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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 13:15 Uhr

Wikingermarkt in Kropp : Zum Bogenschießen in die „Knud Gasse“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

260 Händler, Handwerker und Künstler ließen am Wochenende in Kropp das Mittelalter wieder aufleben.

Viele machen ihr Hobby zum Beruf – bei Marko Wehner aus Buschenhagen in Mecklenburg-Vorpommern ist es anders herum: Der Schmied ist seit 16 Jahren regelmäßig auf Mittelaltermärkten zu finden – wie am Wochenende in Kropp. Dort sei die Nachfrage nach Geschmiedetem einfach größer, erklärte er, während er mit dem Hammer auf seinem Amboss arbeitete und hinter ihm die Kohlen glühten. Marko Wehner alias Mar Dietrichson war einer von 260 Händlern, Handwerkern und Künstlern vor Ort, erklärte Mitveranstalter Slaco Petersen. „Der Markt wird jedes Jahr größer“, sagte er. Darüber freute er sich ebenso wie über die schätzungsweise mehr als 1000 Besucher, die mit Pfeil und Bogen auf Äpfel schossen, mit der Armbrust auf Holz-Eichhörnchen zielten, gemeinsam im Kreis tanzten oder die Show von Zauberer Robert Blake beklatschten.

Passenderweise hieß der Eintritt Wegzoll und die Gassen, an denen die Wikingerzelte aufgebaut waren, trugen Namen wie „Freya Weg“ oder „Knud Gasse“. „Das ist ein recht ruhiger, kleiner Markt, der überschaubar und nicht so hektisch ist. Das ist schön“, meinte Kirstin Bellmann, die Fladenbrot zubereitete. „Nach historischem Vorbild“, wie sie erklärte: „Die Zutaten sind Vollkornmehl, Wasser, Salz und Honig.“ Das Wikinger-Rezept schien den Geschmack der Besucher zu treffen, denn vor dem Stand bildete sich eine Schlange.

„Wir sind keine Schön-Wetter-Wikinger“, betonte Sabine Mantel. Regen oder Wind konnten ihr und ihren Mitstreitern, darunter zwei Hunde, nichts anhaben. Im Gegenteil: Abends, wenn die Besucher weg sind, „geht es erst richtig los. Dann wird zusammen gespeist, musiziert, gelacht und getanzt“, erzählte sie. Wem danach die Füße weh taten, der war bei „Steinfrau“ Anke Behrens in der „Knud Gasse“ an der richtigen Adresse: Dort gab es neben Steinen aus aller Welt auch Massagen. Jörg Lorenzen-Schmidt aus Böklund genoss sichtlich die Fußkneterei. Als Herold des Lagers laufe er viel durch die Gegend, erklärte er, übernehme das Anmoderieren der Shows und achte darauf, dass gewisse Regeln eingehalten würden. „Wenn ich in einem Lager eine Colaflasche finde, zieht das eine Geldstrafe nach sich“, betonte er.

Der Markt sei inzwischen aus den Kinderschuhen raus, meinte Behrens, die das dritte Mal dabei war. „Er ist gut besucht und ich bin super zufrieden. Wir haben es geschafft, dass die Leute begreifen, dass es uns hier gibt“, sagte sie. Man sah ihr die Freude an, als sie den Besuchern Herkunft und Entstehung von Kristallen, Mineralien oder Fossilien erklärte. „Sehr viele meiner Steine kommen aus Madagaskar, Namibia und Südamerika“, erzählte sie. „Auch an den Steinen geht die Politik nicht spurlos vorbei“, nannte sie den Grund, warum es lange Zeit kein Lapislazuli aus Afghanistan auf dem Markt gab.

So zufrieden die Teilnehmer mit dem Besucherzuspruch waren, so sehr haderten sie mit dem Wetter. „Es hätte besser sein können“, meinte etwa Sabine Mantel. Besucher wie Jasmin Koch aus Süderbrarup waren wetterfest gekleidet. Sie war wie im letzten Jahr mit der Familie da, und stellte fest: „Das Angebot ist größer geworden.“ Die Kinder freuten sich über die Mitmachaktionen, sie war gespannt auf die Stände. Frank Haase hatte das Hinweisschild für den Markt an der Bundesstraße gesehen. „Ich kenne solche Märkte aus Berlin, aber dieser hier ist insgesamt größer und vielfältiger“, meinte er – bis auf das Essen.

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erstellt am 04.Jul.2016 | 12:46 Uhr

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