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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Bad Oldesloe : Besucher stürmen das Kub

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Eröffnungswochenende für das neue Kultur- und Bildungszentrum in der Kreisstadt ist voll und ganz gelungen. Tausende kamen am Eröffnungstag, um sich die Räume und Angebote anzusehen.

Ein Schnipp, dann strömten die Massen regelrecht. Das Kub wurde Sonnabend auch fürs Volk eröffnet, nachdem am Vorabend bereits mit knapp 200 geladenen Gästen gefeiert worden war. Bis zum frühen Abend ebbte der Besucherstrom kaum ab. Tausende Besucher nutzten die Gelegenheit, sich die neuen Räume und die dort gemachten Angebote von VHS, Musikschule, Oldesloer Bühne und Klngstdt anzusehen. Das Konzept von Kub-Managerin Inken Kautter und ihrem Team ist voll aufgegangen.

Die große Glasfront täuscht. Die meisten Räume sind eher klein, vor allem niedrig. Es wurde ein enormer Aufwand betrieben, um die verschiedenen Nutzungsformen unter einem Dach möglich zu machen. Nur wenn der Schallschutz funktioniert, ist es möglich, Rockband und Opernensemble nebeneinander proben zu lassen. Und ein Stockwerk höher wird unbehelligt geklöppelt oder gemalt. Es geht! Davon überzeugten sich die Besucher am Wochenende.

Architekt Gregor Sunder-Plassmann sieht natürlich auch das große Ganze. „Wir haben verschiedene Dimensionen, verschiedene Räume zu einem Ganzen zusammengefasst. Eine Achse vom Markt bis zum Exer“, erklärt er. Das Historische Rathaus (Anfang 19. Jahrhundert) von C.F. Hansen sei davon genau so ein Stück Geschichte seiner Zeit wie das ehemalige Amtsgericht aus den 1960er Jahren. Beide wurden in ihrer Art ins neue Kub integriert. Deshalb sei beispielsweise der Naturstein an der Außenwand des ehemaligen Gerichtssaals bewusst nicht verputzt worden – einige Besucher hatten genau das kritisiert. Sunder-Plassmann: „Das ist Reiz und Herausforderung: Gebäude zu gestalten und ihnen Charakter zu geben.“ Eines der Verbindungselemente ist der große Saal – das neue Herzstück des Oldesloer Kulturlebens. Hinter dem Gericht ist eine Probenbühne für die Oldesloer Bühne aus schlichten grauen Betonwänden entstanden. Highlight ist dort ebenfalls eine Glasfront zur Trave hin, die wie eine große Naturfoto–Tapete wirkt.

Fast zehn Jahre hat es von den ersten Ideen bis zum fertigen Kub gedauert. Ralf Denert hat den Prozess für die Oldesloer Bühne von Anfang an begleitet. „Es sind Jahre, die Spaß gemacht haben“, sagt er. Aber es gebe jetzt keinen Grund, sich zurückzulehnen. „Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Jetzt müssen wir uns beweisen, mehr liefern als wenn wir im Keller arbeiten“, so Denert. Die Vertreter von Klngstdt stimmen ihm zu: „Ab jetzt muss geliefert werden“, sagt Christian Bernardy. VHS-Leiterin Karin Linnemann macht einen erschöpften, aber glücklichen Eindruck. „Wir haben die letzten Tage gerödelt wie die Blöden. Es ist schöner geworden als erwartet. Ich kam in die alte VHS, machte die enge Tür auf, ging die enge Treppe rauf, es roch muffig und jetzt hier diese Weite, die Helligkeit und Frische.“ Sie strahlt und die Anstrengung der vergangenen Tage ist vergessen.

„Das ist das Beste, was Oldesloe erreichen konnte“, stimmt ihr Musikschulleiter Alireza Zaré zu.

In ihrer Eröffnungsrede beglückwünschte Innen-Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler die Stadt. Als Reaktion auf den Funktionsverlust durch die Schließung des Amtsgerichts sei etwas Besseres errichtet worden. Orte zu schaffen, an denen sich Menschen begegnen, sei einer der wichtigsten Bausteine der Städtebauförderung. „Baukonjunktur hat nun mal ihre Unsicherheit“, spielte sie auf Kostensteigerungen an und lobte, dass die Stadt trotzdem nicht an der Qualität gespart habe. „Den Bau- und technischen Qualitäten wird inhaltliche Qualität folgen“, zeigte sie sich überzeugt.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 05.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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