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Schleswiger Nachrichten

07. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Brodersby : Tankstelle für Elektro-Fahrräder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In Brodersby können Fahrer von Elektrorädern jetzt ihre Akkus wieder aufladen. Den Schlüssel gibt es bei Rolf Kowalczyk.

Fast jeder kennt den Witz, bei dem ein Radfahrer an der Tankstelle hält und lauthals verlangt: Volltanken! Doch angesichts eines ständig wachsenden Bestands von Elektrofahrrädern ist so ein Auftrag durchaus möglich. Denn immer mehr – vor allem ältere – Touristen entdecken das Fahrradfahren wieder und trauen sich auch auf längere Radtouren.

Wenn man in die Pedale tritt, hilft der Akku am Rahmen mit. Das empfindet der Radfahrer wie einen kräftigen Rückenwind. Und der ist besonders beim Bergauffahren sehr willkommen. Bei dieser kreislaufanregenden Beschäftigung kann man auch nicht schummeln. Denn hört man auf zu treten, stellt auch der Akku seine Hilfeleistung ein und angesichts eines leichten Tretens nimmt man sich auch gerne längere Strecken vor. Doch was macht man, wenn man 50 Kilometer von zu Hause entfernt und der Akku – egal aus welchem Grund – leer ist?

Wohl dem, der dann ein Ladegerät dabei hat und weiß, wo eine Steckdose in der Nähe ist. Ein Tipp, den auch die Touristinformation in Süderbrarup ausgibt, ist ein Wirtshaus anzusteuern und dort um Strom zu bitten. Doch passt die Suche nach einer geeigneten Steckdose oder einem Verlängerungskabel nicht immer in den Ablauf eines Gastronomiebetriebes zur Hochsaison.

Deshalb hat Rolf Kowalczyk vom Missunder Fischimbiss diesem Verfahren einen festen Rahmen gegeben. Er bietet seinen Kunden eine sogenannte Elektrofahrradtankstelle an. Dazu hat er auf den Schaltkasten, in dem die Steuerung für seine Pumpen untergebracht ist, drei abschließbare Steckdosen montiert. Elektrizitätsbedürftige Radfahrer können sich an der Theke einen Schlüssel abholen und aufladen. Kehrt der Kunde bei ihm ein, ist der Service kostenlos. „Und meist ist das Trinkgeld etwas üppiger als erwartet“, meint Kowalczyk und schmunzelt. Er selbst und seine Lebensgefährtin Heidi Köhler besitzen selbst Elektrofahrräder. Auch sie nutzen die Missunder Ladestation.

Dietmar und Inge Sommer aus Bahrenborstel machen Urlaub in Damp. Sie haben in Arnis die Schlei überquert und genießen in Brodersby die Halbzeit ihrer Fahrradtour. Die Idee einer Elektrotankstelle finden sie toll. Und obwohl ihre Akkus noch mehr als halb voll sind, nutzen sie die überraschende Lademöglichkeit in Brodersby. „Man weiß ja nie“, sagt das Urlauberpaar. Sie finden, dieses Beispiel sollte Schule machen. Aber so zufrieden wie sie mit ihren E-Bikes sind, so unzufrieden sind sie mit der Ausschilderung der Radwege im Kreis Schleswig-Flensburg und in Schwansen. Hier müsste einmal kräftig nachgebessert werden“, meint Dietmar Sommer.

Die Kennzeichnung der Route ist für Peter Kuhrt kein Problem. Der Schleswiger fährt die Strecke nach Missunde im Schnitt zweimal pro Woche – auf der südlichen Seite hin und auf der nördlichen zurück. Er hat einen Reserveakku dabei. „Aber den habe ich noch nie benutzt“, erzählt er. Doch da er jetzt weiß, dass er bei Bedarf in Missunde „nachtanken“ kann, wird er den auf dieser Strecke zu Hause lassen.

Rolf Kowalczyk will mit Schildern und roter Warnfarbe auf die Tankstelle aufmerksam machen. Das soll einerseits werben, aber auch verhindern, dass der Kasten, der mitten auf dem Parkplatz steht, umgefahren wird. Und wenn der Imbiss nicht besetzt ist, wird die „Tankstelle“ extern abgeschaltet.





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