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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Bad Oldesloe : Abschied der ganz besonderen Art

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Stehende Ovationen, Lobeshymnen und Großer Zapfenstreich für Klaus Plöger: Feuerwehrmusikzug spielt Sinatra-Hit „My Way“.

Die Ära Klaus Plöger ist Geschichte, der Landrat wurde am Freitag nach fast auf den Tag genau 18 Jahren Amtszeit offiziell verabschiedet. Stehende Ovationen, Lobeshymnen und ein Großer Zapfenstreich – besser kann ein erfolgreicher Landrat nicht aus dem Amt scheiden. „Es ist schon eine große Gnade, nach 18 Jahren so gehen zu können“, sagte Klaus Plöger sichtlich bewegt.

Mit 200 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden war der Kreistagssitzungssaal bis auf den allerletzten Platz besetzt. Verwaltungschef, Landrat, Lehrer, Politiker – Klaus Plöger hatte viele Ämter inne, jetzt ist er zuallererst Pensionär und nach drei sehr erfolgreichen Amtsperioden endgültig Schluss. Obwohl – so wie man Klaus Plöger kennt, kann man bei ihm vor Überraschungen nie so ganz sicher sein. „Es ist der coolste Job, den das Land Schleswig-Holstein zu bieten hat. Trotzdem fällt es mir leicht, jetzt aufzuhören“, sagte der 67-Jährige bei seiner Abschiedsrede. Er habe zum richtigen Zeitpunkt aufgehört. „Besser kann man nicht gehen“, so Plöger und er versprach, von draußen keine guten Ratschläge geben zu wollen, das sei bestimmt nicht nötig. „Der Kreistag ist schlau, er hat Henning Görtz zu meinem Nachfolger gewählt.“ Und dem wünsche er, dass er in 18 Jahren mit der gleichen Erfolgsbilanz verabschiedet werden könne.

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth eröffnete den Reigen der vielen Festredner. Er hob den „Plöger-Stil“ (lockeres Mundwerk und große Klappe) und das so genannte „Stormarner Modell“ hervor, das sich durch eine parteiübergreifende Zusammenarbeit auszeichne. „Absprachen mussten bei Klaus Plöger immer Handschlag-Qualität haben. Er hat stets für die Belange Stormarns gekämpft, das war für die Beteiligten manchmal unbequem. Es flogen auch mal die Fetzen“, so Harmuth. Als Verwaltungschef habe Plöger mit seiner indirekten Autorität für frischen Wind und pragmatische Lösungen gesorgt. „Er ist immer ein Landrat zum Anfassen gewesen, seine Tür stand jedem offen“, betonte Harmuth. Klaus Plöger hat Stormarn zu einem - inzwischen schuldenfreien - Vorzeigekreis gemacht. Dazu passt auch Plögers Lieblingsslogan „Von Stormarn lernen, heißt siegen lernen“.

Für Joachim Wagner schloss sich jetzt ein Kreis. „Vor 18 Jahren habe ich dich ernannt, heute habe ich die Aufgabe, dich zu entlassen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende, der vor 13 Jahren gegen Plöger die Landratswahl verlor. Klaus Plöger habe weder Angst noch Respekt vor großen Tieren gezeigt. „Du bist ein Landrat, der in die Geschichtsbücher eingehen wird“, so Wagner. Dieser Meinung schloss sich Reinhard Mendel an. „Du warst immer der Motor, der das Stormarner Modell angetrieben hat, oft mit deutlichen Worten. Aber der Erfolg hat dir recht gegeben“, so der Fraktionschef der SPD.

Fast uneingeschränkten Respekt zollte auch Sabine Rautenberg dem scheidenden Landrat. „Du hast dafür gesorgt, dass eine Herde gut zusammen arbeitet. Sprüche über Frauen haben dich allerdings bisweilen Sympathie gekostet“, betonte die Grünen-Fraktionschefin. Plöger und selbstbewusste Frauen – das passte wohl nicht immer zusammen. Trotzdem hat der Kreistag mit fast 40 Prozent die landesweit höchste Frauenquote.

Schließlich konnten die Gäste das neue Plöger-Porträt der Künstlerin Katharina Duwe bewundern, das Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, überreichte und demnächst in der „Ahnengalerie“ im Kreishaus hängen wird. Das größte Abschiedsgeschenk war jedoch der Große Zapfenstreich, ausgeführt von 180 Aktiven des Kreisfeuerwehrverbandes und fast aller Wehren des Kreises, die unter der Führung des Bargteheider Wehrchefs Wolfgang Schramm im Innenhof der Kreisverwaltung aufmarschierten.

Auf Wunsch Plögers spielte der Feuerwehrmusikzug Großhansdorf den Sinatra-Hit „My Way“. Da dürfte selbst der „beinharte“ Ex-Landrat feuchte Augen bekommen haben. Und was kommt jetzt für Plöger im Ruhestand? Eine Idee, die er äußerte: „Ich warte auf die Ernennungsurkunde für das Bürgermeisteramt in Büttenwarder.“ Gastkommentar Seite 10















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erstellt am 24.Apr.2016 | 21:00 Uhr

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