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Von Dänemark bis Hamburg : Sonderburg soll Drehscheibe für die E-Sport-Szene werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Organisation „Cross Border Esports“ will eine feste Anlaufstelle für die stark wachsende Szene im ganzen Norden schaffen.

Sonderburg | Im E-Sport zählt Dänemark zu den besten zehn Nationen weltweit. Das Interesse daran hat besonders seit 2013 enorm zugelegt. Die Turniere haben aber eher im Netz stattgefunden. Das soll sich ändern. Das ist eines der Ziele der Organisation „Cross Border Esports“ (CBE), die in Sonderburg letztendlich ein „House of Esports“ einrichten, dadurch dem Onlinesport die erste Basis in Dänemark geben und Vereinen beim E-Sport-Angebot beratend zur Seite stehen möchte.

Die Spielebranche ist im Gespräch – die Förderung von Games und das Thema E-Sports ist sogar ein Wahlkampfthema: Im Hinblick auf die Landtagswahl in Schleswig-Holstein etwa nehmen die meisten Parteien Stellung dazu, ob und wie E-Sports-Veranstaltungen gleichberechtigt mit konventionellen Sportveranstaltungen gelten können. CDU, AfD oder Die Partei sehen dafür keinen Anlass, Grüne, Piraten oder Die Linke setzen den Haken bei „Ja“. Die SPD hat das Thema nicht auf der Agenda. Die Hamburger FDP setzt das Thema sogar seit Ende 2016 aktiv auf die Agenda in der Hamburgischen Bürgerschaft und will Computerspiele offiziell als Sportart anerkennen lassen.

Das erklärte Mitinitiator Thomas Bjørn-Lüthi, Inhaber der Veranstaltungsfirma „5th element“. Er wusste, dass in jeder Kommune zwei bis drei E-Sport-Vereine gegründet werden, in Sonderburg gibt es zwei, zwei weitere folgen in den kommenden Wochen. 2019 werde es an die 600.000 Spieler geben, glaubt er. „Damit wird E-Sport größer als Fußball mit seinen 282.000 Spielern“, erwartet der passionierte Volleyballspieler.

Und wer da denke, E-Sport würde der Gesundheit schaden, irre. Zum einen spielen Teams gegeneinander, was soziale Kompetenz voraussetzt, zum anderen „kannst du nicht stundenlang am Compter sitzen. Da musst du körperlich fit sein. Die meisten E-Sportler, die ich kenne, besuchen Fitnessstudios und sind fitter als ich“, suchte Bjørn-Lüthi Vorurteile auszuräumen.

Sonderburg soll Drehscheibe für E-Sport in der Region und über die Grenze hinaus werden. Dass es Sonderburg wird, erklärte Bjørn-Lüthi mit dem Zweistunden-Abstand. Da geht der Radius von Randers bis Hamburg und erreicht 9,2 Millionen Menschen. Das bringe Kopenhagen nicht. CBE will nicht die Elite, sondern den Breitensport fördern, wobei dann Talente entdeckt werden können. Im weiteren Schritt ist daran gedacht, Schulen beim Angebot „E-Sport“ zu helfen. Da hat sich CBE mit Martin Petersen zusammengetan, selbst erfolgreicher E-Sportler, der in der „Frøslevlejerens-Nachschule“ E-Sport unterrichtet. Auch kommt CBE-Partner „Nova Data“ ins Spiel, denn ohne die richtige Ausrüstung geht es nicht: „Man spielt ja auch nicht Fußball in Socken“, sagte Kenan Hansen vor der Presse in der Sonderburger Skansen-Halle.

Die wird am zweiten Septemberwochenende ihr inneres Aussehen stark verändern. Die Halle wird mit drei Bühnen für die Teams ausgestattet, mit Zuschauerrängen und Verkaufsständen. In der alten Halle findet für 350 Teilnehmer eine LAN-Party statt. CBE rechnet mit 700 Teilnehmern, 2000 Zuschauern und 200.000 Online-Zuschauern.

2019 soll der E-Sport in der Region verankert sein, mit dem ersten realen Treffpunkt (House of Esport) im Land. Oder wie Bjørn-Lüthi sagte: „Sonderburg wird die internationale Hauptstadt für E-Sport.“ Das scheinen auch Unternehmen der Region so zu sehen. Sie sponsern das Turnier im September, selbst die EUC-Syd-Hochschule ist dabei, was Bjørn-Lüthi logisch findet. Schließlich hat die Schule eine IT-Abteilung und bildet Elektriker aus. Und diese werden beim Aufbau des Turniers ja gebraucht.

  Erstes „Game Event“

Das EUC Syd wird von Gründonnerstag bis Ostersonntag Dreh- und Angelpunkt für den E-Sport. Platz ist für 110 Spieler. Dieses „Game Event“ soll  Startschuss sein für die Einrichtung eines E-Sport-Trainingszentrums, mit dem Neuesten an Technologie im Sportbereich. Der kürzlich gegründete Verein „EUC SYD Game Events“ soll zielgerichtet darauf hinarbeiten, E-Sport in Ausbildungseinrichtungen zu fördern.

Die Veranstaltung ist somit ein Versuchsballon. Es ist geplant, mindestens zwei ähnliche Turniere im Jahr anzubieten. Das begründet Stephan Seidel, IT-Abteilung im Praktikcenter Syd, mit der wachsenden Popularität des E-Sports. Diese Angebote sollen EUC Syd zum Treffpunkt für E-Sport machen: „Wir sind eine der führenden Ausbildungseinrichtungen, wenn es um IT geht. Da ist es nur natürlich, den Fokus auf E-Sport zu setzen“, ergänzt Seidel.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 18:50 Uhr

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