den Zebrastreifen eingesetzt, scheiterten jedoch an der Verkehrsbehörde des Kreises Stormarn. Da in der Paul-von-Schoenaich-Straße Tempo 30 herrscht und nicht genügend Querungszahlen vorliegen, gab es ein – so Gerstmann – klares und endgültiges Nein vom Straßenverkehrsamt. „Da sind uns die Hände gebunden“, bedauert er. Genauso sei es mit dem möglichen Zebrastreifen zwischen altem und neuem Rathaus. Da seien die Querungszahlen noch niedriger. Er habe durchaus Verständnis für die Nöte der Senioren und gebe die Hoffnung auf eine Änderung der Rechtslage nicht auf. Reinfeld habe deutlich unter 10  000 Einwohner, erst dann könne die Stadt selbst entscheiden.

Thea Buhr und Ilse Meiske wollen trotzdem nicht aufgeben und an der nächsten Stadtvertretersitzung teilnehmen, um ihr Anliegen in der Einwohnerfragestunde vorzubringen. „Da muss einfach was passieren“, sagen sie und wollen weiter für einen sicheren Übergang am Rathaus kämpfen.



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erstellt am 26.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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