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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Bargteheide : Bauausschuss lehnt Haushaltsentwurf ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auch zwei Anträge wurden abgeschmettert. Der Krähenwald war wieder Thema.

Der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr ist im Bargteheider Bauausschuss durchgefallen. Mit Stimmengleichheit wurde er abgelehnt. Ebenso erging es zwei Anträgen der SPD. Sie wollte die Ausgaben für die Aula der Dietrich-Bonhoeffer-Schule auf zwei Jahre splitten. „Auf jeweils 350 000 Euro“, so Jürgen Weingärtner. Außerdem sollten die im Entwurf eingeplanten Kosten für die Sanierung der Regenwasser-Kanäle in und um die Déviller Straße verschoben werden. Sie steigen im Entwurf von 150  000 Euro im laufenden Jahr auf etwa 400  000 Euro. Weingärtner verwies auf die Mahnung zur Sparsamkeit aus dem Finanzausschuss. Er schlug zudem vor, die Sanierung an die Abwasserentsorgungsgesellschaft zu übertragen, die von der Umsatzsteuer befreit ist: „Sonst werfen wir 76  000 Euro zum Fenster hinaus.“

Der Umweltbeauftragte der Stadt, Thomas Degenhardt, wies auf den großen Sanierungsbedarf im Quartier hin: „Im Frühjahr gab es mehrere Starkregen-Ereignisse dort, dabei gab es erhebliche Probleme.“ Die Leitungen seien stark beschädigt und undicht, es drohten weitere Fahrbahnüberflutungen. Das habe eine Untersuchung der Leitungen ergeben. Die Stadt wäre im Regress, wenn dadurch Schäden entstünden: „Die Gefahr besteht, dass bei Starkregen nichts mehr abfließt.“

Breiten Raum nahm die Fragestunde der Bürger zu Beginn ein. Zum Thema Bebauung des „Krähenwalds“ meldete sich Sieglinde Gutowski von der Bürgerinitiative „Basta“ zu Wort, die eine verdichtete Bebauung ablehnt: „Diese Pläne sind zu massiv.“ Sie sei für eine vernünftige Mischung von Sozialwohnungen im Stadtgebiet, anstatt sie auf einem Grundstück zu konzentrieren. Nach dem Planungsstand sollen auf dem Grundstück An den Stücken 100 Wohnungen entstehen, die Hälfte davon mit Sozialbindung. Der Planungsausschuss hat für eine Umsiedlung der Krähen gestimmt. „Vor einer Fällung müssen Ersatzquartiere für die Krähen zur Verfügung stehen“, so Thomas Degenhardt. Ob sie von den Vögeln akzeptiert würden, sei nur bedingt zu steuern.

Auch der Vorsitzende des Bargteheider Bauausschusses, Norbert Muras (WfB), sieht das dort diskutierte Parkhaus aus Sicht der Wählergemeinschaft als schweren Planungsfehler. „Der Baumbestand auf dem Grundstück ist nicht zu ersetzen.“ Die WfB spreche sich für eine moderate Bebauung ohne Naturzerstörung aus. Am Naturschutz seien alle bisherigen Bebauungspläne gescheitert. Das könne auch diesmal geschehen, darüber entscheide eine übergeordnete Behörde.

SPD und CDU argumentieren mit der Wohnungsnot in Bargteheide. Allerdings sieht auch Weingärtner noch nicht, dass der vorliegende Entwurf tatsächlich so umgesetzt wird. In einem Zeitungsartikel hatte er sich kürzlich für ein moderateres Wachstum der Stadt ausgesprochen: „Wenn das Projekt mit 100 Wohnungen verwirklicht wird, dürfen in dem Jahr keine weiteren Projekte umgesetzt werden.“




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