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Schleswiger Nachrichten

09. Dezember 2016 | 03:07 Uhr

Schleswig : Wikingerbank erregt die Gemüter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Umstrittene Sitzgelegenheit am Capitolplatz soll spätestens mit Beginn der Innenstadtsanierung wieder verschwinden.

Der Wirbel um die Wikingerbank am Capitolplatz reißt nicht ab. „Wer ist für diese Kettensägenscheußlichkeit verantwortlich?“, echauffierte sich in dieser Woche eine Teilnehmerin der Bürgerveranstaltung zur Innenstadtsanierung. Ob denn jeder Privatmensch irgendetwas einfach so aufstellen könne in der Fußgängerzone, wollte die Dame wissen. Bauamtsleiterin Britta Gutknecht wies darauf hin, dass die Initiative „Bürger machen mit“ eine Sondernutzungserlaubnis für das Aufstellen der Wikingerbank erhalten habe und diese jederzeit widerrufen werden könne. Und spätestens, wenn die Sanierung der Innenstadt anlaufe, werde die Holzbank weichen müssen.

Auch Bürgermeister Arthur Christiansen machte deutlich, dass das markante Ruhemöbel keine Chance haben werde, stilprägend für die Ladenstraße zu werden. Er äußerte sich diplomatisch: „Ich glaube, für den Stadtweg ist gestalterisch noch Luft nach oben.“ Anders verhalte es sich mit den großen Holzfiguren im Lollfuß. „Den dortigen Mythenpfad finde ich gut, weil viele kleine Geschäfte im Lollfuß das Thema Wikinger bespielen“, sagte Christiansen. Wie die Figuren im 7.    Quartier wurde auch die Wikingerbank in der Ladenstraße vom Kettensägen-Künstler Armin Lohmann gestaltet. Die Initiative „Bürger machen mit“ will mit der aus Lärchenstämmen gefertigten Bank den Slogan „Wikingerstadt Schleswig“ mit Leben erfüllen.

Aber nicht jeder findet die Bank scheußlich. Insbesondere Touristen nutzen sie oft als Rastplatz. Und auch unter den Einheimischen können sich einige mit ihr anfreunden. „Sie ist handgemacht, passt zum Motto ,Wikingerstadt‘ und man hat einen guten Blick auf das Treiben auf dem Capitolplatz und dem Stadtweg“, sagt Herdis Grewe. Zudem gefällt der Fahrdorferin, dass die Bank aus Holz gefertigt ist. „Das findet man leider nicht so oft in der Innenstadt. Aber ich finde Stilbrüche nicht schlecht.“

Dass Wikingerbank nicht gleich Wikingerbank ist, macht Wolfgang Harm, der Vorsitzende des Gewerbevereins St.  Jürgen („Drachentöter“), klar. „  …und dann gibt es ja auch noch die schöne Wikingerbank aus St.  Jürgen“, schrieb er in einer E-Mail an die Mitglieder des Vereins. So hätten Stadtmanager Rüdiger Knospe und der Schleswiger Tischler Michael Witt ein Möbelstück konzipiert, das nun in einer ersten Serie von zehn Exemplaren auf den Markt gekommen sei. Die erste dieser aus Eichenholz gefertigten und vergleichsweise schlicht gehaltenen Wikingerbänke steht vor Harms Firma „Sterndruck“.

Jenseits der Wikingerbank am Capitolplatz ist der Stadtweg aktuell nicht unbedingt gesegnet mit ansprechenden Sitzgelegenheiten. Dass bei der frühestens im nächsten Jahr beginnenden Neugestaltung der Fußgängerzone auch für neue Bänke gesorgt wird, steht fest. Ob dann das Thema Wikinger überhaupt eine Rolle spielen wird, ist – Wikingerstadt hin oder her – ungewiss. „Wir sollten uns ein Leitbild geben, wie wir die Innenstadt definieren“, sagt Bürgermeister Christiansen. Das könne zum Beispiel auch das Thema Mitmenschlichkeit sein, schlug er vor.

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