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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 18:43 Uhr

Bad Oldesloe : Buntes „Freibild" als Blickfang im tristen Grau

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein großes Gemeinschaftskunstwerk verschönert jetzt eine Wand zwischen den Hölk-Hochhäusern

Die beiden Hochhäuser im Hölk gehören nicht gerade zur „ersten Adresse“ in der Kreisstadt. Hier leben sozial Benachteiligte, Migranten und Flüchtlinge, aber auch Familien mit Kindern in den grauen Betonklötzen. Vor drei Wochen fand auf der großen Freifläche vor dem Brawo-Center der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ein großes Stadtteilfest im Rahmen der Stormarner Kindertage statt, organisiert von der Stadtjugendpflege, der Kindertagesstätte Ehmkenberg, der Evangelischen Jugend und der Ev. Familienbildungsstätte sowie dem Kinder- und Jugendhaus St. Josef und dem Mehrgenerationenhaus Oase. Das Motto des Festes lautete „Recht auf Freizeit“, denn besonders die Kinder im Hölk haben nur wenige Möglichkeiten, sie sinnvoll zu verbringen.

„Wir wollten möglichst viele Anwohner und Besucher zusammenzubringen, und da kam die Idee eines Gemeinschaftskunstwerks auf, das auch einen bleibenden Wert hat“, erzählt Kathrin Stehr von der städtischen Jugendarbeit. Auch die Hausverwaltung stimmte schnell zu und freute sich über die Verschönerungsaktion. Mit dem Künstler Jörg Zimmer aus Rohlstorf im Kreis Segeberg war auch schnell ein erfahrener und pädagogisch geschulter Anleiter gefunden, der in der nahen Klaus-Groth-Schule im Rahmen des offenen Ganztags schon einige Kunstwerke mit Schülern geschaffen hat. In nur vier Stunden entstand ein zwei mal drei Meter großes abstraktes Kunstwerk, das jetzt an einer Wand im Durchgang zwischen den beiden Wohnblöcken aufgehängt wurde.

26 Kinder und auch einige Erwachsene trugen bunte Acrylfarben in mehreren Arbeitsschritten auf die großen, wetterfesten OSB-Holzplatten auf, wobei nicht nur die Hände, sondern auch Werkzeuge und sogar die Füße zu Hilfe genommen wurden. Die kleinen und großen Künstler haben sich auf einer kleinen Tafel rechts neben dem Kunstwerk mit ihren Namen verewigt. „Es sollte ein Freibild entstehen durch freies und abstraktes Malen“, sagt Jörg Zimmer, der auch die Acrylfarben mitbrachte sowie einige Bürsten und Besen, mit denen die Kinder die Farbe in mehreren Schritten und verschiedenen Techniken auf die große, auf dem Boden liegende Holzplatte auftrugen. „Wir waren sehr gespannt und überrascht, was dabei herauskam“, so der Künstler. Das Schöne sei, dass es bei einem abstrakten Bild keine Grenzen gebe und jeder mitarbeiten könne.

Die Oberfläche wurde zunächst orange grundiert, dann konnten die Kinder die Acrylfarben nach Belieben aufsprühen und anschließend verwischen. Am Schluss durften sie sogar darauf herumlaufen, herumtrampeln und die Farben mit ihren Füßen bearbeiten und verteilen. „Ein Freibild ist etwas, was aus dem Inneren kommt und entsteht, fast wie eine Mal-Meditation“, erklärt Jörg Zimmer, der nicht nur Maler, sondern auch gelernter Bildhauer ist.

Auf den ersten Blick wirkt das farbenfrohe Gesamtkunstwerk ziemlich „verwischt“, bei genauem Hinsehen könne man aber Gesichter, Berge und andere Gestalten entdecken – je nach individueller Phantasie. „Wir hoffen, dass diese Aktion Schule macht“, so Jörg Zimmer. An den grauen Betonwänden sei schließlich noch jede Menge Platz, betont Kathrin Stehr.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 11:39 Uhr

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