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Stormarner Tageblatt

24. Juli 2016 | 04:53 Uhr

Stormarner Wochenschau : Das macht mit Nichten keinen Sinn . . .

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Pro und contra Verkaufsflächen in der Stadt, Begründungen für längst bekannte Fakten und die Tücken des Doppel-S.

Vermehrung

Aldi im Gewerbegebiet wird größer. Lidl hat schon aufgestockt. Demnächst drängen noch Marktkauf und Rewe auf den Oldesloer Markt. Dafür streicht Sky an der Ratzeburger Straße die Segel. Schade, dass sich parallel zum Wachstum der Verkaufsfläche nicht auch das Geld in der Börse der Verbraucher vermehrt. Wenn also die Kaufkraft gleich bleibt, aber die Fläche zunimmt, wird der Umsatz pro Quadratmeter sinken. Wer damit nicht klar kommt, wird wohl schließen müssen. Verdrängungswettbewerb nennt sich das.

Politik und Verwaltung haben das erkannt und wollen neuen Verkaufsflächen in der Stadt den Riegel vor schieben. Bei Aldi ließ sich das nicht verhindern, bei den Trave Arkaden war es dann doch nicht gewollt, denn die sollen ja der Fußgängerzone neues Leben einhauchen. Schau’mer mal, welche Rechnung aufgeht und bei wem am Ende der Euro in der Kasse klingelt.

Kontrolle

Ist das nicht schön, dass sich korrekte Staatsbeamte um die korrekte Mittelverwendung kümmern. 4,4 Millionen Euro soll, Ahrensburg für die Sanierung des Rathauses erhalten. Da reicht es natürlich nicht, dass die Verwaltung seit mehr als 45 Jahren in dem Gebäude zu Hause ist und mit dem Denkmalschutz alle Neubauideen erledigt waren.

In Kiel will man das gefälligst schriftlich begründet haben. Und ohne Nutzungskonzept für jedes Büro wird nichts ausgezahlt. Wie konnte es nur jemals vorkommen, dass eine Bundeswehrdrohne nicht fliegt?

Mitnichten

„Zum Landrat des Kreises Stormarn für die im April 2016 beginnende Amtsperiode wird Herr Dr. Henning Görtz gewählt“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Forum  21 für die Kreistagssitzung am nächsten Freitag. Kurz und knapp ist alles Wichtige in einem Satz gesagt. Wenn da nur nicht drüber stände „Der Kreistag möge beschliessen.“ Die vor Jahren reformierte Rechtschreibung beharrt trotz Nachbesserungen noch immer auf einigen unsinnigen Regeln und Schreibweisen. Auch wenn man das ß auch ganz hätte abschaffen können, die Regel, wann weiterhin ein ß und und kein ss geschrieben wird, ist aber eindeutig.

Die Rechtschreibung sollte einfacher werden, behaupteten die Reformer. Die Erfahrung lehrt leider das Gegenteil. Sogar Leute, die die alten Regeln einigermaßen sicher beherrschten, scheitern bis heute an so simplen Dingen wie dem ß und schreiben statt Schlossstraße Schloßstrasse. Auch wenn es früher Schloßstraße hieß, heißt es heute nicht Schlossstrasse.

Otto Normalbürger muss sich übrigens mit Nichten an die Regeln halten, Behörden aber schon.

Wirkung

Die mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in Kronshorst war Anlass für die Gründung eines Heimatvereins. Dass „Kronshorst aktiv“ deshalb im Umkehrschluss nur eine Verhinderungsvereinigung ist, greift aber zu kurz. Sicher muss sich der Verein seiner Vorgeschichte und der Kritik stellen. Aber wenn ein Dorf-Kulturverein in der Lage sein soll, 30 Jahre Integrationsarbeit zwischen drei Ortsteilen in Frage zu stellen, stellte sich die Frage, ob Integration überhaupt möglich ist.

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erstellt am 24.Jan.2016 | 10:00 Uhr

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