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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 10:03 Uhr

Teilhabepaket : Auch der Kreis Stormarn möchte die Bildungskarte

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz sollen einfacher ge- und verbucht werden.

Die Angebote nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz werden so gut angenommen, dass der Kreis im nächsten Jahr eine „Bildungskarte“ einführen will. Seit 2011 gibt es das Gesetz, das es Kindern aus ärmeren Verhältnissen ermöglicht, Kurse oder Sportmöglichkeiten kostenlos wahrzunehmen. War die Nachfrage zu Beginn noch verhalten, geht es bei den Fallzahlen seitdem nach oben. Sie stiegen seit 2011 von 5166 auf 16  522, die Kosten erhöhten sich von 485  000 Euro auf 930  000 Euro. Beim Kreis und im Jobcenter geht man davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird.

Da die Erstattungen des Bundes die Verwaltungskosten nicht decken, musste der Kreis im vergangenen Jahr rund 150  000 Euro zusätzlich aufbringen. Die Einführung einer Bildungskarte soll die Arbeitsabläufe erleichtern und optimieren und gleichzeitig dazu beitragen, dass noch mehr Leistungen in Anspruch genommen werden. Erfahrungen anderer Kommunen belegen ein besseres Verfahren mit geringerem Verwaltungsaufwand. Ob das in Stormarn gelingt, soll nach einer dreijährigen Projektlaufzeit überprüft werden.

Die Sodexo-Bildungs-Karte wird bereits in mehr als 1300 Städten und Gemeinden in sieben Bundesländern eingesetzt, darunter die Kreise Segeberg, Ostholstein und Plön. Sie kann für Kita- und Schulausflüge, Mittagessen, soziokulturelle Teilhabe, Lernförderung und kommunale Leistungen eingesetzt werden. Fast 50 Anbieter aus Stormarn rechnen schon heute über Sodexo ab.

Für Stormarn werden voraussichtlich 1500 Bildungskarten pro Jahr benötigt. Die Aktivierung kostet einmalig zwei Euro, wobei auch eine mehrmalige Aktivierung innerhalb eines Jahres möglich ist. In dem Online-Hybridsystem erfolgen alle Transaktionen über ein Web-Portal. Pro Karte fallen monatliche Gebühren von 60 Cent an, 13  800 Euro im Jahr.

Die Leistungsberechtigten können im Webportal passwortgeschützt einsehen, was sie bislang in Anspruch genommen haben und welches Guthaben sich noch auf ihrem Bildungskonto befindet. Auch die Anbieter können passwortgeschützt die dort verfügbaren Guthaben einsehen. Die Verwaltung sieht die Bildungskarte als Möglichkeit, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig eine größere Inanspruchnahme der Leistungen zu erreichen.

Das Jobcenter Stormarn hat die Einführung der Bildungskarte bereits positiv bewertet. Am heutigen Mittwoch befasst sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises damit – ab 18.30 Uhr im Sitzungsraum D 132 des Gebäudes D an der Mommsenstraße 11.

Mehr – statt wie versprochen weniger – Verwaltungsaufwand gibt es durch ein neues Programm für BAföG und AFBG-Anträge (Bundesausbildungs- und Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz). Eigentlich hatte das alte Programm durch „ProBafög“ ersetzt werden sollen, kurz vor der Einführung hatte das Land es aber als unpraktikabel zurückgezogen. Aufgrund der Erfahrungen der Testanwender hatte der Kreis für 2105 bereits eine halbe Stelle eingeplant.

Bei „Bafys“ würde es keine Mehrbelastung geben, betonte das Land bei der Einführung in diesem Jahr. Allerdings sind jetzt die Kommunen und ist nicht mehr die Finanzkasse für die Finanzverwaltung zuständig. „Einsparungen konnten bisher nicht verifiziert werden. Vielmehr ist für die Bearbeitung nicht nur ein erheblicher Mehraufwand zu leisten, sondern auch die Finanzverwaltung einschließlich des Mahn- und Vollstreckungsverfahrens macht erheblich mehr Arbeit“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Hinzu kommt, dass durch die Gesetzesänderung auch der Kreis berechtigter Personen größer wurde.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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