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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Schleswig : Wo es für Radfahrer eng wird

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Interessengemeinschaft Umweltschutz hat eine Mängelliste zusammengestellt. Die Stadt verspricht teilweise Abhilfe und verweist auf ihr Verkehrskonzept.

Schleswig soll Radfahrer-Stadt werden. Das ist einer der Kernpunkte des städtischen Verkehrskonzeptes. Dass auf dem Weg dahin noch viel zu tun ist, das bemerkten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Umweltschutz (IGU), als sie eine Rundtour durch die Stadt unternahmen. Viele stark befahrene Straßen haben gar keinen Radweg – zum Beispiel die Friedrichstraße oder die Plessenstraße. Wo es Radwege gibt, sind sie oft sehr schmal und verlaufen direkt am Kantstein. Als Paradebeispiel nennt Bernd Ohde von der IGU hier die Flensburger Straße. „Zum Teil sind die Radwege noch durch Sondernutzungen eingeschränkt“, sagt er – und meint damit Stellschilder, die an den Laternenmasten lehnen und die Wege für Radfahrer noch enger machen.

Dies sind Dinge, die man im Bauamt längst auf der Agenda hat. „Die nicht zufriedenstellende Radführung im Verlauf der Flensburger Straße ist den Fachbehörden bekannt“, sagt der dort für den Straßenverkehr zuständige Mitarbeiter Axel Warnke. Er verweist darauf, dass die Straße in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll. „Der bisherige Planungsstand sieht hier vom Lollfuß bis zum Knotenpunkt Lattenkamp einen beidseitigen Radfahrer-Schutzstreifen vor.“

Ähnlich problematisch sieht IGU-Aktivist Kurt Knolle-Lorenzen die Situation am Mühlenredder. Dort kommt erschwerend hinzu, dass der Fußweg an vielen Stellen von Gestrüpp überwuchert ist. Hier hat Warnke zugesagt, sich um Abhilfe zu kümmern. Einen anderen Vorschlag Knolle-Lorenzens steht er jedoch skeptisch gegenüber. Es gibt einen Trampelpfad, der vom Neufelder Weg aus am Waldrand entlang nach St. Jürgen verläuft – parallel zum Mühlenredder. Diesen Pfad könnte man zum vollwertigen Radweg ausbauen. „Das scheidet derzeit aus, weil sich Teile des Weges in Privatbesitz befinden“, sagt Warnke.

Mehr Hoffnung macht er der IGU bei einem anderen Punkt. „An Kreuzungen verlieren sich oft die Radwege, und die Fahrradfahrer müssen unlogische Umwege in Kauf nehmen“, bemängelt Bernd Ohde. Als Beispiel führt er die Kreuzung von Kattenhunder Weg und Langseestraße an: Dort führt ein großer breiter Fahrradweg auf die Kreuzung zu – es gibt eine Radfahrer-Ampel – hinter der der Radweg zu Ende ist. Dieses Problem, so Warnke, habe im Verkehrskonzept die „Priorität 1“. Im nächsten Jahr werde man Gespräche mit dem hier zuständigen Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Flensburg aufnehmen.

Ein letzter Kritikpunkt, den die IGU aufgreift, ist im Verkehrskonzept indes noch nicht enthalten: „In ganz Schleswig existieren zu wenige Fahrrad-Abstellplätze“, sagt Ohde. Und dort, wo es sie gibt, seien sie nicht überdacht. „In Schleswig werden die Radfahrer oft im Regen stehen gelassen.“ Hier nennt er als Beispiel die oft völlig überfüllten Fahrrad-Stellplätze auf dem Capitolplatz.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 07:44 Uhr

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