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Stormarner Tageblatt

30. März 2017 | 08:57 Uhr

Ahrensburg : Der Blaue Elefant wird 20

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

50 Gäste aus ganz Deutschland feierten das Jubiläum und berieten sich über zukünftige Entwicklungen.

Zwei Jahrzehnte Kinderschutz im Zeichen des blauen Rüsseltiers: Zur Jubiläumskonferenz am Dienstag und gestern kamen Vertreter der Kinderhäuser Blauer Elefant und des Deutschen Kinderschutzbunds (DKSB) aus ganz Deutschland in Ahrensburg und Bargteheide zusammen. 35 Kinderhäuser haben bundesweit in den vergangenen 20 Jahren das Gütesiegel erhalten und stellen sich alle drei Jahre einer erneuten Überprüfung. Der Blaue Elefant Bargteheide war das erste Haus, das das Gütesiegel 1997 erhielt. Begrüßt wurden die Gäste Dienstag von der Kreisvorsitzenden des DKSB, Birgitt Zabel, Kreispräsident und Schirmherr des DKSB in Stormarn, Hans-Werner Harmuth, Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach und DKSB-Vizepräsident Christian Zainhofer.

Birgitt Zabel warf einen Rückblick auf die Historie des Gütesiegels. Man habe mit dem Blauen Elefanten stets ein Doppelmandat verfolgt. Die Kernaufgabe sei es gewesen, Kinder vor Gewalt zu schützen. Gleichzeitig sollten aber auch Anstrengungen unternommen werden, um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. „Dabei war der Blaue Elefant ein Glücksfall, ein Riesenerfolg. Wir sind 35 Tiere in einer schlagkräftigen Herde“, schwärmte Birgitt Zabel. Es gebe aber weiterhin viel zu tun: „Vielleicht ist die Welt in den letzten 20 Jahren ein besserer Ort geworden. Aber nicht für alle Familien und Kinder.“

Hans-Werner Harmuth sah ebenfalls weiteren Handlungsbedarf: „Es ist wichtig, dass etwas für Kinder getan wird.“ Für diesen Zweck seien die Kinderhäuser des Blauen Elefanten tolle Einrichtungen. Außerdem gratulierte er für den langjährigen erfolgreichen Kinderschutz.

Auch Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach sprach seine Glückwünsche aus. Gleichzeitig machte er auf aktuelle Probleme in der Stadt aufmerksam. Ahrensburg habe in den vergangenen neun Jahren rund 10 Millionen Euro in die Kinderbetreuung investiert und damit 1000 neue Betreuungsplätze geschaffen. Trotzdem stehe man vor riesigen Herausforderungen. „80 bis 100 Kinder können nicht versorgt werden“, bedauerte Sarach. Obwohl Ahrensburg zu einer der zehn reichsten Gemeinden Deutschlands in puncto privater Wohlstand gehöre, gebe es immer noch Kinder, die in Armut aufwachsen müssen. Es seien aber auch Erfolge zu verzeichnen. So könne man in diesem Jahr die „Ferientrubelangebote“ für nahezu alle Kinder kostenlos zu Verfügung stellen.

Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB in Stormarn, erklärte die historische Bedeutung des Elefanten: Er sei damals aus dem Versuch entstanden, unbürokratische Hilfseinrichtungen für Familien und Kinder in Not zu entwickeln. Zu diesem Zweck wollte man eine Marke entwerfen. Auf den Elefanten kam man, weil er ein Symphatieträger ist, der als starkes und verantwortungsvolles Familientier gilt. Zusammen mit blau für die Farbe des Kinderschutzbundes war die Marke geboren. Das Motto für dieses Konzept lautet heute: „Alle Hilfe aus einer Hand und unter einem Dach.“

Abgerundet wurde das Programm durch eine Podiumsdiskussion. Themen waren unter anderem aktuelle Herausforderungen und die Weiterentwicklung des Siegels. Claudia Haar, Ortsvertretung Schwelm, erzählte von der Entwicklung ihres Kinderhauses nach dem Erhalt des Gütesiegels vor drei Jahren: Es sei ein Türöffner gewesen, mit dem das Haus anders wahrgenommen wurde. Innerhalb kurzer Zeit verzeichnete man deutlichen Zuwachs an Anfragen. „Die Arbeit für das Erreichen des Siegels hat sich gelohnt“, resümierte sie.

Abschließend äußerten die Teilnehmer ihre Wünsche für die Zukunft des Qualitätssiegels. Kristin Drechsler von der Ortsvertretung Leipzig hoffte auf eine Ausweitung des Netzwerks und ein Format zum besseren Austausch der Mitglieder, während Ingo Loeding sich mehr Teilnehmer für das Projekt wünschte: „100 Elefanten braucht das Land!“

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