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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

Ahrensburg : Dicke Luft im Umweltausschuss

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schluss mit Luxus. Der Mietvertrag für das teure Klohäuschen wird fristgerecht gekündigt. Von CDU und Grünen gab es heftige Kritik an den Sitzungsvorlagen.

Heftige Vorwürfe der Politik wegen mangelhafter Vorbereitung der Beschlussvorlagen musste sich jetzt die Ahrensburger Rathaus-Verwaltung gefallen lassen. Während der Sitzung des Umweltausschusses am Mittwochabend drohte der Streit über Qualität und Inhalte der Papiere sogar zu eskalieren. Patzige Antworten aus dem zuständigen Fachbereich und Bemerkungen wie, „dann müssen Sie die Vorlage lesen, Sie können nur viel reden“, veranlassten Ausschussvorsitzende Marleen Möller (SPD) zu mehreren Ordnungsrufen.

Die Vorlagen zum teuren öffentlichen WC am Rathaus (wir berichteten) und zum Gestattungsvertrag mit der Hansewerk Natur GmbH für die Nahwärmeversorgungsgebiete Gartenholz, Bogenstraße und den Ahrensburger Redder fanden wenig Gefallen. „Keine Vorschläge, zu wenig Zahlen“ kritisierten CDU und Grüne und bewerteten die Beschlussvorlagen als „Kopien alter Vorlagen“.
Immerhin gab es dann doch Beschlüsse: Der Mietvertrag für das Luxus-WC soll fristgerecht gekündigt werden (zum 31. Dezember 2016), acht Mitglieder stimmten dafür, eine Gegenstimme. Rund 45  000 Euro jährlich sind für Miete und Wartung des Top-Klosetts, das vor zehn Jahren aufgestellt wurde und fast 500  000 Euro gekostet hat, aufzubringen. Jeder Gang auf das stille Örtchen kostet 0,50 Euro. Macht im Schnitt pro Jahr auf der Einnahmenseite nur 600 Euro. Zu den 430  000 Euro für Miete und Wartung zwischen 2006 und 2016 kommen noch rund 18  000 Euro für Strom, Wasser und Abwasser hinzu. Das Geschäft kann sich einfach nicht rechnen.

Verworfen wurde bei diesem Tagesordnungspunkt zudem der Gedanke, das grüne Häuschen in die Nähe des Bahnhofes zu versetzen. Überraschend war, dass der Vorsitzende des Behindertenbeirats, Gerhard Bartel, ebenfalls für eine Kündigung plädierte, seiner Meinung nach stehe das WC am falschen Standort.

Abgelehnt wurde der Beschlussvorschlag, für die fachtechnische Untersuchung der Nahwärmeinseln Bogenstraße und Gartenholz finanzielle Mittel freizugeben. Lediglich die bereits eingeplanten 10 000 Euro für die Projektsteuerung der Wärme-Versorgung im Gebiet Ahrensburger Redder wurden gebilligt. Die Wärmekunden aus dieser Siedlung hatten sich wiederholt über eine intransparente Preispolitik der Hanse Werk GmbH beschwert.

Der Antrag der Grünen, künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden auf städtischen Grünflächen und Grundstücken zu verzichten, wurde verschoben. Bauhof-Chefin Sieglinde Thieß hatte zuvor die Probleme bei der Bekämpfung vor allem von Knöterich-Stauden geschildert, zugleich aber auch darauf hingewiesen, dass der Bauhof nur an ganz wenigen Stellen und zudem „äußerst sparsam“ dieses Mittel einsetze. Nun sollen zunächst andere Unkrautvernichtermittel eingesetzt und die Ergebnisse analysiert werden – das wird bis zum Frühjahr 2017 dauern.

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