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Stormarner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:23 Uhr

Bargteheide : „Basta“ bäumt sich weiter auf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Krähenwald: Bürgerinitiative fordert Verzicht auf Bebauung oder wenigstens ein normales B-Planverfahren

Die Diskussion um den umstrittenen Bebauungsplan für den „Krähenwald“ in Bargteheide geht weiter. Die Bürgerinitiative „Basta“ (Bargteheide wehrt sich gegen die massive Bebauung und rücksichtslose Vernichtung von Natur östlich der Bahngleise) hat einen Antrag dazu eingebracht. Sie fordert einen Verzicht auf die Bebauung oder zumindest ein normales B-Planverfahren. Bisher ist so genanntes beschleunigtes Verfahren vorgesehen, das bei der Grundstücksgröße möglich ist.

In einem normalen Verfahren müssen auch die Auswirkungen eines Bauvorhabens auf Tiere, Vegetation, Boden Wasser, Luft und Klima abgewogen werden. Zudem müssen auch das Wirkungsgefüge zwischen ihnen und der Landschaft sowie die biologische Vielfalt berücksichtigt werden. „So steht es im Baugesetzbuch“, sagt Carsten Schröder von der Initiative.
„Das Grundstück liegt zentral und ist die einzige zusammenhängende Grünfläche in der Stadt“, sagt er. Es sei Teil eines Grünverbunds bis ans Industriegebiet und drüber hinaus. Zur Ostseite hin bilde sie zudem einen wirkungsvollen Lärmschutz zu den Bahngleisen. Bisher habe die Stadt alle Bauvorhaben dort abgelehnt, um den Baumbestand zu erhalten.

In einem normalen B-Planverfahren muss nicht nur der Vogelschutz geprüft werden, sondern weitere Belange: „Die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser und Luft sowie das Wirkungsgefüge zwischen ihnen und der Landschaft und die biologische Vielfalt“, zitiert Schröder das Baugesetzbuch dazu. Bis heute liege auch kein städtebauliches Entwicklungskonzept vor. Die Initiative appelliert auch an das Klimaschutzziele, die die die Stadt beschlossen hat. „Die voraussichtlich zu fällenden Bäume erzeugen bei Sonnenschein über 13 Kilogramm Sauerstoff pro Stunde“, sagt Schröder, „gleichzeitig nehmen sie Kohlendioxid auf.“ Nach Berechnungen der Initiative würden 14000 Kubikmeter Kronenvolumen zerstört. Finanziell bewertet müsste man als Ersatz 14 000 Jungbäume pflanzen, was Kosten von etwa 4,5 Millionen Euro verursachen werde.

„Es gibt in Bargteheide sonst nur den Friedhof als größere Grünfläche“, so Manfred Hobitz. An den Stücken habe sich ein Park mit einer Grünsachse entwickelt, die sich nach Osten fortsetze. „Viele auf der Westseite der Stadt kennen ihn nicht“, sagt er. Aber die Spazier- und Hundegänger aus dem Osten nutzten diese gewachsene Erholungsfläche gern, auch Kindergärten machten Ausflüge hierher.
Der Antrag soll in der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr diskutiert werden. Die Sitzung im Ratssaal diesen Donnerstag beginnt um 18.30 Uhr. Weitere Themen sind der ebenfalls umstrittene B-Plan für die Grundstücke Voßkuhlenweg 8 bis 14 und der Erlass einer Stellplatzsatzung für künftige Baugebiete.


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