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Schleswiger Nachrichten

10. Dezember 2016 | 15:47 Uhr

Treia : Vandalismus auf dem Schulhof

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kaputte Mülltonnen, in Bäume gehängte Metallgitter und ein geklautes Fahrrad – Lehrer, Schüler und Eltern der Treianer Grundschule sind besorgt.

„Wer macht so etwas? Wer hat etwas gegen uns oder gegen unsere Schule?“ Diese Fragen stellt sich das Kollegium der Grundschule in Treia. Auch Eltern und Schüler sind ratlos. Unbekannte haben vergangene Woche auf dem Gelände der Schule mehrfach Sachen demoliert. Es begann am Montagmorgen, als bemerkt wurde, dass ein Mülleimer abmontiert, der Deckel einer Mülltonne abgebrochen, ein Metallgitter von einem Kelleraufgang verschwunden und ein Fahrrad gestohlen war.

Schon einen Tag später ging die Serie weiter. Zwei schwere Pflanzkübel und das Glas einer Laterne wurden zerstört. „Das sind richtig hohe Sachwerte, um die es da geht“, betont Schulleiterin Antje Harmsen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Ereignisse „nur“ als sehr ärgerliche Zerstörungswut eingestuft. Zwei Tage später schlug dieses Gefühl jedoch um: „Eine Kollegin hat zufällig das vermisste Eisengitter vom Kelleraufgang gefunden. Es hing in der Kastanie auf dem Schulhof – direkt über einem Spielgerät.“ Man mag sich nicht ausmalen, was hätte passieren können, wäre es heruntergefallen. „Das ist kriminell“, findet Antje Harmsen, „und an dieser Stelle ist die sprichwörtlich rote Linie deutlich überschritten.“ Dagegen sind die Tisch-Bank-Kombination, die sich am gleichen Morgen auf der Rutsche wiederfand, und die Ei-Attacke auf die Tür des Bürotraktes ein Dummejungenstreich.

Mit Vandalismus dieser Art habe die Grundschule noch nie zu kämpfen gehabt. „Es ist für uns als Eltern schwierig, den Kindern zu vermitteln, warum jemand die Dinge zerstört, mit denen sie gelernt haben sorgsam umzugehen“, betont Schulelternvertreterin Marion Ewald. „Unsere Schule lebt auch davon, dass das Gelände jederzeit offen steht, damit die Kinder hier auch am Nachmittag spielen können. Wir fragen uns, ob das auch weiterhin möglich sein wird.“ Die Sorge, dass die Zerstörungswut noch nicht vorbei ist, bleibt auch in den gerade angebrochenen Ferien. Die große Nestschaukel, die erst kürzlich von der Dorfgemeinschaft Treia gespendet worden war und die in den Pausen zu den beliebtesten Spielgeräten der Schüler zählt, hat Hausmeister Mario Prehn sicherheitshalber abgebaut – aus Angst, dass auch sie zerstört wird.

Die Schülerinnen und Schüler sind geschockt. Anstatt sich auf die Sommerferien zu freuen, waren in den letzten Tagen die Zerstörungen an ihrer Schule das große Thema. „Die Schule war bisher ein Ort, an dem sich unsere Kinder gut aufgehoben und geborgen gefühlt haben“, betont Elternvertreterin Yvonne Raup, „dieses Sicherheitsgefühl ist nicht mehr da. Das finde ich sehr schade.“ Auch die achtjährige Leonie hat eine ganz klare Meinung zu den Vorfällen an ihrer Schule: „Ich finde das total blöd und gemein. Warum machen die alles kaputt?“ Leonies Frage wird so schnell niemand beantworten können.

Aber Ermittlungen seien bereits im Gange, wie Ralf Lausen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Arensharde, Träger der Grundschule, bestätigte: „Bei Vandalismus erstatten wir in jedem Fall Anzeige. Leider kann man öffentlichen Raum vor Vandalismus kaum schützen.“ Bisher gebe es keinerlei Verdacht, wer für die Schäden verantwortlich sei. Umso wichtiger sei es, dass die Treianer verstärkt die Augen offen hielten. „Wir haben alle Eltern dazu aufgefordert, von den Ereignissen zu erzählen, verstärkt Acht zu geben und besonders sensibel zu sein“, erklärt die Schulleiterin, „und vielleicht dreht ja der ein oder andere seine Spazierrunde jetzt auch über den Schulhof – wir müssen einfach alle aufmerksam sein.“

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