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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 00:15 Uhr

Rahmenplan zur Innenstadtsanierung : Wasser plätschert durch die Ladenstraße

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Experten erläutern, wie Schleswigs Fußgängerzone attraktiver werden soll.

Wird Schleswig zu einem zweiten Freiburg? Kleine Wasserrinnen wie die berühmten Bächle in der Freiburger Altstadt könnten womöglich in Zukunft auch die hiesige Fußgängerzone zieren – die ganze Strecke entlang vom Hertie-Haus bis zum Gallberg. Und wenn es im Sommer schön warm ist, dann können die kleinen Kinder auch mal mit den Füßen in dem Wasserlauf plantschen. Diese Idee für eine attraktivere Ladenstraße ist Teil des Rahmenplanes zur Innenstadtsanierung, der am Mittwochabend im Rathaus bei einer Bürgerveranstaltung vorgestellt wurde. „Auch den Mühlenbach sollte man in der Fußgängerzone besser erlebbar machen“, befand die Landschaftsarchitektin Maria Julius von der Lübecker Firma TGP, einem der vier beteiligten Planungsbüros.

Den August über wird der Rahmenplan öffentlich ausgelegt, die Träger öffentlicher Belange haben das Wort. Am 26. September soll das Konzept von der Ratsversammlung verabschiedet werden. „Bis dahin wollen wir die einzelnen Punkte abgearbeitet haben“, sagte Bürgermeister Arthur Christiansen vor den etwa 80 Anwesenden. Viele von ihnen hatten sich bereits in der Bürgerwerkstatt zu diesem Thema eingebracht.

Es sind die groben Entwicklungslinien, die jetzt aufgezeigt wurden. Die Frage, welches Pflaster in der Fußgängerzone verlegt werden soll, wird später Sache der Detailplanung sein.

„Man läuft ein bisschen so wie durch einen Canyon“, beschrieb Generalplaner Klaus-H. Petersen vom Lübecker Büro ppp (Petersen, Pörksen, Partner) den Ist-Zustand der Ladenstraße. Die Anbindung des Stadtweges an Königstraße, Königswiesen und Schwarzen Weg sei schlecht. Das soll sich mit der Sanierung ändern durch eine zweite Achse vom Parkhaus hin zum Kanal auf den Königswiesen.

Wie bereits berichtet, liegen die Schwerpunkte der Innenstadtsanierung auf der Fläche rund um Capitolplatz und Parkhaus sowie auf dem Areal des einstigen Hertie-Kaufhauses. Eine höhere Priorität genießt auch der Gallberg. „Es ist ein ganz großes Potenzial, das es dort zu heben gilt“, sagte Maria Julius. Sie verwies auf die „wunderbar geschlossenen Kanten“ dieses Platzes, aber auch auf dessen derzeit lieblose Ausgestaltung mit holprigem Pflaster und fehlenden Sitzbänken. Der Gallberg soll zum Beispiel durch eine Begrünung ebenso aufgewertet werden wie Kornmarkt, Capitolplatz und eine neu zu schaffende Freifläche am Hertie-Areal, der die Planer wegen der angrenzenden Stadtbücherei den Arbeitstitel „Kulturplatz“ verpassten.

Auf weitgehende Zustimmung stieß der Vorschlag, den Gallberg verkehrstechnisch besser anzubinden. Dazu schlagen die Planer vor, einen Teil der alten Kreisbahntrasse als Straße auszubauen und diese in einem Bogen Richtung Norden entlang des Holmer Noors zur Klosterhofer Straße und damit zur Straße Gallberg hinzuführen. Die Lange Straße wäre dann als Einbahnstraße in umgekehrter Richtung nur noch gen Süden befahrbar. Auch wenn die neue Straße außerhalb des Sanierungsgebietes verlaufen würde, wäre sie möglicherweise förderfähig, hieß es. Stadtplaner Klaus-H. Petersen nannte neben des besseren Verkehrsflusses einen weiteren Vorteil: „Wir hätten dort auch die Parkplätze am Kleinen Baumhofsgang zur Verfügung und müssten deshalb das neue Parkhaus nicht unnötig in die Höhe bauen.“ Den Einwand eines Einwohners, dass ein Straßenbau entlang des Noores das dortige Trinkwasserreservoir gefährden könnte, wies Diplom-Ingenieur Michael Hohmann vom Büro Masuch + Olbrich (Oststeinbek) zurück. Diese Bedenken seien unbegründet, sagte er.

Bürgermeister Christiansen wies darauf hin, dass eine erfolgreiche Innenstadtsanierung auch vom Engagement der Immobilienbesitzer abhängig sei. Es gebe etliche Gebäude, die sanierungsbedürftig seien. Er hoffe, dass eine Gruppendynamik entstehe, sagte Christiansen und betonte: „Eigentum verpflichtet.“

Der Bürgermeister machte den Anwesenden im Ständesaal auch deutlich, dass noch viel Arbeit auf Schleswig wartet. „Glauben Sie nicht, dass wenn der Rahmenplan steht, schon gleich alle Häuser schön angemalt sind und eine Flaniermeile geschaffen ist“, sagte Christiansen. „Erstmal buddeln wir die Stadt auf. Das wird noch richtig stressig.“

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erstellt am 15.Jul.2016 | 07:24 Uhr

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