zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:17 Uhr

Bad Oldesloe : CDU fordert Kita Schließung – wegen „Lebensgefahr“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Waldorfkindergarten am Rümpeler Weg sei angeblich „lebensgefährlich“, kritisiert Uwe Rädisch. Anstelle einer Sanierung wurde eine Neubauplanung angestoßen.

Bad Oldesloe | Ist der Oldesloer Waldorfkindergarten am Rümpeler Weg gefährlich für Kinder? Diese Frage muss man sich nach der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses stellen.

Eigentlich sollte nur der Sperrvermerk für eine energetische Sanierung aufgehoben werden. Doch nach einer Begehung holte Uwe Rädisch (CDU) zu einem Rundumschlag gegen die Einrichtung aus. Dabei ging es ihm nach eigener Aussage nicht gegen das Konzept, sondern allein um die Immobilie und ihren Zustand. „Wir alle haben gesehen, was da los ist. Ich bin erschrocken. Ich wundere mich sogar, dass da noch niemand eingeschritten ist. Eigentlich müssen die Kinder da lieber heute als morgen raus“, so Rädisch. „Es besteht Lebensgefahr. Wenn da ein Feuer ausbricht oder ein Notfall eintritt, werden die Betreuer nicht in der Lage sein, alle Kinder zu retten“, ist sich der Christdemokrat sicher. „Da sind Stromleitungen aus dem Jahr 1934. Da hängen lose Stromkabel auf dem Dachboden. Das ist unverantwortlich. Das kann doch kein Brandschutz genehmigen“, so Rädisch. „Ich denke, dass der Kindergarten kurzfristig gesperrt werden soll“, sagte er.

Allein die Tatsache, dass es für die Kinder keine Alternative gebe, könne nicht ausreichen, um deren Gesundheit zu gefährden. „Ich bin erfreut, dass Sie sich Gedanken um die Immobilie, ihren Zustand und die Gesundheit der Kinder machen, aber es wundert mich, wie radikal Sie damit jetzt kommen“, zeigte sich Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) verwundert. Jetzt von Sperrung zu sprechen, sei übereilt. „Ich sehe auch keinen Grund, da jetzt in Panik zu verfallen“, ergänzte Wilfried Janson (Grüne). „Wir wollen den Kindergarten ja nicht schließen. Wir wollen einen Neubau. Daher werden wir die Gelder für die Planung einer energetischen Sanierung nicht freigeben. Stattdessen soll bitte mit dem Geld ein Neubau geprüft werden“, so Rädisch.

Auch der Standort solle überdacht werden. „Ich möchte ganz klar sagen, dass wir als CDU darauf hingewiesen haben, dass wir eine große Gefahr für die Kinder sehen. Und sollte jetzt einem Kind etwas passieren, dann kann niemand sagen, dass wir nicht darauf hingewiesen haben. Es geht nicht um irgendwen oder irgendeine Immobilie – es geht um unsere Kinder“, so Angelika Studtmann (CDU). Die Christdemokraten beschrieben die Räume als ungeeignet für eine Kita. Dabei formulierten sie auch gleich ihre Vorstellungen. „Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn das die Vorstellungen einer ‚richtigen Kita‘ sind, dann können wir auch Kasernen bauen“, platzte Herrmann der Kragen.

„Ich habe die Betreuer dort als Menschen erlebt, die sich offensichtlich in ihrer Kita wohlfühlen. Andererseits hat der Vorschlag von Herrn Rädisch sehr viel für sich, dass man einen Neubau plant, der dann modern und angemessen ist“, so Matthias Rohde (FBO).

„Natürlich würde man heutzutage eine Kita nicht mehr so bauen. Aber soweit wir informiert sind, werden dort die Bestimmungen eingehalten. Wir werden das nochmal überprüfen. Nach unserer Ansicht ist aber durchaus die Möglichkeit gegeben, dass auch im Notfall alle Kinder dort gerettet werden könnten“, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber. „Wir sehen keine akute Gefahr. Aber ein Neubau könnte selbstverständlich energetisch noch viel besser gestaltet werden“, ergänzte Janson. Bis auf die SPD stimmten daher alle für den CDU-Wunsch, dass ein Abriss und Neubau geprüft werden soll.

Beim Waldorfkindergarten selbst zeigt man sich erstaunt. Eine Brandprüfung sei gerade erfolgreich absolviert worden. Bei der Sitzung sei niemand anwesend gewesen. Daher könne man sich im Detail nicht zu den Vorwürfen äußern, über die man auch nicht in dieser Form informiert worden sei. Der Trägerverein werde jetzt beraten, wie man damit umgehen werde.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Okt.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen