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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 13:51 Uhr

Hollingstedt und Treia : Zwei Grundschulen vor dem Aus?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sondersitzung des Schulausschusses im Amt Arensharde: Die Standorte Hollingstedt und Treia könnten der künftigen Struktur der Schullandschaft zum Opfer fallen.

Der Schul- und Kulturausschuss des Amtes Arensharde trifft sich am 15. November zu einer Sondersitzung in der Silberstedter Amtsverwaltung. „Beschlussempfehlung bezüglich der zukünftigen Struktur der Schullandschaft im Amt Arensharde“ lautet das zentrale Thema, das schon im Vorfeld für viel Gesprächsstoff sorgt.

Die Schulen im Amt Arensharde
Die Schulen im Amt Arensharde Foto: Grafik: sh:z Yalim
 

Ginge es nach der Ausschuss-Vorsitzenden Sabine Sütterlin-Waack, wäre das nicht so. „Eigentlich wollen wir das Thema der Öffentlichkeit erst in der Sitzung vorstellen“, erklärte die Lürschauer Bürgermeisterin und CDU-Bundestagsabgeordnete auf Nachfrage. „Es ist eine heikle Geschichte, die für einige Emotionen sorgen könnte“, sagt sie zur Begründung.

Zur Debatte stehen die Grundschulen in Treia und der Standort Hollingstedt, der als Außenstelle der Grundschule Schuby geführt wird. Beide Schulen haben nach Einschätzung von Sabine Sütterlin-Waack Probleme, die erforderlichen Schülerzahlen nachzuweisen. „Uns geht es darum, qualitativ hochwertigen Unterricht für die Kinder zu gewährleisten“, sagt die Politikerin – und das sei in kleineren Schulen ungleich schwerer.

Als Beispiel dafür nannte sie die Schule in Hollingstedt mit 57 Kindern. Schubys Schulleiterin Sybille Johnsen hatte im Oktober im Ausschuss berichtet, dass Unterricht in Hollingstedt nur mit Mühe möglich sei. Ab nächstem Schuljahr sei unter diesen Bedingungen keine Unterrichtsgestaltung mehr möglich. Die Schlussfolgerungen für die Zukunft hatte der Ausschuss zunächst hinter verschlossenen Türen beraten. „Das ist ein hochbrisantes und auch emotionales Thema“, sagte Sabine Sütterlin-Waack, „aber es sind noch keine Beschlüsse gefasst worden. Wir sind noch in alle Richtungen offen.“ Man wolle am Dienstag alle Fakten erläutern und Meinungen anhören. „Es ist auch möglich, dass alles bleibt, wie es ist. Auf jeden Fall wollen wir Einvernehmen schaffen.“

Die Ausschuss-Vorsitzende erläuterte, dass man mit zwei Vorschlägen in die Diskussion gehen werde. Eine Variante sieht die Schließung der Schule in Hollingstedt vor – und die Verteilung der Kinder nach Schuby und Treia. Zudem wurde intensiv darüber diskutiert, die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Silberstedt mit einem neuen Grundschulteil auszustatten – und die Standorte in Hollingstedt und Treia zu schließen.

„Und genau das befürchten wir, sagt Hanna Hansen, die SPD-Ortsvereins-Vorsitzende in Treia. Sie hat an den Beratungen nicht teilgenommen, innerhalb der politischen Gremien in den Dörfern aber sei viel durchgesickert. „Wir warnen vor der geplanten Verschwendung von 2,6 Millionen Euro für einen Bildungscampus in Silberstedt. Es erschließt sich nicht, warum dort eine neue Grundschule gebaut werden sollte.“ Was sie und ihre Mitstreiter besonders ärgere, sei die nicht-öffentlich Beratung. „Wahrscheinlich sollen alle vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, mutmaßt Timo Jacobs, ebenfalls SPD Treia.

Empört reagierte die Hollingstedter Bürgermeisterin und Amtsvorsteherin Petra Bülow auf die Aussage aus Treia, die Schule in Hollingstedt werde geschlossen. „Ich bin entsetzt, so geht man im Amt nicht miteinander um. Die Sitzung steht bevor, es gibt keine Beschlussempfehlung – und dann so etwas.“ Nach der Erklärung der SPD Treia werde sie den Schulstandort Hollingstedt verteidigen. „Der trägt nämlich auch zur Sicherung der Gemeinschaftsschule Silberstedt bei.“

In der Sache gehe es darum, im Amt für qualitativ hochwertige Schulen zu sorgen. Von Verhandlungen hinter verschlossenen Türen könne keine Rede sein: „Das ist normale Ausschussarbeit. Wir haben Handlungsbedarf gesehen, die Verwaltung hat Lösungsvorschläge erarbeitet – und die stellen wir dann ausführlich vor.“ Der Amtsausschuss werde sich dann so viel Zeit nehmen, wie für eine einvernehmliche Lösung des Problem notwendig sei.

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erstellt am 09.Nov.2016 | 16:45 Uhr

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