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Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:15 Uhr

Bargteheide : Der Kandidat der CDU

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sven Noetzel aus Bergedorf möchte Bargteheides Bürgermeister werden – auf dem Ticket der Christdemokraten. Der SPD-Bewerber sagte kurzfristig ab.

Erfahrungen aus der freien Wirtschaft wie auch aus der Verwaltung hat der Bürgermeisterkandidat der Bargteheider CDU. Sven Noetzel leitet bisher das Amt für Stadtentwicklung und Umwelt in Reinbek und ist dort Werkleiter des Stadtbetriebs. Im Ratssaal stellte er sich jetzt vor. „Ich war nicht unbedingt auf der Suche nach einem Bürgermeisterjob“, bekennt er, „aber wenn eine Stadt wie Bargteheide anfragt, ist das was anderes.“

Angefragt hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Claus Christian Claussen im Auftrag der Findungskommission seiner Partei. „Es gab zehn Vorschläge, drei davon sind in die engere Wahl gekommen“, sagt er. Montag stellte sich Noetzel der Fraktion und dem Ortsverein vor. Danach gab es eine klare Entscheidung. „88,5 Prozent votierten für ihn“, so der Vorsitzende Stefan Dehns.

„Es war eine sehr angenehme Diskussion“, bilanziert Noetzel, „viele haben mich zum ersten Mal gesehen. Der 43-jährige Diplom-Bauingenieur und Umwelttechniker ist verheiratet und hat drei Söhne im Alter zwischen sechs Monaten und acht Jahren. Er wohnt in Bergedorf und möchte seinen Wohnsitz dort auch im Fall eines Wahlerfolgs behalten. „Mein zweiter Sohn wurde dort gerade eingeschult und meine Frau ist in Hamburg berufstätig.“

„Wir haben den Eindruck, dass er von Persönlichkeit und Ausstrahlung her ein guter Kandidat ist“, sagt Claussen, „Noetzel ist für Führungsaufgaben prädestiniert.“ Er sei in der Lage, in die Fußstapfen seines Amtsvorgängers zu treten und neue Akzente zu setzen. „Die Anforderungen sind hoch“, gibt Noetzel zu, „neben dem Risiko sehe ich aber auch die Chancen, die erfolgreiche Arbeit fortzuführen und Bargteheide zu gestalten.“

Andere Kommunen schauten ein wenig neidisch auf Bargteheide, weil die Stadt aus eigener Kraft schuldenfrei wurde, sagt er. Das bürgerliche Engagement sei hier groß, das politische Klima attraktiv. Denn vieles werde hier im Konsens entschieden. „Die Bürgerbeteiligung ist mir persönlich sehr wichtig“, sagt Noetzel, „ich möchte die Entscheidungsprozesse transparent gestalten und die Bürger dabei mitnehmen.“ Mehr plebiszitäre Elemente seien auch eine Lehre aus Auseinandersetzungen um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21.

Seit fünf Jahren ist Noetzel Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bezirksparlament Hamburg-Bergedorf. Der Partei gehört er seit seinem 18. Lebensjahr an. Noetzel arbeitete zunächst etwa zehn Jahre in zwei Planungsbüros für Siedlungs-Wasserwirtschaft. Zwei Jahre leitete er das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt in Hamburg-Alstertal, bevor er 2011 in die Reinbeker Verwaltung wechselte. Sein Hobby ist Rollkunstlauf und Rolltanzen – „allerdings nur noch an einem halben Dutzend Wochenenden im Jahr als Wertungsrichter“. Seine Frau sei von seiner Entscheidung überrascht worden. „Sie unterstützt mich aber dabei.“

Auf einen gemeinsamen Kandidaten mit der SPD konnte sich die CDU nicht verständigen. „Wir hatten einen gemeinsamen Fahrplan verabredet, aber das kam von Seiten der SPD nicht zum Tragen“, sagt Claussen. Dennoch sucht der Kandidat jetzt den Kontakt zu den anderen Parteien und Fraktionen.

Die Bewerbungsfrist endet am 9. Mai, die Wahl ist für den 26. Juni angesetzt. Bei einem Erfolg könnte Noetzel relativ schnell das Amt übernehmen. „Für Beamte gibt es keine Kündigungsfristen“, so Dehns. Er würde es begrüßen, wenn andere Parteien wie bei der letzten Wahl die Kandidatur unterstützten: „Das würde Wahlkampf und Zusammenarbeit vereinfachen.“ Andererseits wären Diskussionen mit nur einem Kandidaten weniger interessant, findet Claussen.

Die SPD hat sich noch nicht entschieden. „Ein Kandidat hat kurzfristig abgesagt, ein anderer ist bei der Mitgliederversammlung durchgefallen“, so Vorsitzender Hans-Werner Müller. Ob sich so kurzfristig noch einer finde, sei jetzt fraglich.



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