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Schleswiger Nachrichten

06. Dezember 2016 | 23:01 Uhr

Unerwartete begegnung : „Und plötzlich war da diese Schlange“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Fahrdorfer Familienvater holt eine Fuhre Rindenmulch aus Schleswig – und bringt eine stattliche Ringelnatter samt Gelege mit nach Hause.

Was macht man als Hausbesitzer, wenn man Urlaub hat? Ganz klar: Gartenarbeit. Das hatte zumindest Alexander Unmack vor, als er am Donnerstag mit Auto und Anhänger nach Schleswig fuhr, um eine Ladung Rindenmulch von einer Baumschule abzuholen. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Dass er auf dem Rückweg eine Schlange an Bord haben würde, konnte ja keiner ahnen.

Genau so war es aber. Nachdem Unmack bei der Baumschule angekommen war, setzte sich ein Mitarbeiter auf einen Radlader, hob einen dreiviertel Kubikmeter Rindenmulch aus einem großen Haufen und lud diesen schließlich auf dem kleinen Anhänger ab. „Zu Hause habe ich dann angefangen, das Zeug mit einer Schaufel abzuladen. Und dann war da plötzlich diese Schlange“, erzählt der 38-jährige dreifache Familienvater. Während er selber neugierig dem Reptil hinterherblickte, fand Tochter Lana (7), die ihm gerade bei der Arbeit helfen wollte, die unerwartete Begegnung gar nicht lustig.

Mutter Susanne, aufgeschreckt von den Schreien des Kindes, griff gleich darauf zum Handy und googelte erst einmal. „Eigentlich meinten wir sofort, dass es eine Ringelnatter war. Aber man will ja auf Nummer sicher gehen und wissen, mit wem man es da zu tun hat“, sagt Unmack. Die Vermutung der Eltern wurde schnell zur Gewissheit. Die gelb-schwarzen Flecken am Hinterkopf ließen keine Zweifel zu. Und weil die Tiere nicht gefährlich sind, griff Alexander Unmack beherzt in das bereits abgeladene Rindenmulch und holte die Schlange, die sich dort verkrochen hatte, heraus. „Ich wollte sie in Sicherheit bringen. Sie hat sich auch nicht gewehrt“, erzählt er.

Anschließend hat er die Ringelnatter, die von der Familie „Renate“ getauft wurde, zunächst in eine Plastikkiste gelegt – und wenig später herausgefunden, dass es sich bei dem Tier, passend zu seinem neuen Namen, tatsächlich um ein Weibchen handelt. Denn nicht nur sie selbst versteckte sich in der Rindenmulch-Fuhre, sondern auch noch sechs Schlangen-Eier. Die hat Unmack nun in seinem Komposthaufen versteckt, damit die kleinen Nattern weiter gut gedeihen. „Dass wir deshalb demnächst sechs kleine Schlangen in unserem Garten haben könnten, nehmen wir gerne in Kauf“, sagt er.

Mutter Ringelnatter, die etwa 80 Zentimeter lang sein dürfte, hat nach einer Nacht in der Plastikkiste gestern Nachmittag ein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit den eigenen und mehreren Kindern aus der Nachbarschaft haben die Unmacks „Renate“ am Dorfrand an der Schlei freigelassen. „Wir haben nachgelesen: Ringelnattern betreiben keine Nestpflege. Sie mögen gerne Frösche und kleine Fische. Deswegen haben wir sie am Ufer ausgesetzt“, sagt Unmack, der sich noch immer über die Begegnung mit dem scheuen Reptil freut: „Ich habe schon öfter Blindschleichen gesehen. Aber so eine große Ringelnatter, das war schon etwas Besonderes.“

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erstellt am 16.Jul.2016 | 18:45 Uhr

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