zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:37 Uhr

Beschluss ohne Risiko

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lindenhof: Knappe Mehrheit für neuen Durchführungsvertrag / Streitpunkt Parkplätze bleibt

Es war eine lange Debatte. Am Ende stimmte eine knappe Mehrheit der Ahrensburger Stadtverordneten für den neuen Durchführungsvertrag zur Bebauung des Lindenhofs. 13 waren dagegen, 16 dafür. Darin geht es um ein erweitertes Rücktrittsrecht vom Vertrag, falls binnen 22 Monaten kein Baurecht geschaffen ist. SPD, WAB und die FDP lehnen das ab.

Der Beschluss bedeute kein Risiko, so Tobias Koch (CDU): „Wenn es schief geht, behalten wir das Grundstück.“ Der Verkaufserlös sei fest in den Haushalt eingeplant. Die Sorgen seien unbegründet: „Wir kennen jetzt den Endkäufer, er will langfristig in Mietwohnungen investieren.“ Monja Löwer (Grüne) sieht es als Chance für die Stadtentwicklung.

„Die Zahl von 60 geplanten Parkplätzen ist viel zu niedrig“, so Peter Egan (WAB). Darüber müsse mit dem Investor nachverhandelt werden, für die fehlenden Stellplätze müsse es eine Kompensation geben. Auch drohten Klagen der benachbarten Geschäftsinhaber, weil die Nutzer auf ihre Kundenparkplätze ausweichen könnten. Egan beantragte eine namentliche Abstimmung.

„Es ist keine Schande, eine Fehlentwicklung zu korrigieren“, so Hartmut Möller (SPD), „auch wenn es Kosten verursacht.“ Der Lindenhof werde für die Verkehrsabwicklung um den Bahnhof benötigt. Sein Fraktionskollege Achim Reuber kritisierte, dass die Stadt keine Gewinne aus dem Weiterverkauf abschöpfe.

Die Planungsgesellschaft Lindenhof hat die Projektumsetzung an die Gesellschaft Curata Immobilien übergeben. Die steigt als Rechtsnachfolgerin ein und wird Vertragspartnerin der Stadt. Curata ist nach Ansicht von Reuber ein europäischer Groß-Player mit vielen Verflechtungen und unter anderem im Wettgeschäft aktiv. Auf Antrag der SPD beschlossen die Stadtverordneten einen Vertragspassus, der eine Vergabe von Spielhallen auch an Dritte ausschließen soll. Auch Michael Stukenberg (FDP) kritisiert das Projekt: „Ich habe es zwar 2014 mit durchgewinkt, aber mit so wenigen Parkplätzen kann ich nicht zustimmen.“ Das vorgelegte Mobilitätskonzept sei der reinste Witz. Mit jedem Änderungsschritt verschlechtere sich die Position der Stadt, so Jochen Proske (SPD): „Die Gewinne werden privatisiert, die Risiken für die Stadt steigen.“

Auch Thomas Bellizzi (FDP) will nicht mehr zu vorherigen Beschlüssen stehen: „Der Entwurf für den Bebauungsplan ist eine deutliche Verschlechterung. Die Ahrensburger Innenstadt hat Besseres verdient.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen