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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:11 Uhr

Stormarner Wochenschau : Das ist doch alles nicht wahr

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Schlüssel zum Erfolg ist ... ehrenamtliches Engagement? Oder doch eher eine gute Einarbeitung? Vielleicht ja auch ein gutes Archiv.

Hilflos

Ganz toll! Der Kreis Stormarn ist mal wieder spitze. Kein anderer Kreis hat so viele Akten und Fotos digitalisiert im Archiv zum sofortigen Zugriff bereit liegen. 400  000 Euro sind dafür in den vergangenen drei Jahren ausgegeben worden. Stormarn hat’s ja. Das ist ja sehr schön, wenn ein Kreis sich sowas leisten kann. Zumal es ordentlich Zuschüsse gab.

Gegen ein digitales Top-Archiv auf höchstem Niveau gäbe es ja auch nichts zu meckern, wenn nicht im gleichen Maße immer wieder Klagen laut würden, dass der Kreis Sozialfälle am langen Arm verhungern lässt. Der ach so reiche Kreis Stormarn sichert seine pekuniäre Potenz auf Kosten der Kranken und Bedürftigen. Beförderungsmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer – gestrichen. Angemessene Mieten im teuren Hamburger Speckgürtel – nö. Schulbegleitung für behinderte Kinder – dann klagt doch. Die Liste der Schande ließe sich bestimmt noch um etliche Punkte verlängern. Das ist bitter und stinkt zum Himmel.

Dabei muss eines deutlich gesagt werden: Es kann durchaus sein, dass der Kreis mit seiner Rechtsauffassung, beispielsweise bei der Schulbegleitung, recht hat. Aber die Auseinandersetzung mit dem Land darf doch nicht auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden. So setzt sich der Kreis nämlich wieder dem Verdacht aus, sich auf Kosten der Benachteiligten gesund stoßen zu wollen. Frei nach dem Motto: Versuchen kann man es ja mal, vielleicht kommen wir damit durch. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich dazu Gedanken gemacht.

Schön blöd

Ehrenamt ist ja soooo wichtig. Und es ist ja sooo toll, dass sich soooo viele engagieren. Und wenn dieses Ehrenamt sogar so gut ist, dass selbst die Stadt es in Anspruch nimmt ... super! Aber kosten darf es nichts. Seht mal schön zu, wie ihr alleine klar kommt. So ergeht es dem Oldesloer „Kaktus“. Ein Jahr wird er jetzt alt und hat sich trotz diverser Umzüge einen Namen erarbeitet. Auch die Stadt schickt dort gerne Flüchtlinge hin. Aber wenn es ums Geld geht, hört der Spaß auf. 4600 Euro Defizitausgleich (Differenz zwischen Mitgliedsbeiträgen sowie Spenden und den Miet- und Nebenkosten) hat der Verein beantragt. Und was schreibt die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage? „Der Kostenaufwand für die Stadt Bad Oldesloe aufgrund der Flüchtlingssituation ist bereits erheblich. Die Verwaltung empfiehlt daher, eine weitere institutionelle Einrichtung in der Flüchtlingsarbeit im Hinblick auf die Übernahme von Miet- und Nebenkosten nicht finanziell zu fördern.“ Eine Reihe der Angebote der Ehrenamtler seien nämlich bereits „hinreichend abgedeckt“. Der Sichtweise folgten CDU und FBO im Sozialausschuss nur allzu willig. Ein deftiger Tritt in den Allerwertesten all derjenigen, die sich im Kaktus engagieren. Im Klartext heißt das: Ihr seid nicht nur so doof und macht Arbeit, für die wir andere längst bezahlen, sondern dürft für die Kosten auch noch selber aufkommen. Gnädig wie die Verwaltung ist, weist sie darauf hin, dass „überschaubare Beträge“ beispielsweise für ein paar Fotokopien erstattet werden.

Nicht von Pappe

Oldesloes Noch-Bürgermeister Tassilo von Bary überreichte seinem Nachfolger Jörg Lembke bei dessen Vereidigung einen wuchtigen Metallschlüssel. Und betonte, er habe seinerzeit ja nur einen aus Pappe bekommen. Wichtiger als irgendwelches Symbolgedöns ist allerdings eine vernünftige Amtsübergabe.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 01.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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