zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

26. September 2016 | 14:15 Uhr

Schleswiger Dom : Wann geht endlich das Licht an?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schleswigs Wahrzeichen bleibt jeden Abend im Dunkeln stehen – noch.

Gemessen an den vielen Baustellen und Projekten, die in Schleswig in den kommenden Jahren auf der Agenda stehen – von der Sanierung des Parkhauses über den Umbau der „Heimat“ bis hin zur Innenstadtsanierung –, ist es eigentlich nur ein Klacks. Dennoch entwickelt sich der Weg hin zu einer dauerhaften Beleuchtung des Domturmes langsam aber sicher zu einer unendlichen Geschichte. „Ich habe mir das alles viel leichter vorgestellt. Es gibt immer wieder neue Probleme, aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir die Kuh bald vom Eis haben“, sagt Rüdiger Knospe.

Der Stadtmanager bemüht sich bereits seit fast zwei Jahren darum, dass der Dom – als weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt – beleuchtet wird. Nicht nur sporadisch, sondern das ganze Jahr über. „Ich bin von Pontius nach Pilatus gelaufen. Eigentlich ist alles vorbereitet“, sagt Knospe, der gleichzeitig betont: „Dieses Thema liegt mir und auch vielen Schleswigern sehr am Herzen.“ Unter anderem sei er „unzählige Male“ darauf angesprochen worden, als der Dom beim Lampionfest am Stadthafen diesmal nicht beleuchtet wurde. „Dabei hat es einen riesigen Werbeeffekt für jede Stadt, wenn ihre Wahrzeichen angestrahlt werden. Das gilt für Schleswig auch gerade im Sommer. Denn dann sind die Touristen in der Stadt.“

Einige Anwohner des Domes sehen das jedoch anders. Sie haben eine einstweilige Verfügung erwirkt, die das Beleuchten des 112 Meter hohen Turmes in den Sommermonaten untersagt (wir berichteten). Begründung: Die Strahler, die auf ihren Grundstücken stehen, ziehen Unmengen von Mücken an. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, haben Stadtmanager Knospe, Jürgen Simon (Elektro-Simon) und Mitarbeiter der Stadtwerke inzwischen nach Alternativen gesucht. So sollen die drei alten Masten mit den viel zu grellen Scheinwerfern abgebaut werden. Stattdessen könnten direkt auf dem Domgrundstück sechs neue LED-Strahler aufgestellt werden, die dezenter leuchten und deutlich weniger Strom verbrauchen.

„Wir haben bereits mehrere Testläufe gemacht. Das sah wirklich toll aus“, sagt Jürgen Simon. Auch er habe in der Vergangenheit schon öfter Klagen darüber gehört, dass der Dom nicht beleuchtet wird. Im Friedrichsberg, wo er mit seiner Firma ansässig ist, würden tagtäglich alle wichtigen Gebäude angestrahlt: vom Schloss über das OLG bis hin zum Stadtmuseum und Prinzenpalais. Simon, der bereits für die Beleuchtung von Schloss Gottorf gesorgt hat, rechnet vor, dass man für die Installation der neuen Strahler am Dom wahrscheinlich unter 10  000 Euro investieren müsste. Wenn die LED-Lampen dann täglich vier Stunden angeschaltet seien, würde das etwa 50 Cent kosten. „Ich finde, das ist es wert. So ein tolles Bauwerk muss man doch einfach beleuchten“, sagt er, „jeder, mit dem ich darüber gesprochen habe, ist dafür. Wahrscheinlich würde man sogar Sponsoren finden, die sich an den Kosten beteiligen.“

Nun aber liegt der Ball bei den Stadtwerken, die für die Straßenbeleuchtung der Stadt und auch die Bestrahlung des Domes zuständig sind. „Wir sind an dem Thema dran, prüfen aber noch verschiedene Alternativen“, sagt der technische Leiter Jürgen Augustin. Wann genau das Licht angeknipst wird, dazu wollte er allerdings keine Angaben machen. Nur so viel: „Wir möchten eine Lösung finden, um den Dom das ganze Jahr über anstrahlen zu können. Und das wird uns auch gelingen.“ Rüdiger Knospe wünscht sich, dass dies noch in diesem Herbst der Fall sein wird. Auch Jürgen Simon hofft auf eine schnelle Umsetzung. Er hat zudem eine weitere Idee, wie man Schleswig ins rechte Licht setzen kann. „Der Kran am Stadthafen ist auch ein Wahrzeichen der Stadt. Wenn der blau beleuchtet würde und dahinter der Dom erstrahlt: Das wäre doch ein tolles Bild!“

zur Startseite

von
erstellt am 22.Sep.2016 | 07:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen