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Schleswiger Nachrichten

08. Dezember 2016 | 23:12 Uhr

Schleswiger SPD-Politiker : Trauer um Klaus Bosholm

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der lngjährige Bauausschuss-Vorseitzende ist im Alter von 60 Jahren verstorben.

Wer es in der politischen Debatte mit Klaus Bosholm aufnehmen wollte, brauchte gute Argumente. Messerscharf in der Analyse und rhetorisch stark vertrat der SPD-Ratsherr seine Standpunkte. Vor allem dann, wenn es um die Themen ging, die ihm besonders am Herzen lagen wie die Stadtentwicklung oder die Zukunft des Theaters. Seine Geradlinigkeit brachte dem Vorsitzenden des mächtigen Bauausschusses in den eigenen Reihen wie auch beim politischen Gegner größten Respekt ein.

Ob Schleswig wieder – wie von ihm erhofft – ein Drei-Sparten-Theater bekommt, wird der leidenschaftliche Theatergänger Klaus Bosholm nicht mehr miterleben. Am Dienstag erlag er im Alter von 60 Jahren einem Krebsleiden. Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

Aufgewachsen in Kiel, kam Klaus Bosholm Mitte der 80er-Jahre nach Schleswig, wo er sich schon bald in der Kommunalpolitik engagierte. 1994 zog er erstmals in die Ratsversammlung ein, wo er seitdem durchgängig die Farben der Sozialdemokraten vertrat.

Das Thema Bildung war für den Lehrer, der an der Lornsenschule die Fächer Deutsch, Geschichte und Wipo unterrichtete, seine eigentliche Passion. Dennoch widmete er sich in der Politik vor allem der baulichen Entwicklung der Stadt. 2003 übernahm er den Vorsitz des Bauausschusses. In dieser Funktion hatte er zum Beispiel maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Baugebietes am Berender Redder. Bis zum Schluss ließ er sich von seinen politischen Weggefährten über aktuelle Vorhaben wie die Planungen für die Innenstadtsanierung auf dem Laufenden halten, gab seinerseits wertvolle Tipps.

Geltungssucht war Klaus Bosholm fremd. So zog er Pullover und Sandalen dem feinen Zwirn vor. Entsprechend mied er Empfänge, wenn er konnte. Viel lieber stritt er aus tiefer Überzeugung über Inhalte – auch innerhalb der eigenen Fraktion. Obwohl hartnäckig in der Sache, blieb er doch ein Mensch, der den Ausgleich suchte.

Der Tod von Klaus Bosholm reißt eine Lücke, die die SPD auf absehbare Zeit nur schwer wird ausfüllen können.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 07:19 Uhr

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