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Schleswig-Krimi mit Natlia Wörner : ZDF-Dreharbeiten: Leichenfund im Naturschutzgebiet

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rund um Schleswig wird in dieser Woche die nächste Folge der ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“ gedreht.

Das Wetter ist optimal. Fünf Grad und diesig. Ein frischer Wind weht über die Schlei. Genau die richtige Atmosphäre für die ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“, die oftmals geradezu Wallander-artig kühl inszeniert wirkt. „Dazu diese wunderschöne, aber auch karge und fast poetische Landschaft. Das passt zum Stil der Geschichte, die wir erzählen“, sagt Martin Brambach, einer der drei Hauptdarsteller. Seit Anfang der Woche stehen er und seine Kollegen in Schleswig und Umgebung für die 14. Folge vor der Kamera. Arbeitstitel: „Das Haus am Meer“. Nachdem am Dienstag vor der Kulisse des Wikingturms gedreht wurde, hieß der Schauplatz gestern Lindaunis.

In ihrem neuen Fall gerät Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) in ein komplexes Lügenkonstrukt, hinter dem sich das Drama einer Familie verbirgt, die zu drastischen Mitteln greift, um ihren sozialen Abstieg zu verhindern. Zu Beginn der Geschichte meldet eine anonyme Anruferin ein Kapitalverbrechen. Tags darauf wird die Leiche einer jungen Frau in einem Naturschutzgebiet aufgefunden.

Als Naturschutzgebiet haben die Filmemacher das Schleiufer in Lindaunis auserkoren. Am dortigen Strand drehen die teils dick vermummten Mitglieder des etwa 30-köpfigen Teams gestern Vormittag unter anderem die Szene, wie der Chef von Jana Winter, Arne Brauner (Martin Brambach), zum Fundort der Leiche kommt. „Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Mein Gott, das gibt’s doch gar nicht“, herrscht er lautstark einen Mitarbeiter an, ehe er wutschnaubend zu Jana Winter und ihrem Kollegen Matthias Hamm (Ralph Herforth) stapft. Immer wieder muss Brambach fluchend in die Mikrofone brüllen, immer wieder muss er sich vor dem Hintergrund der Schleibrücke von den Kollegen über die bisherigen Erkenntnisse in dem Mordfall aufklären lassen. Dann endlich ist Regisseurin Judith Kennel zufrieden – und die Szene im Kasten.

Zufrieden sind zu diesem Zeitpunkt aber nicht alle. Als es in die Mittagspause im nahen Café Lindauhof geht – dort, wo früher der ZDF-„Landarzt“ gedreht wurde –, warten einige Komparsen immer noch auf ihren Einsatz. So wie Collin Hodge (25) und Nick Jürgensen (17) vom Schleswiger Bestattungshaus Jürgensen. Schon vor Stunden sind sie mit ihrem Leichenwagen verabredungsgemäß eingetroffen. Doch noch immer haben sie die Filmleiche nicht abtransportieren dürfen. Für beide ist es nicht der erste TV-Einsatz. Und so wissen sie auch, dass Geduld am Set zu den gefragten Tugenden zählt. „In Hamburg habe ich mal sechseinhalb Stunden warten müssen, bis ich dran war“, erzählt Hodge. Eigentlich hätte diesmal sogar der Chef persönlich mitwirken sollen. Doch der hat gestern mit einer echten Beerdigung zu tun.

22 Drehtage, bis zum 5. April, sind von der Hamburger Firma „Network Movie Film- und Fernsehproduktion“ für die neue Folge von „Unter anderen Umständen“ veranschlagt. Ende dieser Woche zieht der Tross weiter Richtung Süden, wo in Hamburg und Umland die Kameras aufgebaut werden. „Schade, dass wir nur eine Woche hier sind. Ich komme jedes Mal gerne nach Schleswig“, berichtet Martin Brambach im Gespräch mit den SN. „Die Leute freuen sich, wenn hier gedreht wird“, hat er festgestellt. Das sei nicht selbstverständlich, denn die Dreharbeiten seien manchmal für die Bevölkerung auch mit Unannehmlichkeiten wie etwa Straßensperrungen verbunden. „In Berlin gehen die Leute manchmal selbst dann nicht zur Seite, wenn man sie darum bittet.“

Ralph Herforth hat es vor allem die Schlei angetan. „Das ist ein tolles Revier“, sagt er und erzählt, wie er einst mit dem Motorboot das Gewässer erkundet hat. Und: „Ich war mal in Kappeln, da zogen die Angler einen Hering nach dem anderen raus. Das war so irre“, erinnert sich der Schauspieler.

So wie es aussieht, werden die Krimi-Darsteller noch öfter in die Schleiregion reisen dürfen. Denn die seit 2006 produzierte Fernsehreihe ist für das ZDF nach wie vor ein Quotenbringer. Rund sechs Millionen Zuschauer schalten regelmäßig ein. „Selbst die Wiederholung neulich am Rosenmontag haben viereinhalb Millionen Menschen gesehen“, betont Brambach. „Es ist eine sehr beliebte Serie, auf die ich oft angesprochen werden. Und das, obwohl ich inzwischen auch im Dresdener Tatort mitspiele.“

Ein Sendetermin für „Unter anderen Umständen – Das Haus am Meer“ steht noch nicht fest.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 07:23 Uhr

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