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Schleswiger Nachrichten

05. Dezember 2016 | 17:34 Uhr

Schleswig : Viele Ideen für die Innenstadt-Sanierung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Innenminister Minister Studt informiert sich über geplantes Großprojekt – Bürger bringen Vorschläge ein.

„Sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie das Abrissfest machen“, verabschiedete sich Innenminister Stefan Studt von Schleswigs Bauamtsleiterin Britta Gutknecht. Er sprach von der Hertie-Ruine, die er im Zuge einer gemeinsamen Besichtigungstour durch die Innenstadt in Augenschein genommen hatte. Studt nutzte den bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ dafür, sich über die Pläne für die Innenstadtsanierung in Schleswig zu informieren.

Er sei froh, vor Ort alles selber gesehen zu haben und werde gute Eindrücke aus der Stadt mitnehmen, erklärte er nach dem Rundgang, den er auf dem Capitolplatz beendete. Die Biker-Parade, die dort gerade stattfand, „zeigt ja auch wie lebendig die Innenstadt hier ist“, betonte er. In den vergangenen Jahrzehnten habe man sich um einige Immobilien nicht gekümmert, das sei nicht nur in Schleswig ein Problem. Daher sei es jetzt wichtig, nicht mehr nur auf die ostdeutschen Bundesländer zu blicken, was in den 90er Jahren gut und richtig gewesen sei. „Jetzt müssen wir sehen, was hier zu tun ist.“

Allerdings betonte er auch, dass die Planung und Umsetzung der Innenstadtsanierung Zeit benötige: „Das geht nicht von heute auf morgen.“ Normalerweise ist für ein solches Vorhaben ein Zeitrahmen von 15 Jahren vorgesehen. „Das gelingt aber in den allerwenigsten Fällen“, weiß Sabine Kling, die im Innenministerium für die Städtebauförderung zuständig ist. Daher könnten Projekte auch verlängert werden.

Während sich Stefan Studt noch über die Situation in Schleswig informierte, waren viele Bürger schon einen Schritt weiter. An einem Informationsstand im Stadtweg hinterließen sie auf zwei Stellwänden Dutzende Ideen, wie die Gestaltung der Innenstadt künftig verbessert werden kann. Willfried Venhofen war besonders daran gelegen, Menschen den Alltag leichter zu machen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind: Er schlug kleine Rampen an den Bürgersteigen vor. „Oder die Kanten der Kopfsteinpflaster asphaltieren“, fiel ihm für den Stadtweg ein. Er wisse zwar, dass die Stadt wenig Geld habe, aber sie sei doch sehr rückständig, was Mobilität für behinderte Menschen angehe. Einen ganzen Zettel voller Ideen pinnte Eckart Wodtke an eine der Stellwände. „Eine kleine Bimmelbahn, die von Haithabu bis zur Freiheit führt“ war eine davon. Zudem regte er an, kleine Ecken wie den Amalienplatz weiterzuentwickeln und an der Stelle des Hertie-Gebäudes ein Café zu bauen. Gerade im Vergleich zu Eckernförde, wo er oft hinfahre, sah er ein weiteres Problem: „Vom Stadtweg bis zum Schloss gibt es nur eine einzige öffentliche Toilette.“

Nicht nur Erwachsene machten sich Gedanken, sondern auch der zehnjährige Ben Brinmeyer. Er mag Schleswig gern, sagte er, hatte dann aber doch ein paar Verbesserungsvorschläge wie einen Bolzplatz für alle auf den Königswiesen.

Die Ideen würden gesichtet, auf die Homepage gestellt und bei der Detailplanung berücksichtigt, erklärte Britta Gutknecht. Sie freute sich über die vielen Teilnehmer. „Viele trauen sich eher, uns vom Bürgersteig aus anzusprechen als im Rathaus.“ Besonders Barrierefreiheit, Parkleitsystem und eine übersichtlichere Gestaltung des Stadtwegs wurden gewünscht.

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erstellt am 23.Mai.2016 | 07:19 Uhr

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