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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:28 Uhr

Barsbüttel : „Der Weg war sehr steinig“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zehn Jahre Rettungswache Stemwarde. ASG Ambulanz Stormarn gGmbH zieht positive Bilanz.

Besonderer Tag für die Rettungswache in Stemwarde. Am 1. September besteht sie zehn Jahre. Am gleichen Tag beginnt die erste Ausbildung zur Notfallsanitäterin.

Der Start war sehr steinig, wie Bernd Peters, Geschäftsführer der ASG Ambulanz Stormarn gGmbH, berichtet. Bereits 1988 wurde die ASG durch die Familie Peters im Kreis Stormarn gegründet, dann jedoch zunächst die Hauptverwaltung in Hamburg-Wandsbek aufgebaut. In den 1990-er Jahren folgte der Genehmigungsantrag im Kreis Stormarn und im Rahmen der Wiedervereinigung der Aufbau und Betrieb des Rettungsdienstes in Leipzig, unter anderem mit einem Rettungshubschrauber.

Während man im Osten jedoch „Nägel mit Köpfen“ machte, zeichnete sich in Schleswig-Holstein ein langes Tauziehen und ein Gang durch die Gerichte ab. Die Urteile, alle zugunsten der ASG, dienen noch heute in ähnlichen Verfahren in der gesamten Republik als Vorlage. „Hätte man im Westen einmal in den Osten geschaut, man hätte sich vieles ersparen können und eine schnellere Lösung gehabt“, sagt Peters.

Im Sommer 2006 kam die lang ersehnte Genehmigung des Kreises Stormarn, und sodann begann der Betrieb mit zunächst zwei Krankenwagen in Stemwarde. Ein doppeltes Novum, waren doch private Unternehmen bis dato in Schleswig-Holstein, außerhalb der Städte, noch unbekannt im Rettungsdienst, und Fahrzeuge mit der Hauptaufgabe „Krankenbeförderung“ standen ebenfalls an den wenigsten Wachen im Land zur Verfügung, man setzte in Schleswig-Holstein generell auf eine Mehrzweckstrategie der Rettungswagen.

Bernd Peters konnte das vorhandene Knowhow des Unternehmens nutzen. Die Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle (IRLS Süd) und der Kreisverwaltung als Aufsichtsbehörde war von nun an konstruktiv und so konnten, nach weiteren Gutachten, bei steigenden Einsatzzahlen in den folgenden Jahren zusätzliche Fahrzeuge in Dienst genommen werden. Im Winter 2008 erfolgte die Stationierung des ersten Rettungswagens für Notfalleinsätze im Gebiet der Gemeinden Barsbüttel, Stapelfeld, Braak und Brunsbek an der Wache Stemwarde. Ebenfalls erfolgte zu diesem Zeitpunkt die Anerkennung durch das Landesamt für soziale Dienste in Kiel als Lehrrettungswache : Rund 15 jungen Menschen wurde seitdem die einjährige praktische Ausbildung zum „Rettungsassistenten“ ermöglicht.

Seit 2014 existiert ein neues Berufsbild: der Notfallsanitäter. Der löst den Rettungsassistenten ab. In drei Jahren werden die neuen Fachkräfte deutlich umfangreicher als bisher auf die gestiegenen Anforderungen im Rettungswesen vorbereitet. Den Anfang im Kreis Stormarn macht, trotz bisher fehlender Kostenübernahme durch die Krankenkassen, die ASG und finanziert die rund 100  000 Euro teure Ausbildung vor. Bernd Peters: „Eine gute Ausbildung der Nachwuchskräfte sorgt auch weiterhin für eine hohe Qualität im Rettungswesen.“ Vivien Fährmann (22), die erste Auszubildende für den neuen Beruf, kommt direkt aus der Nachbarschaft und ist seit ihrer Jugend in der Feuerwehr Barsbüttel aktiv. Dort fand sie den Kontakt zur ASG.

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