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Schleswiger Nachrichten

28. Mai 2016 | 07:54 Uhr

Munkbrarup : Verein wacht über Schutzgebiet

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Heiner Iversen betreut „Höftland Bockholmwik und angrenzende Steilküsten“. Ziel des neuen Schutzgebietes ist der Erhalt des Küstenabschnitts für Natur und Erholungssuchende.

Munkbrarup | Im Dezember vergangenen Jahres unterzeichnete Umweltminister Robert Habeck die entsprechende Verordnung. Damit wurde das „Höftland Bockholmwik und angrenzende Steilküsten“ als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Die Betreuung übernahm der Naturschutzverein im Amt Langballig. Dessen Vorsitzender Dr. Detlef Reise und Dr. Thomas Holzhüter vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) unterzeichneten jetzt den dazugehörenden Betreuungsvertrag. Er gilt zunächst für drei Jahre und kann um weitere sechs Jahre verlängert werden. Als Schutzgebietsreferent wurde Heiner Iversen aus Munkbrarup eingesetzt. Die fachliche Betreuung bleibt bei Nils Kobarg, dem Leiter der Integrierten Station Geltinger Birk.

381 Hektar groß, liegt das neue NSG an der Flensburger Außenförde in den Gemeinden Munkbrarup und Langballig sowie der Stadt Glücksburg. Als ostseetypisches, dynamisches Küstenökosystem, das in vergleichbarer naturnaher Ausprägung kaum noch im Lande vorkommt, ist es aufgrund seiner biologischen, geologischen und landschaftlichen Vielfalt von herausragender Bedeutung für den Naturschutz. Von besonderer Bedeutung sind nach Aussage des LLUR der Erhalt der Strandwalllandschaft, der Flachwasserzone, der Steilküste und der auf der angrenzenden Hochebene vorkommenden Waldtypen mit ihren Bachschluchten. Die große Biotopvielfalt biete nicht nur Lebensraum für viele seltene und teilweise europaweit gefährdete Tiere und Pflanzen, sondern auch einen hohen Erholungswert für die Menschen.

Zu den Aufgaben, die dem Naturschutzverein im Rahmen der Betreuung übertragen wurden und die in einer Anlage zum Vertrag aufgeführt sind, gehören die Information der Öffentlichkeit über das NSG, das Dokumentieren der Entwicklung und das Vorschlagen notwendiger Maßnahmen und deren Durchführung, wenn sie von den Naturschutzbehörden genehmigt sind. Weiterhin geht es darum, Störungen zu unterbinden und auf das Einhalten der geltenden Ge- und Verbote zu achten.

Diese Aufgaben hat Heiner Iversen übernommen. Der 62-jährige staatlich geprüfte Landwirt hat im vergangenen Jahr seinen Hof verpachtet, will vom „Ruhestand“ aber noch nichts wissen. Als Gemeindevertreter und Vorsitzender des Munkbraruper Umweltausschusses war er von Beginn an in die Bemühungen um das Ausweisen des NSG eingebunden. Bereits 1999 habe die Gemeinde den Antrag gestellt so Iversen. Aufgrund des Regierungswechsels in Kiel 2003 und neuer EU-Bestimmungen sei es immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Zudem hätten viele widerstrebende Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen. „Mit einem runden Tisch unter Einbeziehen aller Anlieger sowie der Land- und Waldeigentümer und der drei betroffenen Kommunen haben wir das schließlich geschafft“, so Iversen.

Zwei Aufgaben will der Betreuer vorrangig in Angriff nehmen. Zum einen müsse das Wegenetz saniert werden, damit es den Wanderern möglich ist, trockenen Fußes durch das NSG zu gehen und nicht etwa „querbeet“. Zum anderen solle bis zum Sommer das Besucherinformationssystem mit Info-Tafeln und Hinweisschildern auf seltene Pflanzen oder besondere geologische Formationen fertig gestellt sein.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 13:45 Uhr

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