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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:14 Uhr

Bad Oldesloe : Das Abwasser wird billiger

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadtwerke wollen die Gebühr um vier Prozent ab dem kommenden Jahr senken. Feuchttücher sind ein Problem für die Kläranlage.

Das ist doch mal eine gute Nachricht für die Oldesloer: Die Abwassergebühr für das kommende Jahr kann um rund vier Prozent gesenkt werden. Der Preis pro Kubikmeter soll von 2,01 Euro auf 1,93 gesenkt werden. Das ist im dritten Jahr in Folge eine Gebührensenkung. 2014 wurden für den Kubikmeter noch 2,31 Euro berechnet.

„Die Gebührensenkung resultiert maßgeblich aus dem Abbau der in Vorjahren aus Überdeckung gebildeten Gebührenausgleichsrückstellung“, wird die Senkung in der Sitzungsvorlage für die nächste Hauptausschusssitzung am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr im Sitzungszimmer des Verwaltungsgebäudes begründet. „Die Kosten waren niedriger als erwartet“, formuliert es Stadtwerkechef Jürgen Fahl etwas verständlicher. Da die Abwasserentsorgung eine hoheitliche Aufgabe ist, darf damit kein Gewinn gemacht werden. Drei Jahre gewährt der Gesetzgeber, um die Gebühren abzurechnen und gegebenenfalls nach oben oder unten anzupassen.

Um keine zu großen Sprünge zu haben, werden die Überdeckungen der Vorjahre jeweils anteilig bei der Berechnung berücksichtigt. Für das kommende Jahr ergibt das ein „Guthaben“ von 25 Cent pro Kubikmeter Wasser. Da die kalkulierten Kosten unter dem Strich mit 2,18 Euro gleich geblieben sind, ergibt sich daraus der neue Abwasserpreis von 1,93 Euro.

Die Abfuhr von Klärschlamm wird ebenfalls etwa günstiger. Der Preis sinkt von 36,71 um 1,42 Euro auf 35,29 Euro pro Kubikmeter im kommenden Jahr. Besitzer von abflusslosen Sammelgruben sollen im kommenden Jahr 90 Cent weniger zahlen – der Kubikmeterpreis sinkt auf 23,64 Euro. Die „Regensteuer“ bleibt allerdings mit 44 Cent je Quadratmeter konstant.

Der Wasserverbrauch der Oldesloer sinkt. „Wasser zu sparen, führt grundsätzlich zu geringeren Kosten“, erklärt Jürgen Fahl. Allerdings lässt sich diese Schraube nicht kontinuierlich weiter anziehen. Etwa die Hälfte der Kosten sind Fixkosten, die sich beispielsweise aus Kapitaldiensten und Gehältern zusammensetzen. Dieser Kostenblock ist unabhängig vom Verbrauch.

Die sogenannte „Schmutzfracht“, also der Haufen in der Kloschüssel oder der Dreck in der Wäsche, ist ebenfalls konstant, auch wenn bei der Spülung die Spartaste betätigt wird oder Geräte mit immer weniger Wasser auskommen. Entsprechend bleibt auch der Aufwand, um den Schmutz aus dem Wasser zu bekommen, gleich. Hinzu kommt, der Schmutz im Abwasser braucht eine Mindestmenge an Wasser, um wegtransportiert werden zu können. Ist die nicht gegeben, sind technische Probleme die Folge. Davon sind die Oldesloer Stadtwerke bislang noch verschont geblieben. Gleichwohl warnt Fahl: „Wenn das Spielchen so weiter gehen sollte, kommen wir da hin. Wassersparen ergibt dann nur noch bedingt Sinn. Wenn man es übertreibt, kommen Probleme.“

Ganz konkret gibt es bereits jetzt Probleme mit den angenehmen Feuchttüchern. Fahl: „Herkömmliches Toilettenpapier beginnt schon beim Spülen, sich aufzulösen. Aber Feuchttücher sind sehr zäh, die verfangen sich in den Pumpen.“ Es komme immer mal wieder vor, dass einzelne Pumpstationen deswegen ausfallen. „Wenn wir das beobachten, schreiben wir die Leute im Einzugsbereich an und bitten sie, ihr Verhalten zu überprüfen“, erklärt der Stadtwerkechef: „Meistens hilft das für eine Weile.“ Feuchttücher gehören genau so wie Ohrenstäbchen, Damenhygieneartikel oder Kondome nicht in den Abfluss sondern in den Müll.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 12.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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