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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 11:02 Uhr

Das Gewissen in Sachen Senioren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Ahrensburger Seniorenbeirat besteht seit 20 Jahren und ist eine treibende Kraft in der Schlossstadt

Der damalige Innenminister des Landes, Hans Peter Bull, war es, der die Einrichtung von Seniorenbeiräten per Runderlass anordnete. Das war 1994, und in Ahrensburg gab es noch einen Magistrat. Zwei Jahre später unterzeichnete der damalige Bürgermeister Klaus Boenert die Satzung über die Bildung eines Seniorenbeirates. Am Mittwoch durfte der 20. Geburtstag gefeiert werden. Neben vielen anderen Gästen mit dabei: Klaus Boenert.

„Wir sehen uns als die Lobby der Senioren, wir sind das Gewissen in Sachen Senioren“, sagte der Vorsitzende des Beirates, Christof Schneider, während der Feierstunde in der alten Reithalle und erinnerte an die Themen der ersten Sitzung: Sicherheit im Fußgängertunnel, Parkmöglichkeiten auf dem Rathausplatz und Transportmöglichkeiten für Koffer und Rollstühle auf dem S-Bahnhof.

Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach würdigten die Tätigkeit und auch den Einfluss des Seniorenbeirats, „sie sind bei allen Sitzungen der städtischen Gremien dabei, und manchmal bekommen wir auch Schelte“, so Sarach, „aber entscheidend sind die Anregungen. Das Zusammenwirken aller Beiräte ist es, was diese Stadt ausmacht.“ Eine Stadt, so Roland Wilde, brauche auch meinungsbildende Elemente, „in einer Stadt, in der ein Drittel der Bürger zu den Senioren gehört, gewinnt ein Seniorenbeirat immer mehr an Bedeutung.“ Vertreter des Beirates sind im Netzwerk „Älter werden“, in der Aktionsgruppe „Wir sind Bürger“ der Stormarner Werkstätten, im Landes-Seniorenbeirat, im Projekt „engagierte Stadt“ sowie der Projektgruppe „Innenstadtkonzept“ beteiligt.

„Damals wie heute steht das Thema barrierefreie Stadt ganz oben“, wertete es Christof Schneider als Erfolg, dass der Fußgängeraufzug für den Tunnel Manhagener Allee nun rund um die Uhr in Betrieb ist. „Auch das Thema sozialer und barrierefreier Wohnungsbau wird mit dem Bauprojekt Kastanienallee weiter vorangebracht, ein verbesserter öffentlicher Nahverkehr mit Begleitpersonal und einem Training beim Besteigen von Bussen mit Rollstühlen, Rollatoren – und auch Kinderwagen – verbessert die Mobilität“, erinnerte Schneider auch an die beharrliche Forderung und Unterstützung für den Neubau des Peter-Rantzau-Hauses und an die erste Seniorenmesse in Ahrensburg im Frühjahr 2016.

Der barrierefreie Umbau des Rathauses und ein barrierefreies Umfeld des Regionalbahnhofes zählen ebenso zu den Zukunftsprojekten, wie – und da eilte Schneider etwas voraus – der Schaffung von barrierefreien öffentlichen Toiletten in der Innenstadt, die rund um die Uhr benutzbar sind. Denn: Das (teure) grüne Häuschen vor dem Rathaus wird aller Voraussicht zum Jahresende abgebaut. Die Betreiberfirma hat bis jetzt nicht auf die Kündigung der Stadt reagiert und einen besseren Mietvertrag angeboten.


>Der Seniorenbeirat in Ahrensburg besteht aus 15 Mitgliedern, landesweit gibt es 120 Seniorenbeiräte. Engagieren können sich alle Bürger, Voraussetzung: Mindestens 60 Jahre alt müssen sie sein.





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