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Stormarner Tageblatt

23. März 2017 | 21:05 Uhr

Kreis Herzogtum Lauenburg : Brandserie in Schwarzenbek: Acht Autos zerstört

vom

Unruhige Nacht für die Feuerwehr in Schwarzenbek nahe Hamburg: Unbekannte nutzten Grillanzünder, um Autos in Brand zu setzen.

Schwarzenbek | Wahrscheinlich zwei noch unbekannte Männer haben in der Nacht zum Freitag eine Spur der Verwüstung in Schwarzenbek hinterlassen. Sie fackelten an vier Stellen im Stadtgebiet insgesamt acht Autos ab. Nur die Bereiche Kollower Straße und Alter Forsthof blieben verschont. Die Polizei fahndete noch während der Löscharbeiten mit vier Streifen nach den Männern, hat aber bisher keine konkrete Spur auf die Täter. Der Schaden wurde auf mehr als 100.000 Euro geschätzt.

Um 0.10 Uhr hatte die Leitstelle den ersten Alarm für die Schwarzenbeker Feuerwehr ausgelöst. An der Finkhütte wurde auf einem Parkplatz ein Feuer an einem Skoda Yeti gemeldet. „Ich bin vom Spätdienst heim gekommen und sah gegenüber der Stelle, wo ich eingeparkt hatte, Feuer an einem Reifen eines Autos. Ich hab sofort die Feuerwehr gerufen“, berichtete eine Anwohnerin. Das Feuer bekam sie selbst gelöscht. Als die Feuerwehr sich kurz nach dem Alarm über Funk bei der Leitstelle meldete, gab die sofort einen zweiten Einsatzort durch. Diesmal an der Grabauer Straße bei der Gaststätte „Zum Schinderhannes“. „Dort stand ein Auto in Vollbrand. Wir gehen davon aus, dass es bereits vor der Tat an der Finkhütte angesteckt, aber erst später bemerkt wurde“, sagte Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Der Ford Fiesta brannte völlig aus.

Fünf Minuten später meldete die Leitstelle dann die nächste Brandstelle, diesmal am Müllerweg. Hier sind gleich drei Autos betroffen, ein VW, ein Peugeot und ein Chrysler. „Mein erster Gedanke war, wie ich denn jetzt zur Arbeit kommen soll“, beschreibt Raif Turhan, dessen Peugeot in Flammen aufging, den Moment, als er nach einem Anruf eines Nachbarn das Inferno auf dem Parkplatz sah. Sein Wagen brannte ebenso wie der VW völlig aus. Noch während die Besatzung eines Löschfahrzeugs hier die Flammen bekämpfte, schickte die Leitstelle das Hilfe-Leistungslöschgruppenfahrzeug von der Grabauer Straße zur Blinden Koppel. Hier brennen ebenfalls drei Autos, ein Seat, ein Renault und ein Mercedes. Zur Unterstützung wurde auch die Feuerwehr Grabau alarmiert.

Auf ein besonders dreistes Vorgehen der Brandstifter wies die Beobachtung der Anwohnerin von der Finkhütte: Nach dem ersten Schreck setzte sie sich auf ihren Balkon und zündet sich eine Zigarette an – mit Blick auf den Parkplatz. „Da kam dann ein dunkles Auto, so mit Stufenheck. Da ist einer ausgestiegen, über den Parkplatz gegangen und dann hab ich sein Feuerzeug klicken gehört“, erzählte die Frau noch in der Nacht. Sie brüllte den Unbekannten an, der daraufhin zum an der Straße wartenden Auto flüchtete, einem Komplizen etwas zu rief und dann verschwand. Wahrscheinlich waren die Männer zurückgekommen, um noch einmal ihre Grillanzünder anzustecken, die die Polizei aber schon nach dem ersten Notruf auf zwei Reifen des Skoda sichergestellt hatte.

„Wir ermitteln unter Hochdruck“, sagte Ernst Jenner, der Leiter des Schwarzenbeker Polizeireviers. „Das ist schon wirklich ein starkes Stück, so etwas hatten wir hier lange nicht“, erklärte er. Die Polizei prüft auch eine Verbindung zu drei brennenden Altpapiercontainern zwei Nächte zuvor. Jenner: „Auch da lagen die Brandorte zu weit auseinander, als dass man von Zufall ausgehen könnte.“ Und die vier Brandstellen in der zu Freitag deuten laut Jenner darauf hin, dass die Täter mobil sind. Verschiedene Männer waren bereits kurz nach den Brandstiftungen im Stadtgebiet kontrolliert worden, jedoch ohne ihnen konkret etwas nachweisen zu können.

Für die Feuerwehr ging es am Morgen gleich mit dem nächsten Einsatz weiter: Um 8.10 Uhr hatte die Brandmeldeanlage des Werkzeugbauers Fette an der Grabauer Straße ausgelöst. Ein Fehlalarm.

„Die Häufung der Brände in der Nacht an mehreren Stellen war schon eine logistische und personelle Herausforderung“, so Bettin. Laut Feuerwehrbedarfsplan benötigt die Feuerwehr ein zusätzliches Löschfahrzeug, das in so einer Ausnahmesituation geholfen hätte.

 

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erstellt am 17.Mär.2017 | 06:58 Uhr

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