zur Navigation springen

Lokales

07. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Büsum : So schön war das Springturnier im Watt

vom
Aus der Onlineredaktion

Vier Stunden wurde das Watt zum Reitplatz. 123 Starter hatten sich angemeldet.

Büsum | Der Meeresboden ist trocken, doch vom Himmel kommt reichlich Nachschub: Begleitet von zum Teil heftigen Regenschauern ist am Samstag im Watt vor Büsum ein Dressur- und Springturnier ausgetragen worden. Für knapp vier Stunden wurde das Watt in einen Reitplatz umgewandelt. „Regen von oben: Da staubt es nicht so im Watt“, lautet der trockene Kommentar des Moderators zum Wetter. Auch Reiter und Zuschauern lassen sich vom trüben Wetter die Laune nicht vermiesen.

Ungewöhnlicher Anblick: das Sprungturnier im Watt.

Ungewöhnlicher Anblick: das Sprungturnier im Watt.

Foto: dpa
 

„Das Feeling hier ist fantastisch“, sagt ein Mann in einem Strandkorb, während vor seinen Augen zahlreiche Helfer bei Ebbe das Watt für knapp vier Stunden in ein Turniergelände verwandeln. Nach Angaben der Veranstalter ist das Watt-Turnier einmalig in Schleswig-Holstein. 123 Starter aus ganz Deutschland haben sich in diesem Jahr angemeldet, sagt Annika Lütje vom örtlichen Reitverein. „Manche reisen extra für dieses Turnier an, mieten sich für eine Nacht ein, um dann wieder runter in ihre Heimat zu fahren.“ „Ich hab es letztes Jahr nur als Zuschauer erlebt, das war so eine tolle Stimmung, und dies Jahr darf ich selbst mit reiten“, freut sich Frederike Pünner aus Hamburg.

Matschig: Eine Springreiterin nimmt in Büsum am jährlichen Wattspringturnier teil. Der Wettkampf auf matschigem Untergrund wird seit 1926 ausgetragen.
Matschig: Eine Springreiterin nimmt in Büsum am jährlichen Wattspringturnier teil. Der Wettkampf auf matschigem Untergrund wird seit 1926 ausgetragen. Foto: Markus Scholz
 

Für Thorsten Hein aus St. Margarethen ist Büsum „absolutes Highlight für einen Turnierreiter: Nirgendwo sonst gibt es diese Atmosphäre“, schwärmt er. Auch ein Mensch empfinde die Weite, wenn er im Watt spazieren geht: Dem Pferd gehe es ähnlich, sagt er.„Es ist ein schönes Gefühl, denn auch die Pferde haben Spaß daran“, sagt Heinrich Gautschi. Woher der Schweizer das weiß? „Man merkt, wenn das Pferd gut drauf ist, oder wenn es eher griesgrämig ist.“

Manch Zuschauer hat bei dem Spektakel jedoch eine ungute Ahnung. „Man hat das Gefühl, draußen auf dem Watt zu springen muss ein Risiko sein, weil es sehr matschig und sehr rutschig ist“, sagt Natalie Röper-Sommer aus Uelzen. „Es ist eine andere Situation, aber gefährlich ist es nicht, erklärt Tierarzt Jenscarsten Vieth. Der Veterinär betreut die Veranstaltung seit vielen Jahren: „Ich kann mich an keinen schweren Unfall erinnern“, sagt er.

„Es gibt in Deutschland kein ländliches Turnier mit einem so hohen Publikumsaufkommen“, sagt Annika Lütje. Das Reiten auf dem Meeresgrund sei nicht vergleichbar mit dem Reiten auf Gras- oder Sandboden. Mit nassem Boden und spiegelnden Pfützen sei das Watt ein anspruchsvolles Gelände.

Die Anfänge datieren im Jahr 1926. Damals organisierten einige Büsumer erstmals ein Hunde- und Pferderennen im Watt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich daraus das traditionelle Reitturnier mit Dressur- und Springprüfungen. „Jetzt kann man einmal im Jahr im Nationalpark reitet: Das ist ansonsten streng verboten.“

zur Startseite

von
erstellt am 14.Aug.2016 | 14:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen