zur Navigation springen

Schleswiger Nachrichten

23. März 2017 | 23:00 Uhr

Schleswiger netzetrockenplatz : Treibt ein Hundehasser sein Unwesen?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Tierbesitzer finden auf dem Netzetrockenplatz große Mengen an Schokolade – für Hunde sind die Süßigkeiten eine tödliche Gefahr

Haselnuss, Zartbitter, Vollmilch: Schokolade ist für viele Menschen ein Genuss. Auch Hunde sind kaum zu bremsen, wenn ihnen der kakaohaltige Leckerbissen vor die Nase kommt – das kann allerdings böse Folgen für sie haben. „Schokolade ist für Hunde ein tödliches Gift“, erklärt Imke Kröger.

Umso erschrockener war die Holmbewohnerin, als sie bei ihrer täglichen Runde mit Vierbeiner „Todi“ auf dem Netzetrockenplatz Dutzende Schokoladenstücke fand. „Ich habe 1,3 Kilogramm eingesammelt“, sagt sie – Bekannte hätten weitere 700 Gramm gefunden. Sofort warnte sie andere Hundebesitzer, darunter Matthias Bergmann und Jutta König. Trotz ihres schnellen Handelns wisse sie von fünf Hunden, die Schokolade gefressen hätten, so Imke Kröger. „Bleibende Schäden sind mir keine bekannt“, ergänzt sie.

Warum ist Schokolade für Hunde gefährlich? „Kakaobohnen enthalten Theobromin“, sagt der Schleswiger Tierarzt Dr. Friedrich Röcken. Nehmen Hunde den Stoff auf, können sie eine Reihe von Symptomen entwickeln, die im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben (siehe Info-Kasten). In jedem Fall sei eine schnelle Behandlung wichtig, erklärt er. „Die Hunde werden zum Erbrechen gebracht, ihr Kreislauf stabilisiert und die Krämpfe kontrolliert“, so Röcken. Zudem werde die Harnproduktion angeregt.

Auf diese Weise habe er in der Vergangenheit mehrere Hunde behandelt, die Schokolade gefressen hätten. Alle Fälle seien glimpflich ausgegangen, so Dr. Friedrich Röcken. Die Gefahr durch Schokolade werde mitunter übertrieben, meint er. „An einem Riegel Milchschokolade wird ein 20 Kilogramm schwerer Hund nicht sterben“, erklärt der Tierarzt.

Imke Kröger und Hund „Todi“ haben auf dem Netzetrockenplatz 1,3 Kilogramm Schokolade gefunden.
Imke Kröger und Hund „Todi“ haben auf dem Netzetrockenplatz 1,3 Kilogramm Schokolade gefunden. Foto: kra
 

Imke Kröger und die zwei anderen Hundebesitzer fragen sich, woher die Schokolade kommt. „Erst habe ich gedacht, ein Kind hätte sie verloren“, erzählt Kröger. Doch angesichts der Menge habe sie den Gedanken verworfen. „Das war systematisch ausgelegt“, vermutet Matthias Bergmann, der mit Hund „Paul“ regelmäßig auf dem Netzetrockenplatz unterwegs ist – bis auf die Zeit vom 1. Juni bis 15. September, wenn das Betriebsgelände der Holmer Fischer für Hunde verboten ist.

Ärger gebe es mit den Anwohnern eigentlich nicht, sagt er. Jutta König erinnert sich aber an einen kürzlichen Vorfall, als am Wochenende viele Hunde dort gespielt und laut gebellt hätten. Aus einem der umliegenden Häuser hätte jemand gerufen „Jetzt ist auch mal gut“, sagt sie. Auch habe sie abfällige Bemerkungen über „die vielen Köter“ gehört. „Andere wiederum freuen sich, spielende Hunde zu sehen“, relativiert Matthias Bergmann und betont, man wolle keinen Verdacht aussprechen und niemanden beschuldigen. Vielmehr „möchten wir andere Hundebesitzer vor der Gefahr durch die Schokolade warnen“, betont Imke Kröger.

Schlimm wäre auch, wenn Kinder davon essen würden, meint sie. „Wir wissen ja nicht, ob sie mit etwas getränkt ist, da wir sie nicht haben untersuchen lassen“, erklärt sie. Nur auffällig klebrig sei die Schokolade gewesen.

Imke Kröger hat das Schleswiger Ordnungsamt über den Vorfall informiert. Die Umweltdienste würden aktiv, sollte erneut Schokolade gefunden werden, erklärt Stadtsprecherin Antje Wendt. Vorerst wird Hundebesitzern geraten, ihre Vierbeiner nicht frei auf dem Netzetrockenplatz laufen zu lassen.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Mär.2017 | 11:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen