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Schleswiger Nachrichten

27. Juni 2016 | 02:32 Uhr

Schleswig : „Wir machen mehr Streifenfahrten“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswigs neuer Polizeichef Ferdinand Frenzer verspricht verstärkten Einsatz gegen Wohnungseinbrüche.

Nach neun Jahren Arbeit im Innenministerium wollte Ferdinand Frenzer wieder richtige Polizei-Praxis spüren – und die wartet jetzt auf ihn in Schleswig. Der 55-jährige Nordfriese ist neuer Chef des Polizeireviers Schleswig, zu dem die Stationen Böklund, Kropp, Silberstedt, Erfde und Busdorf zählen. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe, auch weil ich wieder mit Kollegen zu tun habe, die das tägliche polizeiliche Geschäft auf der Straße erledigen“, sagte Frenzer gestern im Gespräch mit den SN.

Das „tägliche polizeiliche Geschäft“ – dazu gehört die nicht enden wollende Serie von Wohnungseinbrüchen in ganz Schleswig-Holstein. Landesweit plant die Polizei derzeit verschärfte Kontrollen, insbesondere nach harscher Kritik der Oppositionsparteien im Kieler Landtag an Innenminister Stefan Studt (SPD). Revierleiter Ferdinand Frenzer kündigt jetzt auch für Schleswig und Umland mehr Polizeipräsenz an: „Wir werden noch mehr Streifenfahrten unternehmen als bisher – selbst in den Wohngegenden, in denen wir normalerweise nicht so vertreten sind, weil es zuvor nicht erforderlich war.“

Seit dem vergangenen Sommer vergeht kein Tag ohne neue Meldungen über Wohnungseinbrüche im gesamten Polizeibezirk, besonders am Wochenende. An diesem Sonntag und Sonnabend waren es Hauseigentümer in Treia, Silberstedt, Neuberend, Tarp und Steinberg, die betroffen waren.

Welche Kenntnisse gibt es über die Tätergruppen, die hier in Wohnungen und Häuser einbrechen?

Am häufigsten stammten die Täter aus Osteuropa, aus dem Balkan, berichtet Frenzer. Meist seien sie gut organisiert. Selten kämen sie in ihren eigenen Autos. Vielmehr besorgten sich die Diebe häufig Leihwagen in Hamburg, mit denen sie dann Orte und Städte nahe der schnellen Straßen, insbesondere der Autobahn, ansteuerten. So seien sie für Bürger nicht an den Auto-Kennzeichen auszumachen.

Die Einbrüche erfolgten meist tagsüber, oft in der Dämmerungszeit, wenn die Hausbesitzer noch nicht von ihrer Arbeit zurück seien. „Der Einbruch selbst verläuft meist sekundenschnell“, sagt Frenzer. Den Kontakt mit den Bewohnern eines Hauses versuchten die Täter nach Erfahrungen der Polizei zu vermeiden. „Hören sie während der Suche nach Gegenständen Geräusche oder bemerken irgendwo Licht, verschwinden sie oft wieder.“ Was vorzugsweise geklaut wird? Elektrogeräte, Laptops, Handys, Schmuck, Bargeld, gern auch EC-Karten – „eben alles, was schnell zur Hand ist und mitgenommen werden kann.“ Damit verdächtige Personen, die sich auf Straßen und in Wohngegenden befinden, möglichst frühzeitig von der Polizei entdeckt werden, werden laut Frenzer vermehrte Streifenfahrten eingeführt. Auch das Zusammenspiel von Schutzpolizei und Kripo werde verstärkt. Doch ebenso sei die Bevölkerung gefragt, ihre Beobachtungen sofort an die Polizei weiterzugeben – unter Rufnummer 110. „Wir nehmen jeden Hinweis über Verdächtiges entgegen“, meint Frenzer. Zum Beispiel: „Wenn unbekannte Personen oder Autos längere Zeit vor Häusern oder in reinen Wohnstraßen auffallen, sollte man uns gern Bescheid sagen. Lieber einmal zu viel als etwas übersehen.“

Den häufig allgemein geäußerten Vorwurf aus der Öffentlichkeit, die Polizei sei hilflos gegen vermehrt auftretende Einbrecherbanden aus Osteuropa, will Frenzer so nicht gelten lassen: „Wir sind relativ gut aufgestellt, auch in unserer technischen Ausrüstung. Aber wir sind auch sehr auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen.“

Mit welcher Maxime Ferdinand Frenzer an seine neue Aufgabe herangeht? „Zum einen trete ich für ein angenehmes Arbeitsklima im Revier ein. Und dann finde ich, dass der alte Spruch ,Die Polizei, Dein Freund und Helfer’ weiterhin seine volle Berechtigung haben sollte. In diesem Sinne möchte ich das Polizeirevier Schleswig führen.“

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erstellt am 19.Jan.2016 | 07:25 Uhr

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