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Schleswiger Nachrichten

03. Dezember 2016 | 20:54 Uhr

Nach Feuer im Juli : Wie geht es weiter mit der Brandruine?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Doppelhaus im Gallberg präsentiert sich noch immer in einen traurigem Zustand. Der Besitzer bevorzugt einen Abriss und Neubau.

Es hätte eine Katastrophe werden können, als Mitte Juli ein Wohn- und Geschäftshaus im unteren Gallberg plötzlich lichterloh in Flammen stand. Elf Bewohner mussten damals – mitten in der Nacht – von der Feuerwehr teils mit der Drehleiter gerettet werden. Ernsthaft verletzt wurde am Ende niemand. Allein die Brandruine blieb zurück – und erinnert mit ihren mit Brettern zugenagelten Fenstern bis heute an das verheerende Feuer.

Das, so betont Hausbesitzer Holger Jessen jetzt auf SN-Nachfrage, soll sich jedoch möglichst bald ändern. „Wenn alles mit der Versicherung endgültig geregelt ist, möchte ich, dass da so schnell wie möglich etwas passiert. Das Haus soll nicht über Jahre so aussehen wie im Moment“, sagt er. Tatsächlich präsentiert sich das Gebäude, das streng genommen aus zwei miteinander verbundenen Häusern besteht, in einem traurigen Zustand. Das Feuer hat Großteile des Erdgeschosses, in dem ein Ladengeschäft ansässig war, völlig zerstört. In den Etagen darüber haben Ruß und Rauch dafür gesorgt, dass sie allesamt unbewohnbar sind. Dementsprechend steht das Haus inzwischen vollkommen leer. „Noch haben die Statiker und die anderen Gutachter nicht endgültig geklärt, wie es um das Gebäude steht“, sagt Jessen. Aber schon in den nächsten Wochen solle die Antwort auf die alles entscheidende Frage feststehen: Ist das um das Jahr 1900 gebaute Haus noch zu retten – oder ist ein Abriss die einzig sinnvolle Lösung?

Für Holger Jessen wäre ein Neubau an gleicher Stelle die charmantere Variante. „Ein schönes neues Haus, das die gesamte Ecke aufwertet, würde mir sicherlich gefallen“, sagt er. Gleichzeitig weiß er aber auch, dass genau solche Pläne in der Schleswiger Altstadt nur schwierig umzusetzen sind. Zumal im Rathaus gerade intensiv an einer Gestaltungssatzung gearbeitet wird, die von der Politik noch in diesem Jahr beschlossen werden könnte. Diese würde dann auch am Gallberg greifen – und damit auch für das Gebäude von Holger Jessen.

Der betont allerdings, dass er bislang noch keine konkret ausgearbeiteten Pläne habe. „Ich will erst sämtliche Ergebnisse abwarten und habe demnächst auch ein erstes Gespräch mit dem Bauamt. Danach sehen wir weiter.“ Auch eine Sanierung der Brandruine sei deshalb noch nicht völlig vom Tisch. „Fest steht aber, dass das Haus an dieser Stelle, egal ob neu oder renoviert, hinterher besser aussehen soll als in den vergangenen Jahren.“ Daran habe er auch ein persönliches Interesse, wie Jessen sagt. Denn er selbst hat einst in dem Gebäude gewohnt. Lange (von 1930 bis 2001) war dort auch die Firmenzentrale und später ein Ladengeschäft von Elektro Jessen, dessen Geschäftsführer er ist.

Wie es am 21. Juli zu dem Feuer kam, konnte derweil nicht abschließend geklärt werden. Brandstiftung schließe die Kripo jedoch aus, erzählt Jessen. Man habe weder den Einsatz eines Brandbeschleunigers noch Einbruchspuren nachweisen können. Wahrscheinlich war es ein technischer Defekt.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 07:00 Uhr

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