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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 07:19 Uhr

Bad Oldesloe : Das Motto: Integration durch Ausbildung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Qualifizierung von Flüchtlingen mit 800 000 Euro für Stormarn, acht Millionen landesweit für BüfaaSH.

Einen Förderbescheid über 400  000 Euro für die Qualifizierung von Flüchtlingen brachte Arbeitsminister Reinhard Meyer mit ins Jugendaufbauwerk (JAW) Bad Oldesloe. Es sind Landesmittel aus dem Programm „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung“, amtsdeutsch Büfaa  SH abgekürzt. Die gleiche Summe kommt noch mal von der Arbeitsagentur Bad Oldesloe und dem Jobcenter Stormarn, nicht als Zuschuss, sondern in in Form von Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheinen.

Das Geld erhalten das JAW, der Ausbildungsverbund und die Wirtschaftsakademie. 160 Flüchtlinge können damit in zwei sechsmonatigen Modulen auf Ausbildung und Arbeit vorbereitet werden. Für landesweit 1600 Plätze in in allen Regionen stehen analog je vier Millionen Euro von Land und Agentur zur Verfügung – nicht zu Lasten andere Leistungen, wie Meyer und Margit Haupt-Koopmann betonten, Chefin der Regionaldirektion Nord.

Von den 1600 Plätzen sind zurzeit nur rund 600 besetzt. In Stormarn ist die Quote mit rund 90 besser, davon je 25 in Bad Oldesloe und Ahrensburg sowie 40 in Reinbek. „Wenn die Deutschkenntnisse zu schlecht sind, müssen sie erst einen Integrationskurs absolvieren“, sagt Marcus Krause, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, die Träger des JAW ist. Zwölf wechselten in die Integrationskurse, acht allerdings auch in Arbeit oder Ausbildung.

Bis Monatsende können noch Teilnehmer aufgenommen werden. Füpr anerkannte Asylbewerber ist das Jobcenter zuständig, für alle anderen die Agentur. Dort muss sich allerdings niemand melden. Deshalb appelliert der operative Geschäftsführer Klaus Faust an Amts und Stadtverwaltungen, geeignete Bewerber zur Agentur zu schicken.

Das Büfaa-Programm wurde von Ministerium und Agentur konzipiert. „Wir haben Pionierarbeit geleistet“, sagt Haupt-Koopmann. Man habe erkennen wollen, welche Kompetenzen und Fähigkeiten die Menschen mitbringen. Zudem gehört Sprachförderung dazu, und die Unternehmen wollen 1200 Plätze zur Verfügung stellen.

Die Einstiegsqualifizierung ist für WAK-Geschäftsführer Matthias Dütschke das entscheidende Instrument. „Am Anfang hatte man Illusionen über die Leute, die uns kommen. Heute wissen wir, dass der typische Flüchtlung jung, männlich und ohne Ausbildung ist“, so Meyer. 70 Prozent der Büfaa-Teilnehmer sind unter 35, jeder zweite ist Syrer. Die zweitgrößte Gruppe stellen mit 17 Prozent Iraker.

Wer aus diesen Ländern oder Eritrea, Iran oder Somalia kommt, hat eine gute Bleibeperspektive. Bei Afghanen liegt die Anerkennungsquote knapp unter 50 Prozent. „Wir müssen auch diesen Menschen eine Perspektive bieten“, sagt Meyer. Deshalb hat er keine Sorgen, dass die Mittel verbraucht werden, auch wenn nur ein Teil der Büfaa-Plätze belegt wird. Man werde beim nächsten Intergrationsgipfel über weitere Maßnahmen sprechen, so Meyer. Bereits in der Pipeline ist ein Gesetz, mit dem Asylbewerber für sinnvolle, gemeinnützige Arbeiten eingesetzt werden können. 3000 Plätze sind dafür in Schleswig-Holstein vorgesehen.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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