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Schleswiger Nachrichten

11. Dezember 2016 | 14:55 Uhr

CDU-Bundestags-Kandidatin : Wahlkreis Flensburg-Schleswig: 99,3 Prozent für Sütterlin-Waack

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die CDU nominiert Lürschauer Bundestagsabgeordnete als Direktkandidatin für die Wahl 2017.

Sabine Sütterlin-Waack geht mit großer Unterstützung aus den eigenen Reihen als Direktkandidatin in den Bundestagswahlkampf 2017. Bei der Mitgliederversammlung der CDU im Wahlkreis  1 (Flensburg-Schleswig) am Montagabend im Landgasthof Tarp konnte sie 143 der 144 Stimmen auf sich vereinen – ein geradezu sozialistisches Ergebnis von 99,3 Prozent. Die 58-Jährige aus Lürschau, die den Wahlkreis seit 2013 in Berlin vertritt, war die einzige Kandidatin. Sie dankte ihren Parteifreunden für das „große Vertrauen“. Im Kampf um das Direktmandat bekommt sie es im nächsten Jahr mit Clemens Teschendorf aus Steinbergkirche zu tun, den die SPD neun Tage zuvor an gleicher Stelle nominiert hatte.

„Heute bewerbe ich mich erneut darum, Ihre Direktkandidatin zu werden – zum dritten Mal, aber zur zweiten Legislaturperiode“, hatte sich Sütterlin-Waack zuvor an die Christdemokraten gewandt. Damit erinnerte sie daran, dass es bei ihrer ersten Nominierung vor vier Jahren weitaus turbulenter zugegangen war. Damals war die promovierte Juristin im ersten Anlauf dem damaligen CDU-Landesvorsitzenden Jost de Jager hauchdünn unterlegen. Erst als der glücklose Parteichef einige Wochen später seinen Rückzug aus der Politik verkündete, wurde der Weg für Sabine Sütterlin-Waack doch noch frei. Bei der Bundestagswahl 2013 holte sie das Direktmandat im Duell mit SPD-Kontrahent Dirk Peddinghaus und wurde damit zur Nachfolgerin des Langzeit-Abgeordneten Wolfgang Börnsen.

Gestützt auf ihre nunmehr gut dreijährige Parlamentserfahrung hatte Sütterlin-Waack diesmal leichtes Spiel – und reichlich Fürsprecher. „Sie haben eine großartige Abgeordnete in diesem Wahlkreis – hochkompetent und engagiert“, lobte der scheidende CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing, der Sütterlin-Waack aus der gemeinsamen Arbeit im Bundestag kennt.

Die so Geehrte streifte in ihrer Rede eine ganze Bandbreite von politischen Themen, denen sie sich als Bundestagsabgeordnete bisher ausgesetzt sah. Einen Schwerpunkt bildet dabei ihre Mitgliedschaft im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, wo die Anwältin zugleich als Berichterstatterin der Unionsfraktion für Familienrecht fungiert. „Im Rechtsausschuss haben wir uns gegen den erbitterten Widerstand der Opposition und des Koalitionspartners in Sachen Vorratsdatenspeicherung durchgesetzt“, betonte Sütterlin-Waack. „Dieses Instrument brauchen wir dringend, um insbesondere organisierte Kriminalität und internationalen Terror zu bekämpfen.“ Davon habe sie sich auch in zahlreichen Gesprächen mit Staatsanwälten und Polizisten hier vor Ort überzeugen lassen. Auch schilderte sie, wie sie erst vergangenen Donnerstag in einer Rede vor dem Plenum ausgeführt habe, dass die Ehe die Verbindung von Mann und Frau bleiben sollte. Dies habe ihr nicht nur Gebrüll der Opposition eingebracht, sondern auch einen Shitstorm im Internet. „Glauben Sie mir – keine schöne Erfahrung.“

Die CDU-Abgeordnete, die zugleich Bürgermeisterin in Lürschau ist, lobte das milliardenschwere Förderprogramm des Bundes zum Breitbandausbau. „Schleswig-Flensburg erhält davon aktuell fast fünf Millionen Euro. Das wird uns im ländlichen Raum helfen, schnelles Internet zu legen. “ Zudem verteidigte sie den Kurs von Angela Merkel in der Flüchtlingsfrage und würdigte das Engagement der vielen Helfer hier im Wahlkreis.

Auf dem Nominierungsparteitag waren aber auch nachdenkliche Töne zu hören. So erklärte Ingbert Liebing, dass er nicht nur deswegen nach Tarp gekommen sei, um Sütterlin-Waack zu unterstützen, sondern auch, weil er seinen Rückzug von Parteiführung und Landtags-Spitzenkandidatur erklären wollte. Es sei ihm nicht gelungen, das notwendige Maß an Wechselstimmung im Land herzustellen, sagte er selbstkritisch. Dabei habe es aber auch am erforderlichen Teamgeist in der CDU-Führung gemangelt. An diesem Sonnabend soll Fraktionschef Daniel Günther auf dem Landesparteitag in Neumünster zu Liebings Nachfolger gewählt werden. Johannes Callsen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Schleswig-Flensburg, mahnte: „Ich hoffe, dass es uns in der Politik gelingt, wieder ehrlich miteinander, statt übereinander zu reden.“

Nachdenkliche Töne stimmte auch der Ostholsteiner CDU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Ingo Gädechens an, als er zum Thema „Keine Freiheit ohne Sicherheit“ referierte. „Wir müssen mehr Mittel in unsere äußere Sicherheit investieren“, sagte er vor dem Hintergrund der wachsenden internationalen Bedrohungen. Gädechens, der in Berlin Büro-Nachbar von Sütterlin-Waack ist, forderte zugleich den Einsatz der Bundeswehr im Inneren und mehr Wertschätzung für die Soldaten.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 07:52 Uhr

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