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Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:08 Uhr

Mönkhagen : A 20: Nun hat sich die Autobahn genug gesetzt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Straßenschäden, rot-weiße Baken und Tempo 80 – seit knapp zwei Jahren! Warum ist auf der A 20 bei Mönkhagen bis heute nichts geschehen? Wegen des Untergrunds.

Seit einem Jahr und elf Monaten ist die A  20 zwischen Geschendorf und Mönkhagen beidseitig auf 80 km/h reduziert. „Straßenschäden“ kündigen Verkehrsschilder an, und neben der rechten Spur stehen rot-weiße Baken, die verhindern, dass Autos auf die Standstreifen kommen. Dort tun sich große Risse und Absackungen auf. Ausgebessert oder repariert worden ist seit der Aufstellung der Schilder und der Baken allerdings nichts.

„Welche Ursache führt zu dieser Verkehrsbeschränkung?“, wollte der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Dornquast im Juni in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung wissen. Und weil monatelang „keinerlei weitere Maßnahmen erkennbar“ gewesen seien, wollte Dornquast auch wissen, warum nicht zeitnah mit einer Sanierung begonnen wurde.

Die Ursache liegt in der Vergangenheit. Der Abschnitt bei Mönkhagen hat einen moorigen und somit bautechnisch sehr schwierigen Untergrund. „Entsprechend dem Gutachten konnte beim Neubau der Autobahn 20 in dem betroffenen Niederungsbereich aus technischen und wirtschaftlichen Gründen keine vollständige Sanierung des Baugrunds durchgeführt werden“, lautet die Antwort der Landesregierung. Auf Deutsch: Weil das Moor dort sehr tief ist, konnte es nicht komplett, sondern nur im oberen Bereich gegen tragfähigen Boden ausgetauscht werden. „Wir haben immer gewusst, dass der Untergrund sich setzen würde, die Bodengutachter sind aber von einem viel längeren Zeitraum ausgegangen“, sagt Britta Lüth, stellvertretende Leiterin des Lübecker Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr.

Teile des Standstreifens sind dann sehr schnell abgesackt. Eine oberflächliche Sanierung hätte an einer weiteren Setzung nichts geändert. Deshalb wird seit zwei Jahren beobachtet und gemessen. „Besonders wichtig für die Bewertung möglicher Sanierungsvarianten war die Beobachtung des Setzungsverlaufs über einen längeren Zeitraum. Diese gingen in die erforderlichen Standsicherheits- und Setzungsberechnungen ein“, heißt es in der Regierungsantwort.

„Mittlerweile sind die Setzungen abgeklungen“, sagt Britta Lüth. Deshalb geht man in Lübeck und im Ministerium davon aus, dass die Tragfähigkeit auch in Zukunft gegeben ist. Das Sanierungskonzept sieht vor, den Damm zwei bis drei Meter abzugraben und neu aufzubauen. Zusätzlich werden seitliche Spundwände eingebaut – ein Sicherheitsaufschlag für den sich die Straßenplaner angesichts der zunehmenden Starkregenfälle entschieden haben, denen der Damm widerstehen muss.

Nach den Sommerferien soll endlich mit den Arbeiten begonnen werden, die natürlich weitere Einschränkungen für Autofahrer mit sich bringen. Zum Jahresende möchte man fertig sein, so dass ab 2017 endlich wieder freie Fahrt auf dem A  20-Abschnitt gelten soll.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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