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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:16 Uhr

Bad Oldesloe : Demo für Radhaus auf dem Bahnsteig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Neue Chance für eine automatische Abstellanlage auf dem Bahnhof dank höherer Fördermöglichkeiten.

Kommt das Radhaus am Bahnhof nun doch noch? Eigentlich sah alles nach einer Streichung der Gelder für die geplante vollautomatische Fahrradstellanlange auf dem Bahnhofsgelände aus. Vor der ersten Stadtverordnetenversammlung im Kultur- und Bildungszentrum demonstrierten rund 40 Radfahrer aus der Kreisstadt für die Anlage. Wirklicher Auslöser für ein erneutes Aufflammen der Diskussion im Zuge der Beratungen über den Nachtragshaushalt dürften aber neue Erkenntnisse über mögliche Fördermittel gewesen sein. Die Politiker von CDU und FBO wurden mit wütendem Klingeln und Rufen begrüßt. „Ehrlich gesagt, sollen die das machen, ist ja ihr Recht. Aber das ändert nichts an der Diskussion“, sagte Horst Möller (CDU) beim Betreten des Kub.

SPD- und Grünen-Politiker reihten sich zum Teil bei den Demonstranten mit ein. Verzögerungen auf Seiten der Bahn hatten dazu geführt, dass das schon lange geplante Radhaus noch nicht gebaut werden. Inzwischen soll fast 200  000 Euro teurer werden. Ein guter Anlass für FBO und CDU erneut darauf hinzuweisen, dass das Radhaus viel zu teurer Luxus sei. „Über 600 000 Euro für 120 Fahrradstellplätze? Wie soll man das dem Steuerzahler erklären? Bad Oldesloe ist quasi pleite. Das hat das Innenministerium gerade wieder betont. Und die Planungen sind noch gar nicht abgeschlossen. Was ist, wenn der Rad-Fahrstuhl kaputt ist, dann muss da doch jemand vor Ort sein, der das repariert, oder? Auch das wird wieder kosten“, warnte Matthias Rohde (FBO). Maria Herrmann (SPD) konterte „Das sind doch jetzt hier Nebelkerzen, die gezündet werden. Wir sind auch nicht erfreut über die Erhöhung der Kosten. Da muss wohl jeder schlucken. Aber wir stehen weiter hinter der Entscheidung, dass Bad Oldesloe ein Radhaus benötigt.“ Wilfried Janson (Grüne) sieht sogar einen größeren Imageschaden für die Stadt, wenn das Projekt nicht umgesetzt wird. „Wir sind doch schon bekannt als die Stadt, die Dinge nicht zuende bringt“, so Janson.

Reiner Hinsch, Vorsitzender des Allgemein deutschen Fahrradclubs (ADFC), hatte in der Bürgerfragestunde moniert, dass falsche Zahlen zu den Fördergeldern im Umlauf seien. Dadurch seien die politischen Gremien fehlerhaft informiert. Mittlerweile sei es möglich, eine Förderung von bis zu 75 Prozent gewährt zu bekommen. „Es stimmt. Aber diese Zahlen liegen uns tatsächlich erst seit Kurzem vor“, bestätigte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU). „Wir von der CDU sind gegen dieses Radhaus gewesen. Aber wir wollen uns der Diskussion mit neuen Zahlen nicht versperren. Herr Janson weiß aber selbst, dass die Grünen auch schon Projekte in diesem Stadium noch eingestampft haben, weil die Mehrheiten nach einer Wahl anders waren. “, so Horst Möller.

Das Thema wird im Bau- und Planungsausschuss wie geplant erneut auf die Tagesordnung gehoben. Der Wunsch der Demonstranten, nach der Stadtverordnetenversammlung ein klares Votum für den zu haben, blieb damit unerfüllt.  

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erstellt am 28.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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