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Schleswiger Nachrichten

26. September 2016 | 15:56 Uhr

Jageler Soldaten zurück aus Incirlik : Würdigung einer gefährlichen Mission

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 aus Jagel und Kropp wurden von Ministerpräsident Torsten Albig empfangen.

Ihre Fähigkeiten sind bei der internationalen Allianz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hoch geschätzt, ebenso hoch ist ihr persönlicher Einsatz. Das betonte Ministerpräsident Torsten Albig gestern bei einem Empfang im Gästehaus der Landesregierung an der Kieler Förde, zu dem er rund 50 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ aus Jagel und Kropp eingeladen hatte. Sie alle waren im Einsatz auf der türkischen Militärbasis in Incirlik, als Spezialisten am Boden, Luftbildauswerter oder Tornado-Piloten über syrischem und irakischem Gebiet. Dorthin hatte Albig die ersten Soldaten im Dezember verabschiedet. Zwischenzeitlich hat es mehrere Kontingentwechsel gegeben. „Wie schön, dass Sie wieder da sind. Damit hat sich der wichtigste Wunsch Ihrer Familien erfüllt: Sie gesund wieder zurück zu haben in Schleswig-Holstein“, sagte der Ministerpräsident.

Einen im März geplanten Besuch in Incirlik bei den Soldaten aus Schleswig-Holstein hatte Albig aufgrund der instabilen Sicherheitslage kurzfristig abgesagt. Es war nicht der einzige. „Ich habe drei Anläufe unternommen, alle drei wurden von der Bundeswehr gestoppt. Und als die Bundeswehr sagte, es geht, ging es für die Türken nicht“, sagte er gestern. Im November soll es nun klappen. Albig wird nach Incirlik aufbrechen, um die Soldaten aus Schleswig-Holstein nach politisch angespannten Wochen zwischen Deutschland und der Türkei doch noch zu besuchen. „Es wird ein kleiner, rein informeller Besuch. Mir ist wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es für die Soldaten ist, dort unserem Land zu dienen.“

Die Türkei hatte den Besuch deutscher Politiker auf dem Nato-Stützpunkt im Osten des Landes über Wochen hin aus Verärgerung über eine Armenien-Resolution des Bundestags verweigert. Anfang des Monats hat die Türkei das Besuchsverbot aber wieder aufgehoben, nachdem die Bundesregierung erklärt hatte, die Resolution des Bundestags sei für sie rechtlich nicht bindend.

In einer kurzen Ansprache lobte Albig gestern den Einsatz der Soldaten aus Jagel und Kropp. Sie erfüllten eine gefährliche Aufgabe, und er habe nur eine „rudimentäre Ahnung davon, was das für die Angehörigen bedeutet“, sagte er. Auch sein Vater sei Soldat gewesen. Wenn dieser unterwegs gewesen sei, dann innerhalb Deutschlands. „Das war ein ganz normaler Job für uns als Familie. Incirlik ist etwas ganz anderes.“

Nicht nur Incirlik. Denn die deutschen Soldaten sind an weit mehr Auslandseinsätzen beteiligt als nur über Syrien und dem Irak, unter anderem ist ein von Experten als äußerst gefährlich eingestufter Einsatz in Mali angelaufen. Nach wie vor sind Jageler Soldaten zudem im Afghanistan-Einsatz. „Die Einsätze gehen weiter“, sagte Albig und betonte an die Soldaten gewandt: „Ohne Sie kann die Bundeswehr nicht leisten, was sie zugesagt hat. In dieser Welt für Demokratie und Freiheit einzutreten, ist eine besondere Bürde und Herausforderung.“

Der Kommodore des Geschwaders, Oberst Michael Krah, der selbst über reichlich Erfahrung in Auslandseinsätzen verfügt, unter anderem in Afghanistan und im Balkan-Konflikt geflogen ist, lobte den großen Rückhalt seiner Soldaten im Kreis Schleswig-Flensburg. „Wir sind voll integriert und erfahren Anerkennung für das, was wir leisten.“ Im Hinblick auf die jüngste Entwicklung in der Türkei erklärte der Kommodore, der Putschversuch habe den Einsatz nur in geringem Maße beeinträchtigt, und die Zusammenarbeit mit der türkischen Seite habe nicht gelitten.

Bevor Albig das Frühstücksbüfett für die Soldaten eröffnen konnte, nahm er von Oberst Krah ein Bild in Empfang, das Einblick in den Einsatz der Aufklärungstornados vermittelt. Möglicherweise auch für den Fall, dass es im November doch nicht klappen mit dem Inelik-Besuch.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 07:37 Uhr

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