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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Bad Oldesloe : 75 Prozent sind zu wenig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die CDU verlangt eine noch höhere Förderung für das auf dem Bahnhof geplante Radhaus. Eine Entscheidung in der Sache wurde deshalb abermals vertagt.

Die Diskussion rund um das Radhaus am Bahnhof nimmt einfach kein Ende. Wenn alles im angedachten Zeitrahmen abgelaufen wäre, hätte es keine größeren Diskussionen mehr gegeben. So nutzen nun die Radhaus-Gegner unter den Lokalpolitikern die Gelegenheit, um immer wieder grundlegende Fragen auf den Tisch zu bringen.

Eigentlich sollte in der Sitzung des Oldesloer Bau- und Planungsausschuss nur ein Sperrvermerk aufgehoben werden, schließlich hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Politiker und Verwaltungsmitarbeiter auf neue Fördermöglichkeiten gestoßen. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Obwohl man sich mittlerweile einer Fördersumme von stattlichen 75 Prozent annähert, wenn die aktuellen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, waren die Kritiker und Skeptiker nicht zufrieden. „Ich lese da sehr viel von ‚könnte‘ und ‚wäre möglich‘. Ich bin damit nicht zufrieden. Ich denke, es sollten noch mehr Förderungsideen gesammelt werden“, sagte Uwe Rädisch (CDU). Seine Partei hatte immer deutlich gemacht, dass sie gegen ein Radhaus ist.

Unlängst hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Möller aber betont, seine Partei versperre sich nicht einer Diskussion, wenn eine maximale Fördersumme ausgeschöpft werden könnte. Auf diesem Weg war jetzt auch sein Parteikollege Rädisch. Mehrheitlich wurde dieser Antrag auf den Weg gebracht, außerdem soll weiterhin eine kostengünstigere Lösung geprüft werden.

Friedrich-Karl Kümmel (FBO) brachte ein ganz anderes Thema auf den Tisch. „Die Fahrradboxen werden gar nicht richtig genutzt. Die stehen leer, sind teilweise von Unkraut zugewuchert. Ich habe das mal beobachtet und festgestellt, dass von rund 80 Boxen vielleicht 30 überhaupt nur genutzt werden“, so Kümmel. Als Beweis reichte er Fotos rum. „Warum überprüfen wir nicht erstmal die richtige Nutzung dieser Boxen, bevor wir hier an ein Radhaus denken. Wenn die alle richtig vergeben sind und dann überhaupt noch Bedarf besteht, kann man doch weitersehen“, so Matthias Rohde (FBO).

Die Zusage, dass die Verwaltung die Boxennutzung erneut überprüfe, wollte er so als lose Aussagen nicht stehen lassen. „Ob Herr Scheuber und seine Mitarbeiter nun prüfen oder nicht, da wird doch sowieso nichts passieren“, grummelte Rohde. „Das ist eine Unterstellung, die ich so nicht stehen lassen kann“; rügte ihn Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). „Ich finde es unglücklich, dass die FBO behauptet, dass eine große Anzahl Boxen nicht oder falsch genutzt werden. Daher kann ich nicht zulassen, dass in dem Antrag über eine ‚bessere Nutzung‘ abgestimmt wird. Wir wissen ja gar nicht, ob sie wirklich verkehrt genutzt werden“, strich sie den Antrag der FBO zusammen. Nach einigem Hin und Her, einigte man sich darauf, dass die Verwaltung damit beauftragt wird, die Boxennutzung wieder zu überprüfen. „Die Situation ist nicht einfach. Wer sein Pfand hinterlegt hat, nutzt sie halt. Ich kenne die Verträge nicht im Detail. Da muss ich reinschauen. Wie wir da dann eine Handhabe haben, kann ich nicht sagen. Wir können doch da niemanden abstellen, der überprüft, ob der jeweilige Nutzer da wirklich sein Fahrrad rein stellt“, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber.

„Selbst wenn es wieder freie Boxen gibt, brauchen wir das Radhaus, denn wir haben eine lange Warteliste für die Boxen. Die wären direkt wieder belegt“, ergänzte Wilfried Janson (Grüne). Insgesamt wurde deutlich, dass das letzte Wort noch immer nicht gesprochen ist. Ob das Radhaus kommt und wie es aussehen wird, ist damit weiter unklar.

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