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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 15:40 Uhr

Brebel : Weihnachtsfrust im Hochsommer: Unbekannte köpfen Hunderte Tannenbäume

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zwischen 600 und 700 Weihnachtstannen sind verstümmelt. Es ist nicht das erste Mal, dass es den Gartenbaubetrieb in Brebel trifft.

Brebel | Das war alles andere als eine schöne Bescherung. Schon wieder wurden mehrere Hundert Weihnachtsbäume von Wolfgang Schnau aus Brebel bei Süderbrarup zerstört. Dem Gartenbau-Unternehmer entstand so ein Schaden, den die Polizei auf rund 15.000 Euro schätzt. Es ist nicht der erste Tannenbaum-Frevel, dem der engagierte und streitbare Naturschützer zum Opfer fällt.

Bereits im vergangenen Dezember waren Unbekannte auf sein Gelände eingedrungen und hatten mitten in der Verkaufssaison bei 460 Weihnachtstannen die Spitzen gekappt. Die Täter konnten trotz ausgesetzter Belohnung nicht gefasst werden. Auch jetzt setzt Schnau in Absprache mit der Polizei eine Belohnung aus. Wer Hinweise gibt, die zum Täter führen, erhält 3000 Euro.

„Da ist irgendjemand richtig sauer auf mich – und dazu feige!“, schimpft Schnau, der seit vielen Jahren im Raum Schleswig Weihnachtstannen an Ständen verkauft und auch zum Selbstschlagen in seinen Schonungen anbietet. Hatten sich Unbekannte vor einem halben Jahr an bereits geernteten Tannen zu schaffen gemacht, so waren es diesmal kleinere Bäume, die in einer Schonung heranwachsen, um in zwei, drei Jahren in den Wohnzimmern der Region weihnachtlichen Lichterglanz zu tragen. Zwischen 600 und 700 Nordmanntannen wurden mit Ast- oder Gartenschere „geköpft“.

Im Ergebnis sind beide Ereignisse gleich frustrierend für den Gartenbau-Unternehmer: Die Bäume taugen nur noch als Tannengrün. Der Schaden ist beträchtlich. 15.000 Euro waren es vor einem halben Jahr, und ebenso hoch wird der Schaden auch diesmal wieder eingeschätzt. Zusätzlich wurden jetzt allerdings auch noch aus einer Maschinenhalle Zapfwellen für Grasmähwerk, Schwader, Wender und Mulcher entwendet. Eigentlich hatte Schnau die Sache schon zähneknirschend ad acta gelegt. Es war die Polizei, die nach bislang ergebnisloser Tätersuche drängte, den neuerlichen Baumfrevel, der sich zwischen dem 24. und 25. Juli ereignete, jetzt doch publik zu machen.

Schnau ist kein Leisetreter, eher einer, der seine Meinung sagt. Er weiß, dass er sich mit seiner Art nicht nur Freunde macht. „Ich mach’ die Klappe schon mal auf. Wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich hin und sage den Leuten das direkt.“ Das erwarte er auch von Kritikern, die beispielsweise seine ökologische Art zu arbeiten nicht schätzen, sagt Schnau, der große Stücke auf die Marschroute des Umweltministeriums in Sachen Knick- und Biotopschutz hält. „Ich finde es gut, was der Robert Habeck macht.“ Der Landwirtschaftslobby sei er ein Dorn im Auge, glaubt er.

In seinen Schonungen setzt Schnau nach eigener Aussage nicht auf Massenproduktion um jeden Preis. Er verzichtet auf Dünger und Pestizide. Stattdessen kommen Schafe zum Einsatz, die das Gras um die Bäume herum kurz halten. Das hat den Nebeneffekt, dass seine Nordmanntannen deutlich langsamer wachsen als in der Massenproduktion, was wiederum die Wirkung des Baumfrevels erhöht.

Besonders ärgert den Unternehmer, dass er den oder die Täter möglicherweise hätte überführen können. Denn nach dem ersten Vorfall im Januar, haben er und sein Sohn Lauritz, der den Betrieb bald übernehmen wird, beschlossen, Betriebsgelände und Schonungen mit Kameras zu überwachen. Kurz vor der neuerlichen Tat hatten sie die jüngsten Aufzeichnungen ausgewertet, dann aber die Geräte im Auto gelassen statt sie sofort wieder zu installieren. „Ich habe die Kameras eine Woche lang durch die Gegend gefahren – und ausgerechnet in dieser Zeit passiert so etwas“, ärgert sich Wolfgang Schnau, der betont, sich trotz allem nicht kleinkriegen zu lassen. „Aufzugeben wäre genau das, was die feigen Täter erreichen wollen. Das kommt überhaupt nicht in Frage. Wir machen weiter!“

Wer Angaben zu der Tat machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Süderbrarup unter Tel. 04641/9110 zu melden. 

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erstellt am 19.Aug.2016 | 07:44 Uhr

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