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Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Ammersbek : „Das passt nicht zu Rehagen“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Anwohner aus dem Ortsteil wehren sich gegen eine Planänderung, die „großvolumige“ Häuser zulässt.

„Wir wollen keinen Krawall oder Stress machen, sondern eine vernünftige Lösung“, sagen Helmut Laudan und Karl-Heinz Dörling. Beide wohnen seit Jahrzehnten im Ammersbeker Ortsteil Rehagen, der zwar von der L 225 durchzogen wird, die bis vor kurzem noch eine Bundesstraße war. Ansonsten stellen sich Rehagen und Schäferdresch aber vor allem als idyllisch, grün und ruhig dar.

Das soll nach den Willen der Anwohner aus Schwarzer und Heideweg sowie Langen Oth auch so bleiben. Sie sehen den Frieden durch die geplante Änderung des
B-Plans A17 bedroht. Auf einem 10  000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber den Timmerhorner Teichen an der L  225 sollen zehn Doppel- und vier Einzelhäuser gebaut werden. „Damit wären 28 Wohneinheiten möglich“, sagt Schultz.

Das sind nicht nur mehr als doppelt so viele wie nach dem noch gültigen B-Plan aus dem Jahr 2000, mit dem die Anwohner gut leben könnten. Die Häuser sollen jetzt mit 9,50 Meter auch höher werden und könnten dreigeschossig sein, da es keine Vorgaben mehr zu den Haustypen gebe. Großvolumige Gebäude würden nicht zum Siedlungscharakter der umliegenden Bebauung passen, betonen die Anwohner, die in ihren Straßen 170 Unterschriften gegen den
B-Plan gesammelt haben.

Die, die im Langen Oth wohnen, fürchten vor allem eine Verschattung, da die Neubauten direkt vor ihren südlichen Gärten entstehen würden. Diejenigen, die im Schwarzer oder im Heideweg wohnen, wehren sich vor allem gegen zusätzlichen Verkehr, da der westliche Teil des Neubaugebiets über diese kleinen Wohnstraßen angebunden werden soll. „Weil der Investor ein Grundstück mehr verkaufen möchte“, sagt Gesine Schultz. Ansonsten könnte die Erschließungsstraße durchgeführt werden, die laut Plan in einem Wendehammer endet.

Und alle Anwohner sorgen sich um die Entwässerung. Die Strusbek fließt von Ahrensburg über Delingsdorf in die Timmerhorner Teiche und durch das B-Plan-Gebiet in den Hansdorfer Brook. Das Rinnsaal kann bei starkem Regen zu einem Fluss anschwellen. „2011 und 2013 drohten die Deiche der Timmerhorner Teiche zu brechen, weil die Strusbek nichts mehr aufnehmen konnte“, sagt Karl-Heinz Dörling, „wir haben Angst, dass wir absaufen.“

Die Entwässerung wird bei B-Plänen grundsätzlich durch den Kreis als Untere Wasserbehörde geprüft. „Es gibt Bereiche, wo nichts mehr geht. Da legen wir natürlich ein Veto ein“, sagt der stellv. Fachbereichsleiter Volker Terppé. Ob das in Rehagen der Fall ist, werde fachlich geprüft. Die Hochwasser-Ereignisse, die die Anwohner ansprachen, müssten aber nicht unbedingt etwas mit der Siedlungs-Entwässerung zu tun haben.

Auf ein Verfahren, bei dem auch die Einwände der Anwohner Berücksichtigung finden, setzt auch Bürgermeister Horst Ansén (SPD). Die Initiative hatte sich nicht nur an ihn, sondern an alle Parteien gewandt. „Nach den Protesten glaube ich aber nicht, dass der Aufstellungsbeschluss schon in der nächsten Gemeindevertretung gefasst wird“, so Ansén.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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