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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 14:53 Uhr

Bad Oldesloe : Agentur unter Beschuss

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt Norderstedt sagt das vom Oldesloer Unternehmen EPM Concept organisierte Stadtfest kurzfristig ab. Die Firma von Stephan Schächterle wehrt sich gegen Vorwürfe.

Die Meldung kam wie ein Paukenschlag: Das aktuelle Projekt der Oldesloer Veranstaltungsagentur „EPM Concept“ – das Norderstedter Stadtfest – wurde nur 18 Tage vor dem geplanten Veranstaltungstermin durch die Stadt Norderstedt abgesagt. Von „Reißleine ziehen“ ist die Rede. EPM habe trotz Aufforderung und Anmahnung kein Sicherheits- oder Verkehrsplanungskonzept für die Veranstaltung vorgelegt. Auch Plakate, Flyer oder Pressegespräche habe es nicht gegeben.

Der Hauptgrund für die Absage sei , dass seit dem 19. Mai kein Kontakt mehr zu den Oldesloer Eventmachern bestanden habe. „Schausteller haben uns angesprochen, weil sie keine Informationen bekamen. Die Presse fragte, welche Bands auftreten werden. Besonders schlimm ist, dass ehrenamtliche Vereine und Verbände in der Luft hingen, die sich extra für den 19. bis 21. August freigenommen haben. Natürlich ist das auch ein Schaden für das Fest an sich, weil hier die potenziellen Mitwirkenden demotiviert werden“, sagt Bernd-Olaf Struppek, Sprecher der Stadt Norderstedt. Die einst sehr beliebte Veranstaltung mit bis zu 100 000 Besuchern drohe „verbrannt“ zu werden. Dass die Firma EPM und ihr Chef Stephan Schächterle auf keinem Wege erreichbar gewesen seien, sei komplett unverständlich.

„Wir werden das Stadtfest in Norderstedt nicht durchführen. Das stimmt soweit. Die Auflagen, die uns gegeben wurden, sind mit einem sinnvollen Konzept für das Fest nicht erfüllbar. Dass wir nicht erreichbar waren, stimmt so nicht“, sagt Kendra Hohn von EPM Concept. Dass die Norderstedter Verwaltung in die Öffentlichkeit gegangen sei statt ein klärendes Gespräch unter Vertragspartnern zu suchen, sei irritierend. „Wenn einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden oder es nicht möglich ist, Steine wegzuräumen, dann geht das eben nicht. Es ist eine Vielzahl von Umständen, die hier wohl unglücklich zusammenkommen“, so Kendra Hohn.

Gerüchte, dass die Oldesloer Eventfirma schlichtweg nicht in der Lage gewesen wäre, das Fest durchzuführen, weist sie weit von sich. Sorgen darüber, dass nun Veranstaltungen in Stormarn wie das Oktoberfest und das Stadtfest in Ahrensburg gefährdet seien, seien daher unbegründet. „In Ahrensburg haben wir doch gerade erst den Zuschlag für drei weitere Oktoberfeste bekommen. Natürlich führen wir die durch. Das steht gar nicht zur Diskussion. Und auch beim Stadtfest soll alles wie geplant weitergehen“, betont Hohn. Dass die Homepage von EPM Concept aktuell nicht erreichbar ist , erklärt sie mit dem Umzug der Büroräume. „Außerdem wird die Homepage gerade überarbeitet, und beim Telefon war irgendwann die Mailbox voll. Das fällt jetzt gerade nur zufällig zusammen“, sagt Hohn. Ansonsten „läuft bei uns alles sehr gut“. Mehr Infos zu den nächsten Veranstaltungen, wie dem Ahrensburger Oktoberfest vom 29. Setember bis 3. Oktober gebe es in den nächsten Wochen.

„Uns erstaunt dieses ganze Verhalten, weil ja bekannt ist, dass EPM in Stormarn erfolgreiche Veranstaltungen durchführt und man offensichtlich dort auch zufrieden ist“, sagt Struppek.

Götz Westphal, Vorsitzender des EPM-Partners Stadtforum Ahrensburg, sieht keinen Grund zur Kritik an Schächterle. „Wir sind ein eingespieltes Team. Die Zusammenarbeit war beim Stadtfest immer konstruktiv. Noch diese Woche steht ein Nachbesprechungstermin an. Ich gehe davon aus, dass der wie gewohnt laufen wird“, so Westphal. „Die Zusammenarbeit mit Stephan Schächterle war bisher immer professionell und korrekt. Wir haben schon neue Ideen für das Stadtfest 2017 und ich freue mich persönlich sehr darauf“, ergänzt der bekannte Ahrensburger DJ Martin Hoefling.

„Wenn EPM das Stadtfest in Norderstedt nicht durchführen konnte oder wollte, hätten wir uns gewünscht, dass man das zeitig sagt. Dann hätte es Lösungen geben können. Jetzt fällt das Fest wegen der mangelhaften Organisation der Agentur aus. Die Verwaltung wird prüfen, ob Ansprüche geltend gemacht werden können. Wir wollen nächstes Jahr mit einem anderen Veranstalter weitermachen“, so Struppek. 

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erstellt am 03.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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