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Schleswiger Nachrichten

04. Dezember 2016 | 00:56 Uhr

Schleswig : Wer wird „Schule des Jahres“ im Land?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bruno-Lorenzen-Schule und Dannewerkschule wurden von Experten-Jury nominiert und sind bereits unter den Top Ten.

Eine ganze Menge Arbeit war es – die Bewerbung für die „Schule des Jahres Schleswig-Holstein 2016“. Darin sind sich Andrea Schönberg von der Dannewerk-Gemeinschaftsschule und Bernd Nissen von der Bruno-Lorenzen-Gemeinschaftsschule einig. Jedoch hätten sich diese Anstrengungen, bei der vieles aus Theorie und Praxis in der eigenen Schule auf den Prüfstand gekommen sei, schon jetzt gelohnt, meinen sie. Beide Schleswiger Gemeinschaftsschulen sind bereits von einem Expertengremium nominiert worden und gehören zu den Top Ten der Schulen im Lande. Allein diese Tatsache werten die zwei Rektoren als herausragendes Merkmal und als Aushängeschild für den Schulstandort Schleswig.

Am 8. Juli wird das Endresultat bekanntgegeben, wenn im Kieler Landeshaus die Ehrung und Preisverteilung mit Bildungsministerin Britta Ernst stattfindet. Die Vertreter aller zehn ausgewählten Schulen sind dazu eingeladen und erfahren erst während der Veranstaltung, wer von ihnen zu Schleswig-Holsteins bester Schule gekürt wird und warum („The Winner is ...“). Moderiert wird die Feier von NDR-Mitarbeiter Jan Malte Andresen.

Zum zweiten Mal wird dieser landeseigene Wettbewerb unter den 809 Schulen in Schleswig-Holstein ausgeschrieben – organisiert vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH), das dem Bildungsministerium nahe steht. Die Beteiligung der Schulen ist, wohl wegen der aufwändigen Bewerbungsvorbereitung, sehr gering. Dennoch sieht Christian Kühme vom IQSH für Schulen einige Vorteile darin, wenn sie teilnehmen, sagte er gegenüber den SN. „Dadurch werden in Lehrerkollegien und bei Schüler- und Elternvertretungen Selbstreflexionen in Gang gesetzt. Um unsere Jury zu überzeugen, rücken bei den Schulen die eigenen Stärken und ebenso die Schwachstellen mehr ins Bewusstsein.“

Die Jury ist eine bunte Mischung und besteht aus Abgesandten der Kieler Uni, aus Wirtschaft und Handwerk, aus Schulen, Landeseltern- und schülervertretungen, Ministerium sowie IQSH. Kühme: „Kritiker sagen, das sei ein künstlicher Wettbewerb, der wenig bringt. Aber die Resonanz auf unseren ersten Wettbewerb zeigt etwas anderes – nämlich dass man sich in der Schule einen Überblick darüber verschafft hatte, was gut läuft und was verbesserungswürdig ist.“ Dass Schleswig diesmal gleich zwei nominierte Schulen hat, sieht auch Christian Kühme als „äußerst erfreulich“ an. Beide Gemeinschaftsschulen hatten bis zur Nominierung nichts von der Bewerbung der jeweils anderen gewusst.

Andrea Schönberg von der Dannewerkschule (insgesamt 470 Schüler, 78 neu angemeldete Fünftklässler) nennt die Gründe, warum ihre Schule die Auszeichnung verdient hätte: „Wir wurden bereits in diesem Schuljahr ausgezeichnet für besondere Lese- und Sprachförderung im Unterricht, das nennt sich BiSS, sowie auch für unsere Begabtenförderung.“ Stolz sei sie darauf, sagt die Schulleiterin, dass die Dannewerkschule bei Vergleichsarbeiten (VERA) auch auf gymnasialem Niveau teilgenommen habe, etwa in Mathematik: „Und wir lagen mit unseren Ergebnissen über dem Landesdurchschnitt.“ Das werte sie als Bestätigung für eine erfolgreiche individuelle Förderung der Schüler. Dabei sei es ihr wichtig, einen starken Klassenverband aufrecht zu erhalten und jeden Schüler in seinen Möglichkeiten zu fördern. Das lernschwächere Kind müsse stets Perspektiven aufgezeigt bekommen.

Rektor Bernd Nissen (Bruno-Lorenzen-Gemeinschaftsschule: insgesamt 631 Schüler und 95 neue Fünftklässler) hebt unter den Pluspunkten, die die Jury ausgemacht habe, einige hervor: „Da ist unser Bläserklassenprofil, der bilinguale Unterricht, nach dem das Fach Weltkunde ab Klasse 8 auf Englisch stattfindet, die Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben – und auch wir haben bei Vergleichsarbeiten, allerdings nicht auf gymnasialem Niveau, teilweise über Landesdurchschnitt abgeschnitten.“ In beiden Schulen wurde von der Jury ein freundliches Schulklima ausgemacht.

Auf SN-Nachfrage bei beiden Schulrektoren, wie das Verhältnis untereinander sein werde, wenn einer von beiden den Schulpreis gewinne, meinte Nissen: „Wenn wir es sind, freue ich mich natürlich, aber wenn es die Dannewerkschule wird, freue ich mich mit ihr.“ Andrea Schönberg nickte.

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erstellt am 10.Jun.2016 | 07:28 Uhr

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