zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:10 Uhr

Ausbau ja – aber bitte in Maßen!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Alter Teichweg in Ammersbek: Anliegerkosten als Einmalzahlung / Gemeinde will Begleichung in Raten gewähren

Für eine Straße fast schon ein biblisches Alter: Der Alte Teichweg in Ammersbek wird im kommenden Jahr 50 – Zeit für eine Schönheitskur. Die Fahrbahndecke hat Längs- und Querrisse, ein vernünftiger Unterbau existiert nicht und die Fußwege an den Einmündungen Tannenkoppelweg und Schäferdresch enden im Nirgendwo. Jetzt erfuhren die Einwohner bei einer Infoveranstaltung für die Anlieger im Dorfgemeinschaftshaus, was mit der 1967 gebauten Anliegerstraße geschehen könnte.

„An diesem Abend werden keine Entscheidungen getroffen, wir wollen Ideen und Anregungen sammeln“, betonte Bürgermeister Horst Ansén das Credo dieser ersten Info-Veranstaltung zum Thema Alter Teichweg, räumte zugleich aber auch ein, dass die Gemeinde keinen großen Spielraum habe. „Wir müssen uns um die Instandsetzungen von Schulen, Feuerwehrgerätehäusern und Straßen kümmern, der Reparatur-Stau in unserer Infrastruktur ist enorm.“

Die Anlieger befürchten vor allem, dass sie – je nach Grundstücksgröße – mit erheblichen anteiligen Ausbaukosten rechnen müssen (geschätzt: 10 Euro/m² Grundstücksfläche). In einem von den meisten Anliegern unterzeichneten Brief an die Gemeinde fordern sie, die Kostenumlage auf das Modell der wiederkehrenden Beiträge umzustellen, um große Einmalzahlungen zu vermeiden.

Ein Ansinnen, das Bürgermeister Ansén allerdings ablehnte. „Die Gemeinde hat sich gegen diese Lösung entschieden“, sagte Ansén mit Hinweis auf die ungeklärte Rechtssicherheit. Gleichzeitig sagte er aber zu, dass die Anliegerkosten bei Bedarf ratenweise gezahlt werden können, „in vertretbarer Größenordnung und in einem realistischen Zeitraum.“

Sicherlich vor diesem (finanziellen) Hintergrund bewerteten viele Anlieger die Vorschläge des Lübecker Planungsbüros Hahm als „zu viel“. Drei Ausbauvarianten stellte Bauingenieur Nils Dibbern den Anwohnern vor: Pflasterung der fünf Meter breiten Fahrbahn, dazu ein eineinhalb Meter breiter Fußweg, eine asphaltierte fünf Meter breite Fahrbahn mit Fußweg und als dritte Möglichkeit eine so genannte Mischverkehrsfläche (gepflastert). Bei dieser Variante gäbe es keinen Fußweg, Passanten, Radfahrer und Fahrzeuge „teilen“ sich dann den gesamten Straßenraum. Dazu hatte das Planungsbüro zwischen sieben und neun Grüninseln auf diesem 350 Meter langen Straßenabschnitt, jeweils verbunden mit Stellplätzen, als geschwindigkeitshemmende Maßnahmen vorgestellt.

Vor allem die Grüninseln fanden wenig Zustimmung, die Unterhaltung der Inseln wurde unter dem Aspekt der Kosten kritisiert. Lieber wolle man mehr markierte Stellplätze, „die sind gute Hindernisse“, meinte ein Anwohner und ein weiterer forderte, „wir brauchen Zweckmäßigkeit“. Die Kosten für den Alten Teichweg variieren je nach Entwurf zwischen 540  000 und 603  000 Euro, insgesamt 85 Prozent entfallen auf die Anlieger, 15 Prozent trägt die Gemeinde.

Fördermittel, so Ansén, werde es nicht geben, da es sich um eine Anliegerstraße handele. Wegen bevorstehender Bauvorhaben auf Grundstücken am Alten Teichweg befürchteten viele, durch den Baustellenverkehr könnte die neue Straße wieder in Mitleidenschaft gezogen werden und forderten eine zeitliche Abstimmung zwischen Bauvorhaben und Straßenerneuerung. Ansén konnte den Einwand beseitigen. „Gehen sie nicht davon aus, dass der Ausbau – wie zunächst angedacht – schon im April 2017s beginnen wird.“






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen